In Budapest
Erneuter Rückschlag für Sebastian Vettel

Ein handfester Hauskrach beim Mercedes-Duo und eine erneute herbe Pleite von Sebastian Vettel gegen seinen siegreichen Teamkollegen Daniel Ricciardo bestimmten den turbulenten Großen Preis von Ungarn.
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BudapestNico Rosberg konnte als Vierter zwar die WM-Führung vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton in die Formel-1-Sommerpause retten, kochte aber auch innerlich vor Wut. „Meine Sicht will ich jetzt nicht darlegen“, sagte er am Sonntag nur mühsam beherrscht. Der Brite, der aus der Boxengasse noch sensationell aufs Podest raste, schimpfte: „Ich war sehr geschockt, dass mich das Team darum gebeten hat, ihn vorbeizulassen. Das war ziemlich seltsam.“

Hamilton bot beim hart erkämpften Triumph des australischen Red-Bull-Piloten Ricciardo als Drittplatzierter dennoch die überragende Leistung: Aus der Boxengasse gestartet, raste er auf dem Hungaroring bei Budapest noch sensationell aufs Podium hinter Ferrari-Rivale Fernando Alonso. „Ich kann zuversichtlich in die Zukunft schauen“, sagte Hamilton.

Vettel wirkte nach seinem enttäuschenden siebten Rang dagegen fast schon resigniert. Der Titel rückt in immer weitere Ferne. „Ein Platz mehr wäre vielleicht drin gewesen“, meinte der vierfache Weltmeister aus Heppenheim. Ricciardo strahlte dagegen und ballte die Faust. „Schon zwei Siege ist phänomenal“, sagte der Australier mit dem für ihn typischen Grinsen nach den heiß umkämpften 306,630 Kilometern. „Jetzt gibt es ein paar Tage lang Party.“

Ein Regenguss 45 Minuten vor dem Start, zwei Safety-Car-Phasen, viele Crashs und Ausfälle, zahlreiche knallharte Überholmanöver und etliche Führungswechsel sorgten beim elften Saisonlauf auf dem 4,381 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs für viel Abwechslung und Spannung. Nach 70 packenden Runden feierte Vettels Stallrivale Ricciardo seinen zweiten Saisontriumph nach Kanada. Vor dem Großen Preis von Belgien in vier Wochen in Spa führt Rosberg (202 Punkte) die WM noch mit elf Zählern Vorsprung auf Hamilton an. Ricciardo (131) ist Gesamtdritter.

Alonso, Hamilton und Ricciardo bekämpften sich in der Schlussphase mit allen Mitteln. Der Red-Bull-Pilot schnappte sich im vierletzten Umlauf erst mit einem bravourösen Überholmanöver Hamilton und dann eine Runde später auch Alonso. Und Rosberg, der scheinbar aussichtslos schon über 21 Sekunden zurückgelegen hatte, mischte plötzlich auch noch mit im Kampf um einen Podestplatz, schaffte es aber um wenige Zehntel nicht. Hamilton verteidigte seine Position knallhart. Abgesehen von seinem technisch bedingten Ausfall beim britischen Grand Prix verpasste Rosberg, der immer den ersten oder zweiten Platz belegt hatte, erstmals einen Podestrang.

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