Großer Preis von Frankreich
Champions der Fragezeichen

Am Wochenende will Renault beim Heimrennen in Magny-Cours mit Weltmeister Fernando Alonso in der Formel 1 wieder siegen. Doch das Team plagen Zukunftssorgen.

MAGNY-COURS. Es ist ein triumphaler Tag für Renault: Mit 32 Minuten Vorsprung geht der Sieg beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours an das Heim-Team, die Reifenwechsel haben das Rennen entschieden. Zukunftsmusik für die entscheidende Phase der Formel 1? Non. Nur eine kleine Erinnerung an 1906, aus gegebenem Anlass. Denn damals fand der erste Grand Prix im Motorsport statt.

Und genau dort, im Nirgendwo der französischen Provinz, versucht an diesem Wochenende das Werksteam von Renault nach dem Rückschlag von Indianapolis wieder an die Hochphase anzuknüpfen, die dem Team und Fernando Alonso in beiden WM-Wertungen zu einem immer noch klaren Vorsprung verholfen haben. Die große Frage ist jedoch nicht die, ob der Titel gegen Ferrari verteidigt werden kann. Viel mehr und viel größere Fragezeichen ranken sich um die Zukunft der Equipe aus der Pariser Vorstadt Viry-Chatillon: Wie soll es weitergehen?

Fragezeichen Teamchef: Flavio Briatore will erst im August entscheiden, ob er seinem zum Saisonende auslaufenden Vertrag verlängert. Die Stimmung schwankt. Mal erscheint es nur als gewiefter Poker des 56-Jährigen, mal scheint es dem Italiener wirklich ernst zu sein, sich endgültig ins Nachtklubleben zu verabschieden, mal wird er als Nachfolger von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gehandelt. Klar ist, dass die Struktur des Teams – Motorenlieferung aus Frankreich, Autobau in England – auf den starken Mann aus Sardinien zugeschnitten ist. Als Manager von Fernando Alonso bekommt er 2007 ein zusätzliches Problem, der Spanier fährt dann für den Konkurrenten McLaren-Mercedes. Briatore soll bereits eine Millionen-Offerte von Toyota vorliegen. Kein Wunder, dass Briatore wie sein Ferrari-Gegenspieler Jean Todt mit dem Nägelkauen angefangen hat.

Fragezeichen Fahrer: Die verzweifelten Bemühungen, McLaren-Pilot Kimi Räikkönen aus seinem offensichtlichen Vorvertrag mit Ferrari loszueisen, zeigt die Personalnot. Giancarlo Fisichella (33), der für ein weiteres Jahr Renault fahren darf, ist keine Nummer eins. Der Italiener wurde aus Mangel an Alternativen weiterbeschäftigt. Gleiches gilt für den Finnen Heikki Kovalainen (24), dem es nicht an Talent, aber an Erfahrung fehlt. Champion Alonso stärkt künftig die Konkurrenz.

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