Führung in Gesamtwertung ausgebaut
Montreal: Alonso siegt souverän

Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso hat den Großen Preis von Kanada gewonnen und seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut. Der Spanier feierte im Renault den sechsten Saisonsieg vor dem siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher. Der Ferrari-Pilot hat das Rennen in Montreal bereits siebenmal gewonnen und liegt bei Saison-Halbzeit schon 25 Punkte hinter dem führenden Alonso auf Position zwei zurück. Dritter wurde der Finne Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes, der nach einem Fehler in der letzten Runde von Schumacher noch überholt wurde.

"Danke an das Safety Car, dadurch konnte ich nochmal nach vorne kommen", sagte Schumacher, der zugab nochmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein: "Wir haben hier den Schaden begrenzt, unter diesen Umständen ein gutes Ergebnis." Der Ferrari-Pilot richtete eine Woche vor dem USA-Grand-Prix in Indianapolis (2. Juli) aber eine Kampfansage an Alonso: "Hätte das Rennen zehn Runden länger gedauert, hätte ich ihn angreifen können. Das will ich in Indy nachholen."

Dominator Alonso, der seinen ersten Kanada-Sieg eigentlich ganz locker nach Hause fuhr, sprach später von einem schwierigen Rennen: "Die Strecke war schmutzig, da darf man sich keinen Fehler erlauben. Ich war mir erst im Ziel sicher. Ohne Safety Car wäre alles leichter und mein Vorsprung viel größer gewesen." Traurig war dagegen Räikkönen, der auch keine Ausreden suchte: "Ich habe einen Fehler gemacht, und das hat einen Platz gekostet. Es tut mir Leid für das Team."

Ausfälle begünstigen Schumacher-Aufholjagd

Schumacher profitierte bei seiner Aufholjagd von Startplatz fünf von zahlreichen Ausfällen, der Rückstand auf Alonso betrug letztlich 2,1 Sekunden. Der 37-Jährige, der nun endgültig am 10. September in Monza seine Entscheidung verkünden will, ob er zwei Jahre weiterfährt oder seinen Helm an den Nagel hängt, ist mit sieben Erfolgen der Rekordsieger in Montreal.

Alonso sicherte sich nicht nur die Halbzeit-Weltmeisterschaft, sondern er bescherte seinem Reifenlieferanten Michelin den insgesamt 100. Formel-1-Erfolg. In der Gesamtwertung führt der 24-Jährige nach dem 9. von 18 WM-Läufen nach seinem sechsten Saisonsieg nun mit 84 Punkten vor Schumacher, der bereits einen Rückstand von 25 Zählern aufweist. Für Alonso war es der vierte Triumph in Folge und der 14. seiner Karriere.

Ärgern durfte sich Lokalmatador Jacques Villeneuve, der den BMW-Sauber zehn Runden vor Schluss in die Mauer setzte und dadurch den achten Platz verschenkte. Zwei WM-Punkte holte dafür sein Teamkollege Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der als Siebter über die Ziellinie fuhr. Für Toyota-Pilot Ralf Schumacher endete ein Rennen zum Vergessen (zwei Ausrutscher und eine Durchfahrtstrafe) sieben Runden vor Schluss in der Box.

Pech für Nico Rosberg

Pech hatte Neuling Nico Rosberg, der in der ersten Runde von dem viel zu ungestümen Juan Pablo Montoya (Kolumbien) im Kampf um Rang fünf von der Strecke gedrängt wurde. Während der Williams des Wiesbadeners nur noch Schrottwert besaß, konnte Montoya zunächst weiterfahren, ehe er später seinen Mclaren-Mercedes ebenfalls abstellen musste.

"Ich habe reingehalten und wollte vorbei, aber da war nicht viel Platz an der Stelle", sagte Montoya, der sich keiner Schuld bewusst war: "Er hatte vielleicht einen kleinen Vorteil, aber er muss auch lernen, dass Rennen lang sind und dass man sie nicht direkt am Anfang entscheiden muss."

"Bremsklotz" Trulli hält Schumacher auf

Alonso verteidigte im sonnenüberfluteten Montreal seine fünfte Pole Position in Folge am Start souverän, dagegen fiel Schumacher von Position fünf gleich um zwei Plätze hinter Rosberg und Montoya zurück. Durch eine Frühstart-Strafe für den Renault-Piloten Giancarlo Fisichella wurde Schumacher auf Platz vier hinter dem Italiener Jarno Trulli im Toyota gespült, hatte aber sichtlich mit seinen rutschigen Bridgestone-Reifen zu kämpfen. Erst in Runde 25 konnte Schumacher mit einem tollen Überholmanöver an "Bremsklotz" Trulli vorbei auf Platz drei ziehen, der Rückstand zur Spitze war jedoch auf 25 Sekunden angewachsen.

In Runde 30 touchierte Schumacher mit dem rechten Vorderreifen die Begrenzungsmauer am so genannten "Wall of Champions", konnte aber ohne Probleme weiterfahren. Erst in Runde 32 kam der 37-Jährige zum ersten Mal an die Box und verteidigte Platz drei.

Ganz vorn hielt Alonso die Verfolger sich auf Distanz. Schumacher, der eigentlich den achten Sieg auf einer seiner Lieblingspisten herausfahren wollte, war in einem langweiligen Rennen viel zu langsam für seinen Erzrivalen Alonso. Der Kerpener leistete sich zahlreiche Verbremser und rutschte in Runde 44 sogar einmal kurz von der Piste. Als Trost blieb für ihn der Sieg des deutschen Fußball-Nationalteams, den er am Samstag vor der Qualifikation live am TV mitverfolgt hatte.

© SID

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