Motorsport
Massa beerbt Barrichello bei Ferrari

Der Brasilianer Felipe Massa wird in der nächsten Saison für Ferrari fahren. Massa löst seinen Landsmann Rubens Barrichello ab und wird somit neuer Teamkollege des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher.

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher bekommt in der Saison 2006 einen neuen Partner. Der Brasilianer Felipe Massa steigt im nächsten Jahr in den Ferrari und geht zusammen mit Schumacher auf Punktejagd. Massa, der in diesem Jahr beim Schweizer Sauber-Team unter Vertrag steht, löst seinen Landsmann Rubens Barrichello ab, der die Scuderia nach sechs erfolgreichen Jahren zum Saisonende verlässt.

Das teilte Ferrari am Dienstag offiziell mit. Barrichello soll angeblich schon Einigung mit BAR-Honda über einen Zwei-Jahres-Vertrag erzielt haben.

"Ich fühle mich bereit für diese neue Herausforderung, die die beste Chance meiner Karriere ist. Ich kann es kaum erwarten, ein Teil des Ferrari-Teams an der Seite des besten Fahrers der Welt zu sein", erklärte Nachfolger Massa, der als großes Talent gilt, auf seiner Homepage. In diesem Jahr hat der Brasilianer keinen Geringeren als Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada) bei Sauber fest im Griff. Gemanagt wird der 24-Jährige von Nicolas Todt, Sohn von Ferrari-Teamchef Jean Todt. Massa war 2003 schon Testfahrer beim Konstrukteurs-Weltmeister und soll langfristig als neuer Schumacher aufgebaut werden. Der Vertrag des siebenmaligen Weltmeisters läuft 2006 aus, ursprünglich für Juli dieses Jahres geplante Verhandlungen hat Manager Willi Weber erstmal auf 2006 verschoben.

Reibereien mit "Rubinho"

Der Abschied Barrichellos hatte sich schon seit einigen Wochen abgezeichnet. Immer öfter kam es zu Spannungen, mehrfach beschwerte sich der ansonsten zurückhaltende "Rubinho". Beim Rennen von Monaco kam es im Mai dann zum offenen Bruch mit seinem "Chef" Schumacher - der Anfang vom Ende. "In Zukunft betrachte ich Michael nicht mehr als Teamkollegen, sondern als Piloten wie jeden anderen", wetterte der 33-Jährige: "Michael nimmt die Realität nur so wahr, wie er es will." Schumacher hatte seinen Teamkollegen kurz vor Rennende mit einem waghalsigen Manöver überholt.

Das Verhältnis der beiden Ferrari-Piloten bekam aber schon vor Jahren tiefe Risse. Beim Großen Preis von Österreich 2002 überholte Schumacher wenige Meter vor dem Ziel auf Anweisung von Todt ("Let Michael pass for the Championship", "lass Michael für den WM-Titel vorbei") den deutlich schnelleren Barrichello. Im Gegensatz zum Publikum, das die Stallorder mit einem lautstarken Pfeifkonzert quittierte, blieb Barrichello ruhig.

Genug von der Rolle als "Wasserträger"

Doch nach 211 Grand-Prix-Starts hat der zweimalige WM-Zweite genug von der Rolle als Schumachers "Wasserträger". Nach der Farce von Indianapolis schrieben die Formel-1-Piloten einen offenen Brief an FIA-Präsident Max Mosley. Die Unterschrift von Michael Schumacher fehlte - im Gegensatz zu der seines früheren Freundes: "Ich habe Michael immer geschützt. Das ist vorbei. Er sieht die Dinge immer nur so, wie er sie sehen will", begründete Barrichello seine Entscheidung.

Das nicht mehr intakte Verhältnis zu Schumacher dürfte wohl ein möglicher Trennungsgrund gewesen sein. Hinzu kommt auch die fehlende Würdigung seiner Leistung. "Seit ich im Team bin, hat Ferrari alle WM-Titel gewonnen. Vielleicht liegt das ja auch ein bisschen an mir", sagte "Rubinho" vor der Saison. Und wie jedes Jahr kündigte der Familienvater, der mit dem ehemaligen Modell Silvana verheiratet ist, einen Kampf um die WM gegen Schumacher an. Mit 31 Punkten belegt er im WM-Klassement allerdings nur den siebten Rang. In 211 Formel-1-Rennen feierte Barrichello gerade mal neun Siege - zu wenig für einen, der Weltmeister werden will.

Schumachers "Wasserträger" müsste bei BAR-Honda wohl finanzielle Einbußen hinnehmen. Bei Ferrari ist er mit einer Jahresgage von zehn Mill. Euro, von Spöttern auch als "Schmerzensgeld" bezeichnet, die Nummer drei der Geldrangliste hinter den Schumacher-Brüdern Michael (35 Millionen) und Ralf (14 Mill. bei Toyota).

© SID

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