Le Mans Das härteste Rennen der Welt macht sich fit für neue Märkte

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Das mediale Potenzial des Mythos
In Reih' und Glied: die drei Audi R18 TDI in der Boxengasse. Quelle: Reuters

In Reih' und Glied: die drei Audi R18 TDI in der Boxengasse.

(Foto: Reuters)

Tatsächlich ist der Medieneffekt in Deutschland marginal: Obwohl Fahrer und Teams aus der Bundesrepublik regelmäßig gewinnen, zeigt das Fernsehen kaum Interesse. Zwar übertrug in diesem Jahr nicht nur der Spartensender Eurosport, sondern auch Sat 1 zumindest die Höhepunkte des Rennens. Doch wirklich bekannt ist die Veranstaltung vor allem in Frankreich selbst. Hier berichtet das öffentlich-rechtliche Fernsehen seit jeher ausgiebig. Das hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: Bei guten Ergebnissen könnten die Verkäufe im Inland um fünf bis zehn Prozent im Juni anziehen, sagt Olivier Veyrier, Direktor von Peugeot Frankreich.

Der Mythos Le Mans blickt in Frankreich auf eine lange Tradition zurück: Schon als Kind habe er das Rennen vor dem Fernseher verfolgt, sagt Veyrier, „und dabei gab es damals nur drei Sender“.

Dass in Deutschland sogar das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) auf ein größeres Interesse stoße, verstehe in Frankreich kaum jemand. „Man sagt hier, die DTM sei die einzige Veranstaltung, wo die Zuschauer die Namen der Fahrer kennen, und die Fahrer die Namen der Zuschauer – auch wenn das natürlich nicht der Wahrheit entspricht“, sagt er.

Verstecken braucht sich Le Mans nicht. Die 250.000 Zuschauer in diesem Jahr bedeuten eine Steigerung von rund fünf Prozent zum Vorjahr. Besonders beliebt ist das Rennen bei Motorsportfans aus England – rot-weiße Flaggen finden sich überall an der Rennstrecke. Auch hier spielt die Historie eine Rolle: Fahrer und Hersteller aus Großbritannien mischten in früheren Zeiten kräftig beim 24-Stunden-Rennen mit. Heute dominieren jedoch die Deutschen und Franzosen.

Geht es nach den Fia-Marketingstrategen, wird vielleicht bald auch ein Chinese ein Cockpit steuern. Oder Michael Schumacher kehrt zurück – das würde bei der Vermarktung in Deutschland helfen. Bei einem Auftritt in Le Mans im Jahr 1991 belegte der Kerpener schon einmal den fünften Platz. Doch ein baldiges Comeback ist wenig wahrscheinlich: Schumacher knüpft gerade in der Formel 1 an erfolgreiche Zeiten an: Am Wochenende wurde er beim Großen Preis von Kanada gar Vierter. RTL berichtete in Deutschland live, sieben Millionen Zuschauer schalteten ein. Marketingexperten würden das wohl die bessere Werbeplattform nennen.

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  • Ingmar Höhmann
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2 Kommentare zu "Le Mans: Das härteste Rennen der Welt macht sich fit für neue Märkte"

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  • Das 24-Stunden-Rennen könnte auch in Deutschland größere Resonanz erfahren, nur müßte da mal ARD oder ZDF das Rennen auch übertragen, man könnte dann im Gegenzug einige dieser stink langweiligen Kochsendungen streichen.

  • Schuhmacher wurde 4ter!!!

    dreass

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