Frust bei Räikkönen sitzt tief
Auf die Yacht anstatt zur Rennanalyse

Der Frust saß tief bei Kimi Räikkönen. Nachdem sich seine WM-Chancen endgültig im Rauch seines brennenden "Silberpfeils" aufgelöst hatten, suchte der "Iceman" Ablenkung in der Sonne. Beim Rennen in Monte Carlo zog der große Pechvogel der Formel 1 im Duell mit Weltmeister Fernando Alonso wieder wegen eines technischen Defekts am Mclaren-Mercedes den Kürzeren und irrte anschließend als Fußgänger durch die umliegenden Straßenschluchten.

Als er den brennenden Boliden abgestellt hatte, schien es, als hätte Räikkönen seinem Arbeitgeber endgültig den Rücken gekehrt. Anstatt zur Analyse das Motorhome von Mclaren-Mercedes aufzusuchen, bewältigte der 27-Jährige seine Enttäuschung auf der Yacht eines Freundes. Den vierten Saisonsieg des Spaniers Alonso bekam er gar nicht mehr richtig mit, denn da nahm Räikkönen ein Sonnenbad - mit den Gedanken vielleicht schon beim künftigen Geldgeber Ferrari.

Mitleid von Alonso

"Es ist immer sehr enttäuschend, wenn man nicht ins Ziel kommt. Aber besonders hart ist es, wenn man eine so gute Siegchance hat wie ich in Monte Carlo", sagte Räikkönen, dem diesmal 28 Runden vor dem Ziel ein defektes Hitzeschild am Auspuffrohr des "MP4-21"-Boliden zum Verhängnis wurde.

Selbst Alonso hat inzwischen Mitleid mit dem Pechvogel, der in der vergangenen Saison gleich achtmal mit technischen Defekten aus der Bahn geworfen wurde. "Das ist schon sehr bitter für Kimi, zumal er wirklich sehr schnell unterwegs war", meinte der Spanier. Die Ehre der "Silberpfeile" in Monaco rettete Juan Pablo Montoya (Kolumbien) als Zweiter.

Haug: "Reden nicht vom Titel"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug glaubt nicht, dass sich die Chancen auf den weiteren Verbleib Räikkönens nach dem Ausfall von Monaco verschlechtert haben. "Natürlich wird Kimi jetzt nicht vor Begeisterung aufspringen. Aber er wird vor Begeisterung aufspringen, wenn er an den Super-Speed seines Wagens denkt", sagte Haug. Der Mercedes-Sportchef weiß allerdings auch, dass nur die Wettbewerbsfähigkeit der "Silbernen" im Kampf um die WM-Krone Räikkönen längerfristig binden kann. "In der momentanen Situation reden wir nicht vom Titel. Aber wenn wir in der Performance einen weiteren Schritt nach vorne machen, ist Kimi vielleicht überzeugt, dass man das Team nicht zu früh verlassen sollte", meinte Haug.

Doch für Räikkönen zählen nur Fakten. "Es ist nett, wenn mich die Menschen für den besten Fahrer halten. Aber ich will den Titel und fahre für den Rennstall, der mir die besten Möglichkeiten dafür bietet", sagt der "Iceman". Der Blick auf die WM-Fahrerwertung, in der er nach sieben von 18 Rennen bereits 37 Punkte Rückstand auf Primus Alonso hat, dürfte dem Finnen die Augen öffnen.

© SID

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