Motorsport
Mercedes und Renault sticheln in Schanghai

Pünktlich zum Formel-1-Finale in Schanghai versuchen Mercedes und Renault mittels kleiner Sticheleien die Jagd auf den Konstrukteurs-WM-Titel zu eröffnen. Indes kündigte Michael Schumacher Großes für 2006 an.

Während sich Mclaren-Mercedes und Renault vor dem Formel-1-Finale in Schanghai mit kleinen Sticheleien die Zeit bis zur Entscheidung im Kampf um die Konstrukteurskrone vertreiben, kündigt der entthronte Weltmeister Michael Schumacher für die kommende Saison sein Comeback an. "Wir sind von Position eins auf drei zurückgefallen, warum soll es nicht wieder andersrum gehen? Wir sind supermotiviert und wollen wieder ganz nach oben", erklärte der Ferrari-Pilot vor dem Großen Preis von China am Sonntag (8.00 Mesz/RTL und Premiere live).

In den einheimischen Medien dreht sich vor dem letzten Lauf der bisher längsten Saison in der Formel-1-Geschichte zwar alles um Schumacher, aber sportlich birgt nur noch der Duell um den Marken-Titel richtig Zündstoff. "Mercedes hat zwar ein schnelles Auto, aber es ist nicht zuverlässig genug", behauptete Weltmeister Fernando Alonso (Spanien). Renault geht mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf Mercedes ins Rennen auf dem futuristischen Kurs und bringt zudem eine neue Motor-Ausbaustufe mit nach China.

Montoya: "Natürlich holen wir den Titel"

Mercedes baut dagegen auf ganz viel Gefühl, um seinen zweiten Marken-Titel mit Mclaren nach 1998 zu gewinnen. "Ich habe hier in China eine Fußmassage machen lassen. Das war toll", schwärmte Juan Montoya (Kolumbien) mit einem seligen Lächeln: "Natürlich holen wir den Titel."

Es geht um acht Mill. Euro mehr oder weniger, viel Prestige und den ersten Platz in der Boxengasse im nächsten Jahr. "Wir holen die zwei Punkte mehr, die wir brauchen. Das wäre der Lohn für eine Saison, die wir seit Mai dominieren", meint Sportchef Norbert Haug mit Blick auf sechs Mercedes-Siege in Folge.

Michael Schumacher möchte lieber keinen Tipp abgeben, wer am Sonntag die große Party auf der für 300 Mill. Euro in den Sumpf gebauten Strecke feiert. Der 36-Jährige ist einfach froh, dass die verpatzte Saison endlich zuende ist.

"Es gibt für uns ja momentan keine Chance auf Besserung. Es war halt ein Jahr mit mehr Tiefen als Höhen", bilanzierte der siebenmalige Weltmeister: "Wir waren einfach nicht schnell genug, und das lag sowohl an uns als auch an unseren Partnern." Obwohl es frustrierend sei, keine Siegchance zu haben, seien es gerade auch die Niederlagen, die sein Leben interessant machen.

Kein Schumacher-Rücktritt nach Schanghai

Die Entscheidung über die Fortsetzung seiner Karriere will Schumacher wie hundertfach angekündigt im nächsten Jahr treffen: "Das ist alles schon in meinem Köpfchen drin." Der von den Zeitungen in Schanghai kolportierte Rücktritt unmittelbar nach dem Rennen am Sonntag ist jedenfalls ein Märchen.

Immerhin haben die Gerüchte mehr als 100 000 Chinesen dazu gebracht, ein Ticket für eine Sportart zu kaufen, die im Reich der Mitte noch weitgehend unbekannt ist. Dominierendes Thema in der 15-Millionen-Metropole Schanghai am Donnerstag war neben dem zweiten bemannten Raumflug von chinesischen "Taikonauten" vor allem die knappe 0:1-Niederlage der Fußballer gegen Deutschland.

© SID

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