Le Mans
Das härteste Rennen der Welt macht sich fit für neue Märkte

Für den Auftritt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans investieren Audi und Peugeot viel Geld. In Deutschland jedoch trifft das größte Motorsportevent Frankreichs nur auf wenig Resonanz. Doch die Hersteller haben ohnehin einen anderen Markt in Blick: Die Marke Le Mans soll Mittelpunkt einer eigenen Weltmeisterschaft werden – und in China populär werden.
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Le MansDie französischen Sicherheitsbeauftragten sind unerbittlich: Nicht einmal Sébastien Loeb darf in Le Mans in die Boxengasse. Weil der amtierende Rallye-Weltmeister keinen feuerfesten Anzug hat, verweisen ihn die Ordner auf die Zuschauerränge. „Die Sicherheitsvorschriften sind halt etwas strenger dieses Jahr“, sagt der wohl prominenteste Rennfahrer Frankreichs, als er sich in der VIP-Loge von Peugeot einfindet. Wie der Rest der rund 250.000 Zuschauer muss er von weitem beim härtesten Rennen der Welt zuschauen, das sich für eine neue Zukunft rüstet.

Dass die 24 Stunden von Le Mans die Sicherheitsstandards verschärfen, hat seinen Grund. Ab nächstem Jahr ist das größte Motorsportevent Frankreichs Mittelpunkt einer neuen Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der Veranstalter L'Automobile Club de l'Ouest (ACO) hat sich mit dem Automobil-Weltverband Fia auf eine sechs Rennen umfassende Kooperation geeinigt. Um die Partnerschaft zu besiegeln, durfte Fia-Präsident Jean Todt am vergangenen Samstag in Le Mans sogar den Startschuss geben.

Der WM-Status soll der Vermarktung auf die Sprünge helfen – und in Asien neue Märkte erschließen. Xavier Peugeot, der Marketingchef des Herstellers, macht aus der Strategie keinen Hehl: Es geht um China – wo die Automobilhersteller derzeit das größte Wachstum verzeichnen. „Wir bringen dort jedes Jahr mindestens ein neues Modell auf den Markt“, sagt Peugeot. „Die 24 Stunden von Le Mans sind als renommiertestes Rennen der Welt ideal, um das Image der Marke zu verbessern.“

Schon im vergangenen Jahr veranstaltete der ACO im chinesischen Zhuhai ein Rennen, das erstmals Teil des sogenannten International Le Mans Cup war – ein Vorläufer der WM. Der Sieg von Peugeot sei für die Vermarktung wichtig gewesen, sagt Xavier Peugeot: „Früher lagen unsere Imagewerte in China unter dem Mittelwert, jetzt sind wir bereits darüber.“ Der Sport soll die Marke im oberen Segment weiter etablieren. Als Glückstreffer habe sich das Sponsoring der French Open erwiesen, sagt Peugeot. Fast 100 Millionen Chinesen verfolgten dieses Jahr im Fernsehen, wie mit Li Na erstmals eine Landsfrau das Turnier gewann. Die Bilder, bei denen die Tennisspielerin mit der Siegestrophäe vor dem Eiffelturm posierte, erschienen auf den Titelseiten der großen Zeitschriften – ungewöhnlich für eine Sportart, die im Reich der Mitte früher der Elite vorbehalten war.

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Wie die Werksteams in Le Mans investieren

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Das mediale Potenzial des Mythos

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  • Das 24-Stunden-Rennen könnte auch in Deutschland größere Resonanz erfahren, nur müßte da mal ARD oder ZDF das Rennen auch übertragen, man könnte dann im Gegenzug einige dieser stink langweiligen Kochsendungen streichen.

  • Schuhmacher wurde 4ter!!!

    dreass

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