Motorsport 24-Stunden-Rennen
Audis Diesel-Renner soll in Le Mans triumphieren

Mit dem neuen Sportwagen R10 will Audi wieder einmal Motorsport-Geschichte schreiben. Als erster Hersteller wollen die Ingolstädter mit einem Diesel-Renner die legendären 24 Stunden von Le Mans gewinnen.

Für die Präsentation hätte es kaum eine bessere Location geben können: Mit einer spektakulären Runde um den Eiffelturm hat der Automobil-Konzern Audi am Dienstag in Paris sein neuestes Projekt vorgestellt. Mit dem neuen Sportwagen R10 wollen die Ingolstädter wieder einmal Motorsport-Geschichte schreiben und als erster Hersteller mit einem Diesel-Renner die legendären 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Der Däne Tom Kristensen, Rekordhalter mit sieben Siegen an der Sarthe, stellte den mehr als 650 PS starken Boliden am Dienstag der Öffentlichkeit vor.

"Sie kennen alle unseren Slogan: Vorsprung durch Technik. Das gilt für die Serie genauso wie für den Motorsport, die bei uns Hand in Hand gehen", sagte Audi-Vorstandschef Martin Winterkorn vor rund 300 Medienvertretern in Paris: "Wir wissen, dass sich auch andere Hersteller mit Dieselprojekten beschäftigen. Aber wir werden im nächsten Jahr die Ersten in der 74-jährigen Le-Mans-Geschichte sein, die um den Gesamtsieg fahren." Peugeot wird mit seinem Dieselrenner erst 2007 antreten.

"Größte Herausforderung für Audi Sport"

"Das R10-Projekt ist die größte Herausforderung, die je an Audi Sport gestellt wurde", sagte Motorsportchef Wolfgang Ullrich: "Die TDI-Technologie wurde im Rennsport bisher noch nicht an ihre Grenzen getrieben. Wir sind die ersten, die sich damit beschäftigen, entsprechend hoch ist das Anforderungsprofil. Wir haben die Chance, uns in die Geschichtsbücher des Motorsports und der Diesel-Technologie einzutragen."

Der R10 ist der Nachfolger des erfolgreichen R8, mit dem Audi in den letzten sechs Jahren den Langstrecken-Klassiker in Le Mans fünfmal gewonnen hat. Einmal ließen die Ingolstädter der Konzernschwester Bentley den Vortritt. Kristensen sorgte dabei gemeinsam mit dem Neusser Frank Biela und dem Italiener Emanule Pirro für einen weiteren Rekord, als sie zwischen 2000 und 2002 als erstes Fahrer-Team dreimal in Folge in gleicher Besetzung siegten. Biela hatte die Ehre, Ende November in Misano die Jungfernfahrt mit dem neuen Auto zu absolvieren.

Erster Renneinsatz im März 2006

Der erste Renneinsatz für zwei neue R10 wird am 18. März 2006 bei den zwölf Stunden von Sebring sein, die Audi seit 2000 immer gewonnen haben. Der Saisonhöhepunkt in Le Mans steht dann am 17./18. Juni 2006 auf dem Programm - ebenfalls mit zwei Autos. Als Fahrer steht bislang nur Kristensen fest, fünf weitere werden spätestens drei Wochen vor Sebring benannt.

"Le Mans ist das härteste Rennen der Welt. Man fährt dabei eine komplette Formel-1-Saison", sagte Ullrich und stellte noch einmal heraus, was sich Audi vom TDI verspricht: "Dieselmotoren bieten mehr Leistung und Drehmoment bei weniger Verbrauch." Der 5,5 Liter große Motor ist komplett aus Aluminium gefertigt und verfügt mit mehr als 1 100 Newtonmetern Drehmoment sogar über bessere Leistungsdaten als der R8, der in insgesamt 77 Rennen 61 Siege einfuhr. Erfahrungen aus dem Rennsport sollen auch in die Serienentwicklung einfließen. "Das Le Mans-Projekt wird unseren Technikern helfen, noch mehr aus der TDI-Technologie herauszuholen. Jeder zweite Audi wird bereits heute mit TDI-Motor ausgeliefert. Wir gehen davon aus, dass der Anteil der Dieselmotoren in Zukunft noch größer wird", sagte Martin Winterkorn.

© SID

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