Formel 1
Schumachers Alonso-Jagd

Mit der grandiosen Aufholjagd in seiner letzten Rennsaison kann Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte schreiben. Nur Niki Lauda vergab einen größeren Vorsprung – allerdings nach seinem furchtbaren Unfall.

HB SUZUKA. Vor 30 Jahren gelang es James Hunt zwar, einen noch größeren Rückstand aufzuholen als die 25 Punkte auf Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien/Renault), die Ferrari-Fahrer Schumacher seit dem 2. Juli wettmachte. Doch profitierte der Brite Hunt damals auch vom schrecklichen Feuerunfall des österreichischen Ex-Weltmeisters Niki Lauda. Der damalige Ferrari-Pilot musste zwei Rennen aussetzen und gab beim Finale in Fuji auf. Dadurch gewann Hunt, der vor Laudas Unfall noch 37 Punkte Rückstand gehabt hatte, am Ende mit nur einem Zähler (69:68).

Sollte Schumacher an diesem Sonntag oder bei seinem 250. und letzten Grand Prix am 22. Oktober in Sao Paulo seinen achten WM-Titel einfahren, wäre dies einzigartig. Denn Rivale Fernando Alonso trat im Renault ebenso wie Ferrari-Fahrer Schumacher in gleich vielen Läufen an.

Rückblick: 25. Juni 2006, Schumachers Rückstand beträgt 25 Punkte nach dem Alonso-Sieg beim Großen Preis von Kanada in Montréal. Die Situation scheint fast so ausweglos wie in ein Jahr zuvor, als sich Alonso bis zu Schumachers praktisch geschenktem ersten Saisonsieg beim Skandal-Rennen in Indianapolis ebenfalls mit 25 Punkten abgesetzt hatte (Alonso 59, Schumacher 24) und am Ende klar Weltmeister wurde.

Was ihm ein Jahr zuvor nicht gelang, schaffte Schumacher in seiner letzten WM-Saison: Sieg in den USA, Sieg in Frankreich, Sieg beim Heimrennen auf dem Hockenheimring, Sieg in Monza und Sieg in China. Zudem Platz drei in der Türkei. Der achte Rang in Ungarn bedeutete nur eine kleine Unterbrechung auf dem Weg zurück an die Spitze der WM-Wertung, die er zuletzt bei seinem Titelgewinn am 24. Oktober 2004 angeführt hatte.

Am 1. Oktober 2006 übernahm Schumacher wieder die Führung. Punktgleich mit Alonso (beide 116), aber dank der größeren Anzahl an Siegen im Vergleich zu seinem Rivalen (7:6) aber im Vorteil.

Schumacher kennt selbst jedoch auch das Gefühl, einen Vorsprung fast zu verspielen. 1994 lag er bereits mit 37 Zählern vor dem Briten Damon Hill im Williams. Die Disqualifikationen Schumachers in Großbritannien und Belgien und die Sperren in Italien und Portugal ließen Hill wieder bis auf einen Punkt herankommen. Am Ende gewann Schumacher, nachdem ausgerechnet diese beiden Fahrer beim Finale in Australien kollidiert waren.

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