Motorsport
Michael Schumacher: "Wir sind nicht gut genug"

Michael Schumacher hat nach dem Silverstone-Rennen nicht nur den Titel aus den Augen verloren, sondern musste auch eingestehen, das Team sei einfach "nicht gut genug". Dagegen bläst Mercedes zur Attacke in Hockenheim.

Das "Heimspiel" in zwei Wochen ließ Michael Schumacher nach dem Grand Prix von Silverstone auch nicht fröhlicher stimmen. Der Blick leer, das Lächeln gequält, der Abgang still und leise: Selbst der Dauer-Optimist aus dem Ferrari-Lager glaubt vor dem Rennen in Hockenheim (24. Juli) nicht mehr an ein Formel-1-Wunder. "Wir arbeiten schon bis an unsere Grenzen, aber wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht gut genug sind", sagte Schumacher nach dem 6. Platz in Silverstone.

Kaum mehr Hoffnungen auf den WM-Titel

Nach Wochen der Durchhalteparolen hat Schumacher die Hoffnung auf den Gewinn des achten WM-Titels offenbar aufgegeben. "Der Titel ist weit, weit weg. Wenn man sich Magny-Cours und jetzt Silverstone anschaut, muss man klar sagen, dass wir uns rückwärts entwickelt haben", sagte der 36-Jährige, bevor er sich bitter enttäuscht gemeinsam mit Ehefrau Corinna aus dem Staub machte.

Brawn: "Waren nicht schnell genug"

Auch Ross Brawn hakt die Titel ab: "Es hat an allen Enden gefehlt. Wir waren schlichtweg nicht schnell genug", meinte der Ferrari-Technikchef kleinlaut. Im Titelkampf mit Spitzenreiter Fernando Alonso und dem WM-Zweiten Kimi Räikkönen sind Schumacher die Rivalen davongefahren. Selbst den heimischen Fans wollte er für den Großen Preis von Deutschland keinen Mut machen. "Versprechungen können wir uns in dieser Situation sparen", sagte der siebenmalige Weltmeister.

Ganz anders war die Stimmung nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle bei Mclaren-Mercedes. Der erste Saisonsieg des Kolumbianers Juan Pablo Montoya und die erneute Aufholjagd von Räikkönen von Startplatz zwölf auf Rang drei geben den Silberpfeilen weiteren Schwung.

"Kimi hat trotz der schlechten Ausgangslage nur zwei WM-Punkte auf Alonso verloren. Wir sind weiter im Titelrennen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug und versprach vor dem nächsten Showdown in Hockenheim: "Dort greifen wir wieder an. Das wird ein großes Fest."

"Iceman" weiter zuversichtlich

Auch "Iceman" Räikkönen ist zuversichtlich. "Ich werde immer weiter attackieren. Ohne meinen Motorschaden im Training hätte Fernando doch keine Chance gehabt", meinte der Finne. Renault-Pilot Alonso ließen die forschen Töne bei 26 Punkten Vorsprung auf Räikkönen aber kalt. "Dafür, dass wir in Silverstone eigentlich immer Probleme hatten, war der zweite Platz eine positive Überraschung. In den nächsten Rennen werden wir wieder viel, viel stärker sein", konterte der Spanier.

"Mclaren ist schnell, wir sind es auch. In Hockenheim geht die Show weiter", meinte Renault-Teamchef Flavio Briatore. Von Michael Schumacher war da schon keine Rede mehr: "Für ihn und Ferrari ist der WM-Zug abgefahren."

© SID

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