Michael Schumacher ausgeschieden
Spa: Räikkönen vertagt Titelentscheidung

Der Finne Kimi Räikkönen hat die Titel-Entscheidung in der Formel-1-WM 2005 vertagt. Der Mclaren-Mercedes-Pilot gewann den Großen Preis von Belgien in Spa und wehrte damit den Matchball von WM-Spitzenreiter Fernando Alonso eindrucksvoll ab. Der Spanier, der zum vorzeitigen WM-Triumph vier Punkte mehr als Räikkönen hätte holen müssen, belegte im Renault den zweiten Platz. Alonso profitierte allerdings vom Pech der "Silberpfeile", denn nur drei Runden vor Schluss schied Räikkönens Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) nach einer Kollision mit Nick Heidfelds Ersatzmann Antonio Pizzonia (Brasilien) im BMW-Williams an zweiter Position fahrend aus - damit war der Traum vom "silbernen" Doppelerfolg geplatzt.

Räikkönen: "Wir werden weiterkämpfen"

"Solange es noch möglich ist, werden wir weiterkämpfen. Aber wenn Fernando direkt hinter uns ins Ziel kommt, ist alles vorbei. Dann können wir ihn nicht mehr einholen", erklärte Räikkönen. Der Finne verließ das verregnete Spa am Abend mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Der Ausfall von Juan Pablo ist sehr schade für das ganze Team, denn es war ein perfektes Rennen bis dahin."

Das sah Mercedes-Sportchef Norbert Haug genauso: "Das war ein Super-Rennen ohne Fehler vom ganzen Team. Pizzonia hat leider den Doppelsieg verhindert." Auch Alonso gestand: "Ich hatte wieder ein bisschen Hilfe von Mclaren-Mercedes, deshalb habe ich hier noch zwei Punkte mehr geholt. Das ist zwar nicht so entscheidend, aber es ist immer besser, Zweiter zu werden als Dritter."

In der WM-Wertung verkürzte Räikkönen bei drei ausstehenden Rennen, in denen maximal 30 Punkte vergeben werden, den Rückstand auf den weiter führenden Alonso nur um zwei Zähler auf 25 Punkte. Sollte der 24-jährige Spanier jedoch beim nächsten Rennen am 25. September in Brasilien Dritter werden, stünde er in jedem Fall als jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte fest - unabhängig von Räikkönens Platzierung.

Schumacher-Aus in Runde 14

Für Rekord-Weltmeister Schumacher war das Rennen auf seiner Lieblingsstrecke in der 14. Runde beendet, als der Japaner Takuma Sato im BAR-Honda beim Anbremsen der langsamen Haarnadelkurve La Source ins Heck des Ferrari rutschte. Beide Piloten schieden aus, Schumacher zeigte Sato noch am Auto stehend mit einer abfälligen Geste deutlich, wem er die Schuld an dem Unfall gab.

"Ich habe mich auf einen Jordan vor mir konzentriert - da hat es plötzlich rumms gemacht. Ich habe da ganz normal gebremst, doch Sato hat offenbar andere Grenzen", sagte Schumacher. Auf die Frage, was er dem Japaner in seinem Ärger dann unmittelbar nach dem Crash erzählt habe, meinte der der Weltmeister: "Lieber nicht, denn es schauen ja auch Kinder zu."

Ferrari verzockt sich im Reifenpoker

Zum Zeitpunkt des Unfalls lag der sechsmalige Spa-Triumphator Schumacher auf Rang 10, nachdem er während einer Safety-Car-Phase zweimal zum Tanken und Reifenwechseln in der Box war. Er hatte sich im Reifenpoker verzockt, setzte erst auf Rillenreifen und dann auf Intermediates. Schumacher rechtfertige diese Entscheidung: "Wir waren zu langsam, die Spitze ist uns anfangs davongefahren. Die einzige Chance wäre wechselnde Bedingungen gewesen.

Nötig gemacht hatte den Einsatz des Safety Cars in der elften Runde ein schwerer Unfall des Italieners Giancarlo Fisichella, der mit seinem Renault in der berüchtigten Eau-Rouge-Kurve von der Strecke gerutscht, aber unverletzt geblieben war.

Michael Schumacher bekräftigte vor dem Rennen in Spa, wo 1991 seine einzigartige Karriere begann und er ein Jahr später seinen ersten GP-Sieg feierte, dass er den WM-Titel in der nächsten Saison unbedingt zurückholen will. "Die Situation jetzt ist doch eine wahnsinnige Herausforderung. In der Vergangenheit haben es kaum Teams geschafft, nach einem schwachen Jahr direkt zurückzukommen. Genau das wollen wir aber! Wir wollen den Titel unbedingt zurück", sagte der siebenmalige Weltmeister. Dass er unbedingt mit einem Titel abtreten wolle, wies er zurück. "Formel 1 ist ein Sport, da kann man keine Titel planen. Ich kann keinem versprechen, dass ich noch mal Weltmeister werde", sagt Schumacher.

Fahrrad-Unfall stoppt Heidfeld-Comeback

Das Comeback von Pechvogel Nick Heidfeld steht derweil weiter in den Sternen. Der BMW-Williams-Pilot, der nach einem schweren Testunfall am 26. August wegen einer Gehirnerschütterung in Monza und auch in Spa pausierte, erlitt am Samstagabend bei einem Fahrradunfall einen Riss des rechten Schulterblattes, eine Verstauchung eines Fingers sowie mehrere Schürfwunden.

Heidfeld kollidierte beim Training in Stäfa in der Schweiz mit einem Motorradfahrer. Der Mönchengladbacher wollte eigentlich nur seine körperliche Fitness überprüfen, um festzustellen, ob er am Donnerstag bei Formel-1-Tests im englischen Silverstone hätte ins Cockpit zurückkehren können.

Der Zusammenstoß mit dem Motorradfahrer sei seine eigene Schuld gewesen, ließ Heidfeld über seinen Manager Werner Heinz ausrichten: "Ich kollidierte aufgrund einer Unachtsamkeit meinerseits mit einem Motorrad."

© SID

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