Kampfansage von „Schumi“
Schumacher: "Nach wie vor ist noch alles möglich"

Die WM-Krone hat Michael Schumacher längst noch nicht abgehakt. Auch im Kampf um seinen Ruf geht der Ferrari-Pilot nach der fulminanten Aufholjagd von Monte Carlo in die Offensive. "Aufgeben gibt es bei mir nicht. Wenn wir denken würden, es ist vorbei, wären wir schon längst zu Hause und würden vor dem Kamin sitzen", sagte der Formel-1-Rekordweltmeister nach seinem fünften Platz im Fürstentum. Der Ferrari-Pilot lässt sich auch von dem 21-Punkte-Rückstand auf Weltmeister und Monaco-Sieger Fernando Alonso (Spanien) nicht entmutigen. Schumacher: "Nach wie vor ist noch alles möglich."

Diskussionen über "Parkmanöver"

Heftiger aufs Gemüt schlug "Schumi" ("Ich habe ein reines Gewissen") da schon die nicht enden wollende Diskussion über sein "Parkmanöver" im Qualifying und die Strafversetzung ans Ende des Feldes. Sogar aus dem Ferrari-Land Italien gab es ungeachtet des Lobes über den Husarenritt in Monte Carlo auch harsche Kritik am Kerpener. "Wenn ein siebenmaliger Weltmeister wie Schumacher solche Fehler macht, braucht er psychologische Hilfe oder sollte aufhören", kommentierte Tuttosport bissig, während Gazzetta dello Sport von einer "Revolte der Piloten gegen Schumacher" schrieb.

Dass die Welle der Empörung Schumachers Entscheidung über seine Zukunft in der Formel 1 beeinflussen könnte, glaubt Ferrari-Teamchef Jean Todt nicht. "Das hat keinen Einfluss auf Michael", meinte der Franzose und nahm seinen Schützling in Schutz: "Michael ist kein Außerirdischer, er ist eine große Persönlichkeit, aber er macht Fehler wie jeder andere auch."

"Schumi" beteuert Unschuld

Auch nach dem sportlichen Happy End brachte Schumacher seine Verwunderung über die Strafe des Automobil-Weltverbandes FIA zum Ausdruck. "Ich war schockiert, wie krass die Bestrafung ausgefallen ist. Aber ich kann nur immer wieder sagen, dass ich Alonso nicht behindern wollte", sagte der 37-Jährige und beteuerte seine Unschuld.

Nicht gut zu sprechen ist Schumacher derzeit auf einige seiner Fahrerkollegen, die ihn in Monte Carlo als Schummler an den Pranger stellten. "Diejenigen, die den Mund aufreißen und Sprüche klopfen, sind doch zu feige, um mit mir das Vier-Augen-Gespräch zu suchen. Aber das ist wohl wie im richtigen Leben", sagte der Ferrari-Star, der nach dem 7. von 18 Rennen ärgster Verfolger von Renault-Pilot Alonso (Marca: "Die Legende wächst") bleibt.

Im Motorhome der "Silberpfeile" herrschte nach dem Ausfall von Vorjahressieger Kimi Räikkönen (Finnland) trotz des zweiten Platzes von Juan Pablo Montoya (Kolumbien) gedrückte Stimmung. "Jeder hat gesehen, dass wir eine Siegchance und eine gute Strategie hatten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Räikkönen wurde 28 Runden vor Schluss ein Defekt am Hitzeschild des Auspuffs seines Mclaren-Mercedes zum Verhängnis, nachdem er mit seinem Speed sogar den führenden Alonso überrascht hatte. "Ich habe nicht gedacht, dass Kimi mich so unter Druck setzen würde", verriet der Spanier, während sich Räikkönen nach dem Ausfall auf die Yacht eines Freundes zurückgezogen hatte. Für den "Iceman" ist der WM-Zug bei einem Rückstand von 37 Punkten auf WM-Spitzenreiter Alonso abgefahren, was auch Haug so sieht: "Vom WM-Titel sprechen wir momentan nicht."

"Quick Nick" rundum zufrieden

Mit strahlendem Gesicht verließ dagegen Mario Theissen das blau-weiße Motorhome im Hafen von Monaco. "Ich habe mich selten so sehr über zwei Punkte gefreut", meinte der BMW-Motorsportdirektor nach Nick Heidfelds siebtem Platz. Der Mönchengladbacher legte einen exzellenten Start hin und war nach seinem zweitbesten Saisonresultat rundum zufrieden. "Das Wichtigste in Monaco ist, keine Fehler zu machen. Wenn das gelingt, wird man mit Punkten belohnt", sagte "Quick Nick".

© SID

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