Motorsport
Michelin-Teams sehen ihre Entscheidung bestätigt

Die sieben Michelin-Teams haben sich nach ihrem Freispruch in der Reifen-Affäre von Indianapolis zufrieden gezeigt. "Unsere Entscheidung, nicht zu starten, hat sich als richtig erwiesen", sagte Flavio Briatore.

Nach dem endgültigen Freispruch durch den Automobil-Weltverband FIA sehen sich die sieben Michelin-Teams in ihrem Vorgehen beim Skandal-Rennen der Formel 1 in Indianapolis bestätigt. "Unsere Entscheidung, in Indianapolis nicht zu starten, hat sich als richtig erwiesen. Ich bin glücklich und finde, wir haben einen guten Job gemacht", erklärte Renault-Teamchef Flavio Briatore und stichelte noch ein letztes Mal: "Die FIA hat wohl endlich verstanden, dass es ein Problem von Michelin und nicht von uns war."

Mansell befürchtet Imageschaden

Obwohl die oberste Motorsport-Behörde mit der Aufhebung der Schuldsprüche gegen die Teams wie erwartet der Empfehlung des FIA-Senates vom 14. Juli folgte, sieht der frühere Weltmeister Nigel Mansell durch den "Indy-Skandal" allerdings einen großen Imageschaden für die Formel 1. "Es hätte auf jeden Fall ein reguläres Rennen stattfinden müssen. Die Zuschauer waren die Leidtragenden, das ist peinlich und schlimm. Das ist nicht mehr meine Formel 1", lamentierte der Brite, der in Indianapolis den Aufbau einer entschärfenden Schikane gefordert hatte.

Bei FIA-Präsident Max Mosley ("Die Rennställe konnten das Startverbot durch Michelin beweisen") blieb ein bitterer Nachgeschmack. "Besonders ärgerlich war, dass die Teams alle machbaren Alternativen abgelehnt haben. Es gab die Möglichkeit, in jeder Runde langsam durch die Boxengasse zu fahren." Allerdings wäre Mosley bei einem Zwischenfall haftbar gewesen. "Jedes Gericht in den USA hätte mich bei einem Versicherungsfall persönlich verantwortlich gemacht", meinte der 65-jährige Engländer, der die Regeldiskussionen zwischen dem Weltverband und den Teams als "produktiv" bezeichnet.

Ron Dennis hat "großen Anteil" an Einigung

Briatore, dessen Top-Pilot Fernando Alonso gegen Mclaren-Mercedes-Fahrer Kimi Räikkönen um die WM-Krone kämpft, schrieb den unter Umständen wegweisenden Punktsieg der Teams gegen die FIA besonders Mclaren-Boss Ron Dennis zu: "Ron hat großen Anteil an dem Ergebnis. Er hat mit Mosley diskutiert und dafür gesorgt, dass unsere Unschuld bewiesen wurde." Beim US-Grand-Prix am 19. Juni in Indianapolis, bei dem Weltmeister Michael Schumacher seinen bislang einzigen Saisonsieg gefeiert hatte, waren neben Ferrari nur noch die weiteren Bridgestone-Rennställe Minardi und Jordan-Toyota an den Start gegangen.

Dennis hatte zusammen mit Red-Bull-Sportchef Christian Horner ("In Indy waren alle Verlierer") bei der Anhörung vor mehr als einer Woche in Monte Carlo durch den FIA-Senat neue Beweismittel vorgelegt, um die Sicherheitsbedenken der sieben Michelin-Team zu belegen. "Es war unter anderem eine Kombination neuer Dokumente, die wir präsentieren konnten", berichtete der Brite. Zuvor hatte die oberste Motorsport-Behörde die Rennställe BAR-Honda, BMW-Williams, Mclaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Sauber und Toyota, die in "Indy" wegen Sicherheitsbedenken auf Anraten des Reifen-Herstellers nicht gestartet waren, in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Minardi-Chef begrüßt Freispruch für Konkurrenz

Selbst Minardi-Teamchef Paul Stoddart, der vom Rückzug der Michelin-Rennställe "profitiert" hatte, begrüßte den "Freispruch" der Konkurrenz. "Das ist gut für die Formel 1, die sportliche Seite muss immer im Mittelpunkt stehen." Dagegen wollten sich die Ferrari-Verantwortlichen um Teamchef Jean Todt ("Wir waren nicht involviert") nicht zur Aufhebung der Schuldsprüche äußern.

Michelin hat inzwischen sämtlichen "Indy"-Besuchern das Eintrittsgeld zurückerstattet. Zudem kauften die Franzosen für das Rennen im kommenden Jahr 20 000 Tickets, die unter den Fans verteilt werden sollen. Allerdings scheint die Ausrichtung des Großen Preises der USA gefährdet.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%