Motorsport
Haug sieht DTM-Zukunft nicht gefährdet

Trotz des Rückzugs von Opel am Saisonende hat Norbert Haug dem Deutschen Tourenwagen Masters eine positive Zukunft vorhergesagt. Zudem glaubt der Mercedes-Sportchef an einen potentiellen Opel-Ersatz ab 2007

Unmittelbar nach dem Spektakel auf dem Norisring hat Mercedes-Chef Norbert Haug dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) eine erfolgreiche Zukunft prognostiziert. Es werde in jedem Fall weitergehen, und daran würde auch der zum Saisonende angekündigte Rückzug von Opel nichts ändern, sagte Haug am Montag dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wir werden schon einen Weg finden. Die Fans sind fasziniert, die DTM lebt."

Auch wenn werksseitig derzeit kein potenzieller Hersteller als Opel-Ersatz in Sicht scheint, verspricht Haug wieder ein erlesenes Starterfeld: "Ich rechne ganz fest mit einer dritten Marke." 2006 wird es aller Voraussicht nach ein Übergangsjahr geben, in dem die zwei verbliebenen Automobilhersteller Daimler-Chrysler und Audi mit einigen Privatteams um die Wette fahren. 2007 soll dann wieder mit noch größerer Konkurrenz die Post abgehen.

143 000 Zuschauer sorgten für einen DTM-Rekord

Dass die DTM auf einem sehr guten Weg ist und in Europa die mit Abstand populärste Tourenwagenserie ist, hat der Auftritt auf dem Norisring am Sonntag nachhaltig gezeigt. Gut 143 000 Zuschauer am Wochenende sorgten für einen DTM-Rekord. "Ich bin stolz, wie sich die DTM entwickelt hat. Die Rekordzahlen an den Strecken und im Fernsehen zeigen, dass unser Event-Konzept funktioniert. Ich bin zuversichtlich, dass sich die DTM weiter so positiv entwickelt", sagte DTM-Boss Hans Werner Aufrecht dem sid: "Es gibt viele Ideen und Konzepte für 2006."

Insgesamt kamen zu den bisherigen sechs Saison-Rennen 485 500 Zuschauer, im Durchschnitt waren das beinahe 81 000. Dies ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (nach sechs Rennen) von rund 14,5 Prozent. Im Durchschnitt verfolgten etwa zwei Mill. Zuschauer jedes DTM-Rennen am Fernsehen. In der Spitze sahen drei Mill. Zuschauer die TV-Übertragung des DTM-Rennens am Norisring - auch dies ist Rekord.

Obwohl Opel noch immer auf den ersten Sieg wartet, wollen sich die Rüsselsheimer natürlich mit Anstand verabschieden. In Nürnberg war ein Aufwärtstrend unverkennbar. Opel-Sportchef Volker Strycek musste aber eingestehen: "Bisher haben wir unser Saisonziel nicht erreicht, Konkurrenzfähig waren wir nur in Brünn und am Norisring. Unser Ziel ist es, dass wir für den Rest der Saison in der Spitze mitfahren."

Haug sieht Häkkinen noch im Titelrennen

Als genialer Schachzug entpuppte sich jedoch das Comeback des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Mika Häkkinen. Der Mercedes-Star feierte in Spa/Belgien seinen ersten DTM-Erfolg und belegt in der Gesamtwertung mit 17 Punkten den vierten Platz. Obwohl der Finne bereits 27 Zähler hinter dem führenden Teamkollegen Gary Paffett (England) zurückliegt, hat ihn Sportchef Haug aber noch nicht abgeschrieben: "Mika ist nicht aus dem Titelrennen."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich zog am Montag eine positive Zwischenbilanz: "Wir haben in der ersten Saisonhälfte tolle Rennen gesehen und freuen uns über die positive Entwicklung der DTM. Das Zuschauerinteresse ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal gestiegen. Das spricht für die DTM. Die Luft an der Spitze ist noch dünner als im Vorjahr. Siege sind nur möglich, wenn alles perfekt passt."

Noch stehen fünf Veranstaltungen auf dem Programm, doch viele rechnen mit einem Zweikampf zwischen Paffett und Meister Mattias Ekström (Schweden/Audi), der mit nur drei Punkten Rückstand den zweiten Gesamtrang belegt. In sechs Rennen sahen die Fans vier verschiedene Sieger: Paffett (3), Häkkinen, Ekström, Jean Alesi (Frankreich/Mercedes).

© SID

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