Krach bei Renault
Vorteil Schumacher im WM-Krimi

dpa SUZUKA. Matchball Nummer 1: An der Stätte seines ersten WM- Triumphes mit Ferrari will Formel-1-Ass Michael Schumacher den mit seinem Team hadernden Titelverteidiger Fernando Alonso am liebsten schon am 08. Oktober abservieren.

Doch auch wenn der nach fast zwei Jahren erstmals wieder führende Ferrari-Fahrer rechtzeitig vor der Renn-Rente wieder zur Bestform aufgelaufen ist, rechnet Schumacher mit einem Kampf bis auf den letzten Meter in den letzten beiden Rennen seiner Karriere. „Es wird sicher ein toller Fight - ich liebe so etwas“, schwärmte Schumacher vor dem Großen Preis von Japan und ließ keinen Zweifel an seinem großen Ziel: „Wir sind alle heiß auf die Titel.“

Schumacher strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. „Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus - geil“, meinte er bereits ungewohnt überschwänglich und fügte hinzu: „Jetzt beginnt die WM bei Null, mehr kann man doch nicht wollen.“ Kaum ein Ort könnte für den Karaoke-Fan besser sein, um seinen achten WM-Titel einzufahren als die Strecke in Japan, auf der zum vorerst letzten Mal gefahren wird. 2000 und 2003 stimmte Schumacher dort nach seinen WM-Siegen höchstpersönlich die Jubelhymnen zum WM-Gewinn an. Und nun könnte der 37-Jährige im Vergnügungspark von Suzuka auch seine Achterbahn-Fahrt der vergangenen 24 Monate mit einer grandiosen Feier beenden.

Trotz Punktegleichheit (116:116) heißt es vor den Rennen in Japan sowie seinem 250. und letzten Grand Prix am 22. Oktober in Sao Paulo: Vorteil Schumacher. Dank seiner sieben Saisonsiege gegenüber den sechs Erfolgen von Alonso liegt der Kerpener vorn. Sollte der Deutsche auch in Suzuka gewinnen und Alonso leer ausgehen, tritt Schumacher nur noch zum Schaulaufen in Brasilien an und anschließend ab.

„Wir wollen unsere Performance unbedingt beibehalten. Wir haben in der zweiten Hälfte der Saison eindeutig die bessere Arbeit abgeliefert“, stichelte Schumacher in Richtung des Rivalen im Renault. Alonso büßte nämlich in den vergangenen drei Monaten seit seinem letzten Sieg am 25. Juni nicht nur 25 Punkte und den Spitzenplatz ein, sondern offenbar auch an Unterstützung seitens seines Teams. Öffentlich beklagte der zukünftige Mclaren-Mercedes- Mann nach den Patzern in Schanghai, im Stich gelassen zu werden: „Die Mannschaft hilft mir nicht. Die ist viel mehr auf den Konstrukteur-Titel fokussiert.“

Während das Team postwendend einen Treueschwur abgab, glaubte auch die spanische Presse, die größten Gegner des 25-Jährigen in dessen eigenem Rennstall ausgemacht zu haben. „Alonso hat den Feind im eigenen Lager“, glaubt „Marca“. „Renault verhindert einen Sieg Alonsos“, schrieb „As“, nachdem ein katastrophaler Boxenstopp und eine schlechte Rennstrategie Alonso tatsächlich den Sieg in Schanghai gekostet hatten.

Nerven gekostet hatte das Rennen mit Schumachers famoser Fahrt indes allen voran Ferrari- und Fiat-Chef Luca di Montezemolo: „Nachdem ich mit Mühe einem Herzinfarkt entkommen bin, kann ich sagen, dass es wunderschön ist, auf diese Art und Weise in China zu siegen.“ Und auch die internationale Presse erging sich in Superlativen und huldigte dem neuen Spitzenreiter vor den letzten beiden WM-Läufen. „Schumachers weltmeisterliche Heldentat“, meinte die „Gazzetta dello Sport“ nach dem 91. Grand-Prix-Sieg des Kerpeners in einem schon verloren geglaubten Rennen. „Man kann die klinische Präzision Michael Schumachers, dieses geborenen Siegers, nur noch bewundern“, meinte die französische „L'Equipe“.

„Wir können mit Recht optimistisch sein“, befand Technik-Direktor Ross Brawn. „Wir dürfen aber nichts dem Glück überlassen.“ Denn auf einem Silbertablett - wie es Schumacher am Mittwoch in Tokio von Reifenpartner Bridgestone für deren 100. Grand-Prix-Erfolg mit dem Schumachers-Sieg am Hockenheimring überreicht bekam, wird ihm Alonso den Titel nicht servieren.

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