Fragen & Antworten
Was passiert mit Ecclestone und der Formel 1?

Der Showdown beginnt: Bernie Ecclestone sitzt auf der Anklagebank. Es geht um Bestechung in Millionenhöhe. Verliert er den Prozess, verliert er seine Formel 1. Was droht dem 83-Jährigen?
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MünchenFür Bernie Ecclestone beginnen die schwierigsten Verhandlungen seiner Karriere. Mit 83 Jahren steht der Brite von diesem Donnerstag an in München vor Gericht. 26 Verhandlungstage sind zunächst angesetzt. Ecclestone wird Bestechung in Millionenhöhe vorgeworfen, als die Formel 1 vor rund acht Jahren an das Investmentunternehmen CVC verkauft wurde. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Strafverfahren:

Wie lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft an Ecclestone?

Er muss sich wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten. Als die Formel 1 2006 die Besitzer wechselte, soll er dem ehemaligen Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt haben. Einen Großteil das Geldes soll sich Ecclestone, der schon als Kind seinen Geschäftssinn entdeckt hatte, in Form einer Beraterprovision von der BayernLB zurückgeholt haben. Der BayernLB ist dadurch laut Anklage ein Schaden von umgerechnet knapp 35 Millionen Euro entstanden.

Was bedeutet die Anklage für Ecclestone persönlich?

Für Ecclestone ist es bereits eine gefühlte Niederlage. „Das Ganze ist doch nur so ein sehr kleiner Teil meines Lebens, das eigentlich keine Rolle spielen sollte“, sagte er jüngst. Die Leute würden schlecht über ihn reden, „ohne so richtig zu verstehen, worum es geht“, sagte er in einem ARD-Interview.

Warum hat Ecclestone Gribkowsky die 44 Millionen Dollar gezahlt?

Ecclestone fürchtete aus Sicht der Münchner Staatsanwaltschaft einen Machtverlust in der Formel 1. Wie aus der Anklage hervorgeht, wollte Ecclestone Einfluss auf die Auswahl des Käufers der Formel 1 nehmen. Deshalb zahlte er zig Millionen an Gribkowsky. Dieser sollte den britischen Investor CVC aussuchen, der Ecclestone letztlich auch wieder als Formel-1-Geschäftsführer installierte. Ecclestone stellt die Zahlung hingegen als eine Art Schweigegeld dar: Er habe befürchtet, dass Gribkowsky ihn bei den britischen Steuerbehörden anzeige und ihn deshalb „friedlich, freundlich und ruhig“ habe halten wollen, hatte er im Prozess gegen Gribkowsky ausgesagt. „Die behauptete Bestechung gab es nicht“, erklärten Ecclestones Anwälte vor Beginn des Prozesses gegen ihren Mandanten.

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