GP von Melbourne
Alarm nach Formel-1-Fiasko von Ferrari

Nach dem Auftakt-Tiefschlag gab sich Ferrari erstaunlich selbstkritisch - in der Heimat schrillen schon die Alarmglocken. "Das war in jeder Hinsicht definitiv kein Ferrari-würdiger Start. Das war ein Tag zum Vergessen", sagte Scuderia-Teamchef Stefano Domenicali.

dpa MELBOURNE. Beim ersten Formel-1-Saisonrennen in Australien waren Felipe Massa und Kimi Räikkönen ausgeschieden. Die Einsicht von Ferrari-Seite schützte vor Prügel in der Presse nicht. "Was für ein K.o. Roter Alarm", befand "La Gazzetta dello Sport".

Bei der schmerzhaften Pleite der Scuderia kam der zweite Branchenführer mit einem blauen Auge davon. Der dritte Platz von Weltmeister Lewis Hamilton ließ Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug aufatmen: "Das war mehr, als wir nach dem 18. Startplatz erwarten durften." Mclaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh bremste aber jeglichen Optimismus für das nächste Duell mit dem bärenstarken Brawn-Team um Melbourne-Sieger Jenson Button: "Für Malaysia erwarte ich uns noch weniger konkurrenzfähig."

Während Silberpfeil-Star Hamilton trotz bravouröser Aufholjagd in englischen Medien nur eine Nebenrolle spielte, schossen sich die Italiener auf Ferrari ein. Die "Gazzetta dello Sport" jammerte über den "schlechtesten Auftakt seit 17 Jahren" , "Tuttosport" fand"s einfach "zum heulen". Der "Corriere dello Sport" vernahm "die Alarmglocken". Das mögliche Patentrezept lieferte "La Repubblica": "Vielleicht muss alles neu gemacht werden."

Teamchef Domenicali räumte getreu seiner Politik offen und ehrlich ein: "Wir waren zu keinem Zeitpunkt schnell genug." Diagnose: Kampf mit den Reifen, Mängel bei der Zuverlässigkeit. "Außerdem haben unsere Strategien nicht funktioniert", gestand Domenicali. Nicht einmal der extra angereiste Rekordweltmeister und Ferrari-Berater Michael Schumacher hatte offenbar den richtigen Rat parat. "Wir wussten, die Autos von Brawn GP sind heute unschlagbar. Trotz allem dachten wir, wir könnten ein gutes Rennen haben", meinte Vizeweltmeister Massa. Ferrari galt immerhin so lange als Favorit, bis das neue Team des ehemaligen Suderia-"Super-Hirns" Ross Brawn bei den Probefahrten Anfang März auftauchte und die Hierarchie durcheinanderwirbelte.

Der neue Marktführer scheint vorerst enteilt zu sein. Die Scuderia muss sogar aufpassen, dass sie nicht auch noch von den bisher hinter ihnen liegenden Truppen wie Red Bull, Toyota oder Williams abgehängt werden. "Wir sind uns sehr bewusst, dass es abgesehen von einem Team, das heute unschlagbar war, noch eine Reihe von anderen starken Konkurrenten gibt", erklärte Domenicali.

An einen Ferrari-Angriff auf Brawn GP ist (noch lange) nicht zu denken. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht angesichts des Testverbots während der Saison. Darauf, dass Brawn GP vom Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA wegen des umstrittenen Diffusors gestoppt wird, können die drei Kläger, zu denen auch Ferrari gehört, kaum hoffen. Doch die Wahrheit liegt letztlich auf dem Asphalt. "Die Lösung für Malaysia? Arbeiten, arbeiten, arbeiten", meinte Vizeweltmeister Massa.

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