Le Mans Das härteste Rennen der Welt macht sich fit für neue Märkte

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Wie die Werksteams in Le Mans investieren
In den Startlöchern: Mike Rockenfeller (Audi) und Stephane Sarrazin (Peugeot) warten in Le Mans, dass die berühmt-berüchtigten 24 Stunden gestartet werden. Ihre Rennställe wollen zukünftig wirtschaftlich durchstarten und investieren hohe Millionenbeträge. Quelle: Reuters

In den Startlöchern: Mike Rockenfeller (Audi) und Stephane Sarrazin (Peugeot) warten in Le Mans, dass die berühmt-berüchtigten 24 Stunden gestartet werden. Ihre Rennställe wollen zukünftig wirtschaftlich durchstarten und investieren hohe Millionenbeträge.

(Foto: Reuters)

Auf die gleiche Öffentlichkeit hofft nun der Motorsport – und setzt dabei auf die Marke Le Mans. Dank der Expansion in Asien spielt nun sogar Porsche mit dem Gedanken, nächstes Jahr wieder mit einem Werksteam in der Serie einzusteigen. China ist zum zweitgrößten Absatzmarkt des Herstellers aufgestiegen. 2002 verkaufte Porsche dort 27 Autos – im vergangenen Jahr waren es fast 14.000. Und nichts transportiert das Image besser als die 24 Stunden von Le Mans: Porsche ist hier Rekordsieger, sogar eine Kurve ist nach dem Autohersteller benannt.

Wegen der hohen Kosten tritt derzeit jedoch kein Werksteam mehr an, das um den Gesamtsieg mitfahren könnte. Stattdessen sind reiche Kunden mit getunten Wagen auf der Strecke unterwegs. Porsche selbst ist nur mit 15 Mitarbeitern vor Ort – sie unterstützen mit technischem Rat, einem Ersatzteilservice und bei der Pressearbeit. Um den prestigeträchtigen Gesamtsieg können die Kundenteams nicht mitfahren: Am Ende rangiert der beste Porsche gerade auf Rang 16, zuvor ist er 43 Mal überrundet worden.

Es ändert wenig, dass der AOC eigene Kategorien für die schwächeren Wagen führt und der schnellste Porsche zumindest in der Klasse „GTEPro“ Platz drei erreicht. Die großen Medien interessieren sich nur für den Gesamtsieg – und den trägt in diesem Jahr Audi davon. Es ist der zehnte Sieg der Ingolstädter in den vergangenen zwölf Jahren. Diesmal jedoch reichte es nur knapp: Nach 24 Stunden, während der die Hälfte der 56 gestarteten Autos ausgefallen sind, beträgt der Vorsprung des einzig verbliebenen Audis vor den vier Peugeots nur ganze 13 Sekunden.

Mit den hochgerüsteten Werksteams kann in Le Mans niemand mithalten. Die beiden Autohersteller lassen sich ihr Engagement Schätzungen zufolge zwischen 50 und 100 Millionen Euro kosten – das würde sogar für einen Einstieg in der Formel 1 ausreichen. Audi und Peugeot schlachten ihr Engagement weidlich aus: 1700 Gäste haben die Franzosen eingeladen, rund 1200 die Ingolstädter. Dass Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn und der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler dem Rennen beiwohnen, gilt als selbstverständlich. Die Logos sind allgegenwärtig – nicht nur auf Banden und Werbebannern, sondern auch auf den Shuttles, die Geschäftspartner und Kunden zwischen den Hospitality-Plätzen hin- und hertransportieren. Allein die Betreuung der Gäste koste bis zu zwei Millionen Euro, sagt einer der Organisatoren in der Peugeot-Lounge.

Auch die Zulieferer zeigen ihr Können: Bosch rüstet mehr als die Hälfte der Fahrzeuge aus und schaltet in französischen Zeitungen ganzseitige Anzeigen, auf denen Le-Mans-Rennwagen zu sehen sind. Bernhard Bihr, Geschäftsführer der Bosch Engineering GmbH, traut den Mannschaften der Werksteams zu, innerhalb von einem Jahr auch einen passablen Formel-1-Wagen aufzustellen. „Le Mans ist eines der größten Rennen der Welt“, sagt er. „Und wegen der 24 Stunden Dauer ist es von allen das härteste. Es ist schade, dass die deutschen Medien so wenig davon berichten.“

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2 Kommentare zu "Le Mans: Das härteste Rennen der Welt macht sich fit für neue Märkte"

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  • Das 24-Stunden-Rennen könnte auch in Deutschland größere Resonanz erfahren, nur müßte da mal ARD oder ZDF das Rennen auch übertragen, man könnte dann im Gegenzug einige dieser stink langweiligen Kochsendungen streichen.

  • Schuhmacher wurde 4ter!!!

    dreass

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