Keine Sentimentalitäten
Schumacher glaubt an achten Titel

dpa FRANKFURT/MAIN. Michael Schumacher gibt sich vor den letzten drei Rennen seiner einzigartigen Formel-1-Karriere ausgesprochen kampfeslustig - ein seltsames Gefühl oder Sentimentalitäten kommen bei dem Rekordweltmeister aber nicht auf.

Seine Rücktrittsankündigung sei ja nicht aus irgendeiner Not heraus getroffen worden, erklärte der 37-Jährige. Das Gerede um Druck von Seiten Ferraris sei „Schwachsinn“. Er sei mit seiner Entscheidung „absolut im Reinen“, stellte er fest. „Ich möchte mich in der nächsten Zeit ausschließlich und zu 100 Prozent auf den WM-Kampf konzentrieren. Das ist jetzt das einzige, was für mich zählt“, betonte Schumacher, der am 10. September nach seinem Sieg in Italien sein Geheimnis gelüftet hatte.

Mit seinem achten WM-Titel will der Rekordchampion, der vier der vergangenen sechs Rennen gewonnen hat, am 22. Oktober abtreten. „Wir haben alle Möglichkeiten, die WM noch für uns zu entscheiden, auch wenn es in meinen Augen sehr eng werden wird“, sagte Schumacher vor der Abreise zum Großen Preis von China in Schanghai. Die zwei Punkte, die Schumacher noch hinter dem spanischen Renault-Piloten und Titelverteidiger Fernando Alonso liegt, seien zu schaffen. „Wir können uns gute Hoffnungen machen“, schrieb Schumacher am Montag auf seiner Internetseite (www.Michael-Schumacher.de).

Unterschätzen wird der Herausforderer den Titelverteidiger, der seinen letzten Erfolg am 25. Juni in Montréal gefeiert hat, aber keineswegs. „Diesen Fehler werden wir mit Sicherheit nicht machen“, sagte Schumacher (106 Punkte). In China kann er Alonso (108) zum ersten Mal in dieser Saison die Führung in der Gesamtwertung entreißen kann.

Doch der jüngste Weltmeister in der Formel 1 will dem Renn-Oldie zum Karriere-Abschluss keine Geschenke machen. „Wir sind das ganze Jahr schon in der führenden Position und wir wollen in dieser Position auch ins Ziel kommen“, sagte Alonso. Die Diskussionen um den auf ihm lastenden Druck stufte er auch wegen seines bevorstehenden Wechsels zu Mclaren-Mercedes zur neuen Saison als nicht förderlich ein. „Stress ist meiner Meinung nach nicht hilfreich“, sagte er. Alonso nahm sich und das Renault-Team in die Pflicht: „Wir müssen unseren Job machen.“

Unterdessen erteilte Schumacher-Manager Willi Weber den bereits Minuten nach der Rücktrittsankündigung seines Schützlings schwelenden Spekulationen um ein Comeback oder ein Wechsel zu einem anderen Rennstall eine klare Absage. „Nein, ein Teamwechsel kommt nicht in Frage. Michael bleibt auf jeden Fall vertraglich mit Ferrari verbunden“, sagte Weber der Zeitschrift „Auto Bild Motorsport“. Offen sei man derzeit lediglich für neue werbliche Angebote. „Wir wollen Geld, kein Cockpit.“ Und Schumacher will vor allem den nächsten Sieg auf dem Weg zurück an die Spitze der WM- Wertung. „Nochmals: ich glaube, dass wir ganz gute Chancen haben“, meinte er: „Ich freue mich sehr auf diesen Kampf in den letzten Rennen.“

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