Motorsport 24-Stunden-Rennen
Audi hofft in Le Mans auf den zweiten Streich

Um 15 Uhr fällt heute der Startschuss zu den legendären 24 Stunden von Le Mans. Titelverteidiger Audi will mit seinem Dieselmotor den Vorjahres-Coup wiederholen, doch auch Lokalmatador Peugeot rechnet sich Chancen aus.

Die Erinnerungen an das Vorjahr sind bei Audi noch immer frisch. Der erster Sieg mit einem Dieselmotor bei den 24 Stunden von Le Mans bedeutete Automobil-Geschichte, die nun beim Langstreckenrennen an der Sarthe wiederholt werden soll. Doch Lokalmatador Peugeot will die Pläne der Ingolstädter bei der 75. Auflage des Klassikers am Wochenende (Start heute um 15.00 Uhr/live bei Premiere und im DSF) gleich bei seinem ersten Start mit einem Dieselmotor durchkreuzen.

"Peugeot ist ein neuer starker Gegner, der alles, was er bisher im Motorsport gemacht hat, sehr professionell und erfolgreich umgesetzt und in Le Mans schon zweimal gewonnen hat. Unser Ziel ist dennoch klar: Wir möchten den siebten Le-Mans-Sieg holen", stellt Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich klar.

Über 200 000 Zuschauer erwartet

Dass es auf ein Duell der Diesel-Giganten vor mehr als 200 000 Zuschauern hinausläuft, zeigte sich bereits beim einzig möglichen Test Anfang Juni auf dem legendären Kurs, als die Lokalmatadoren Sebastien Bourdais und Stephane Sarrazin, die im 908 HDI noch vom Portugiesen Pedro Lamy unterstützt wurden, eine Fabelzeit von 3:26, 707 Minuten fuhren und damit 1,570 Sekunden schneller als die Titelverteidiger Frank Biela/Emanuele Pirro/Marco Werner (Neuss/Italien/Ermatingen) im Audi R10 TDI (3:28,277) waren.

Titelverteidiger Audi, erstmals seit dem Dreifachsieg von 2002 wieder mit drei Autos am Start, erwarten einen harten Konkurrenzkampf mit Peugeot, der mit zwei Autos beim Heimrennen antritt. "Wir sind als letztjährige Gewinner sicherlich einer der Favoriten. Ich denke aber, wir werden in diesem Jahr ein sehr hartes Rennen sehen. Mit Peugeot haben wir einen großen Gegner bekommen", sagt Marco Werner.

Biela steckt die Ziele hoch

Auch Frank Biela geht von einem engen Kampf mit den Franzosen aus: "Natürlich geht man mit ganz hohen Erwartungen an so ein Rennen heran, vor allem mit unserer Vorgeschichte: Audi, Biela, Pirro, Werner - bei solchen Namen können die Ziele nur sehr hochgesteckt sein. Aber wir wissen alle, dass es alles andere als einfach ist, einen Le-Mans-Sieg nach Hause zu bringen."

Vorteil der Ingolstädter mit der imposanten Bilanz von sechs Siegen bei acht Starts dürfte der Erfahrungsvorsprung aus dem Vorjahr sein, als man Peugeot ein Schnippchen schlug. Eigentlich wollten die "Löwen" bei der diesjährigen Jubiläumsauflage des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt für den ersten Diesel-Triumph sorgen, doch Audi kam ihnen 2006 zuvor.

Jacques Villeneuve will das "große Triple"

Nun soll es dennoch eine Premiere bei Peugeot kommen. Zum hochkarätigen Fahreraufgebot gehört der Formel-1-Weltmeister von 1997, Jacques Villeneuve, der einen besonderen Coup landen möchte. Der 36-Jährige könnte nach dem legendären Briten Graham Hill als zweiter Fahrer in der knapp 100-jährige Motorsport-Geschichte das "große Triple" Formel-1-WM, 500 Meilen von Indianapolis und 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Als Erster hätte er außerdem noch den Sieg in der US-Cart-Serie vorzuweisen.

Für einen weiteren Rekord könnte Audi-Pilot Tom Kristensen sorgen. Der Däne, der knapp zwei Monate nach seinem schweren Unfall zum Saisonauftakt in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) am 22. April in Hockenheim ins Rennauto zurückkehrt, will bei seinem Comeback seinen insgesamt achten Le-Mans-Sieg einfahren. Damit würde der 39-Jährige die von ihm gehaltene Bestmarke von sieben Erfolgen beim Klassiker weiter ausbauen. "Ich fühle mich wieder fit", sagte Kristensen jüngst, nachdem ihm die Ärzte die Freigabe für Le Mans erteilt hatten.

© SID

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