Motorsport
Kristensen schreibt in Le Mans Geschichte

Tom Kristensen hat beim traditionellen 24-Stunden-Rennen von Le Mans Motorsport-Geschichte geschrieben. Der Däne holte seinen insgesamt siebten Erfolg und bescherte Audi einen ruhmreichen Abschied.

Ein Däne hat sich bei der 73. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans in die Geschichtsbücher des Motorsports eingetragen. Tom Kristensen siegte vor mehr als 200 000 Zuschauern bei dem prestigeträchtigen Event bereits zum siebten Mal und bescherte seinem Arbeitgeber Audi einen ruhmreichen Abschied vom Langstreckenrennen in Le Mans. Der 37-Jährige feierte vor mehr als 200 000 Zuschauern mit den Teamkollegen Marco Werner (Ermatingen) und JJ Lehto (Finnland) mit dem vom amerikanischen ADT-Champion-Team eingesetzten Audi R8 bereits seinen sechsten Triumph in Serie und krönte sich zu "König Kristensen I."

"Habe mir den größten Traum erfüllt"

"Ich kann es noch gar nicht begreifen, was ich jetzt geschafft habe. Ich habe mir den größten Traum als Rennfahrer erfüllt", sagte Kristensen mit Tränen in der Augen. Der DTM-Pilot saß zum Schluss selbst im Auto und genoss die "Ehrenrunde", immer wieder reckte er die Faust nach oben und winkte den Fans zu. Kristensen: "Dieses Rennen ist einfach einzigartig und hat für mich die allergrößte Bedeutung. Le Mans hat mich als Rennfahrer bekannt gemacht."

Nach insgesamt 370 Runden (5 050,500km) hatte das Audi-Trio einen Vorsprung von zwei Runden auf die Trainingsschnellsten Jean-Christophe Boullion/Emmanuel Collard/Eric Comas (alle Frankreich) im Pescaralo-Judd C60. Die Franzosen hatten mit dem Prototypen des viermaligen Le-Mans-Gewinners Henri Pescarolo (Frankreich) zu Beginn fast drei Minuten Vorsprung herausgefahren. Dann fiel das Trio allerdings nach einem langen Boxenstopp wegen Schaltproblemen bis auf Platz 27 zurück. Mit bis zu fünf Sekunden besseren Rundenzeiten als die Sieger kämpften sich die drei Lokalmatadoren wieder nach vorne und verpassten den ersten französischen Gesamtsieg seit 1993 knapp.

Audi feiert würdigen Abschied

Bislang musste sich Kristensen den Le-Mans-Weltrekord mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten Jacky Ickx (Belgien) teilen, der es auf sechs Gesamtsiege an der Sarther gebracht hatte. Für Audi war es der fünfte Triumph in den vergangenen sechs Jahren. Nur 2003 überließen die Ingolstädter den Sieg der Konzernschwester Bentley. Damit gab es für den erfolgreichsten Sportwagen der Gegenwart bei seinem letzten Auftritt in Le Mans einen würdigen Abschied. "Es war ein besonders schwieriges Rennen. Doch dank der Zuverlässigkeit und des geringen Benzinverbrauchs unseres R8 sowie einer Energieleistung des Teams haben wir das Unmögliche möglich gemacht", meinte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

Kristensen, der mit Audi bei dem Klassiker noch nie auf der Pole Position stand, hat sich mit nun insgesamt sieben Gesamtsiegen zum erfolgreichsten Piloten in der 83-jährigen Le-Mans-Geschichte gekürt. Der 37-Jährige und seine beiden Teamkollegen, die nur aus achter Position gestartet waren, spulten ihre Runden im R8 wie ein Schweizer Uhrwerk ab. Die Triumphfahrt wurde nur durch zwei vorzeitige Reifenwechsel und einen kleinen Ausrutscher von Kristensen in einen Notausgang unterbrochen.

Frank Biela (Neuss) und Emanuelle Pirro (Italien), die mit den Siegen zwischen 2000 und 2002 für einen historischen Hattrick - an dem auch Kristensen beteiligt war - gesorgt hatten, und Teamkollege Allan Mcnish (Schottland) mussten sich nach zwischenzeitlicher Führung diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben. Pirro und Mcnish hatten mit dem zweiten Champion-R8 je einen Ausrutscher. Durch die nötigen Reparaturarbeiten an der Box verlor das Trio insgesamt sechs Runden.

Loebs Debüt mißglückt

Kein Glück hatte Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb bei seinem Le-Mans-Debüt. Bei seinem vierten Abstecher auf die Rundstrecke musste der 31-Jährige nach 19:30 Stunden auf Rang fünf liegend vorzeitig aufgeben. Sein französischer Teamkollege Soheil Ayari hatte den zweiten Pescarolo-Judd, mit dem man in der Anfangsphase sogar einmal auf Position zwei gelegen hatte, bei einem selbstverschuldeten Unfall schwer beschädigt.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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