Motorsport 24-Stunden-Rennen
Le-Mans-Triumphator Audi nicht in die Formel 1

Nach dem historischen Premierensieg für ein Diesel-Fahrzeug in Le Mans war die Freude beim siegreichen Audi-Team zwar groß, dennoch schloss man auf Seiten der Ingolstädter den Einstieg in die Formel 1 als letzte große Herausforderung aus: "Die Formel 1 ist zu weit weg von der Straßen-Technologie und hat kaum etwas mit dem zu tun, was in die Serie einfließt", sagte Sportchef Wolfgang Ullrich in einem Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

BMW ist seit dieser Saison mit eigenem Team am Start, und Mercedes hält 40 Prozent am Mclaren-Rennstall. Für Ullrich ist das Abenteuer aber zu riskant. "Erstmal müsste man ein Budget auf die Beine stellen, und das wäre viel zu hoch. Die Formel 1 ist für uns einfach zu teuer", meinte Ullrich.

Hartnäckige Gerüchte, nach denen es ein gemeinsames Projekt mit dem Wolfsburger Mutterkonzern unter dem Namen VW-Audi geben könnte, weist Ullrich zurück. Er sei seit 1993 Audi-Sportchef, und in dieser Zeit sei kein Jahr vergangen, in dem Audi nicht mit der Formel 1 in Verbindung gebracht wurde. "Aber mal ganz ehrlich: Wir haben es nie vorgehabt, das entbehrt jeder Grundlage", sagte Ullrich dem sid.

Sechs Erfolge in sieben Jahren

Sechs Erfolge in sieben Jahren - beim Langstreckenklassiker an der Sarthe hat Audi jetzt eigentlich alles erreicht. Der erste Sieg mit einem Diesel-Fahrzeug (R10 TDI) am Sonntag könnte der krönende Abschluss der Sportwagen-Ära sein. Auf der zweiten Spielwiese, der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), haben die Ingolstädter ebenfalls schon Titel gewonnen.

Doch Audi will auch in Zukunft auf die Sport- und Tourenwagen setzen. Zur DTM hat sich der Autokonzern erst vor wenigen Monaten deutlich bekannt und die werksseitige Teilnahme bis einschließlich 2008 verlängert. Schätzungen zufolge investieren die Ingolstädter weit mehr als 100 Mill. Euro in diese beiden Projekte, damit käme man in der Formel 1 nicht über die Runden. Branchen-Primus Toyota steckt pro Saison angeblich 350 Mill. Euro in seinen Rennstall. Dieses Geld könne man besser anlegen, meint Ullrich: "Formel 1 ist Marken-Marketing, Le Mans und die DTM sind jedoch Produktmarketing."

Schumacher-Gastspiel bei Audi nicht ausgeschlossen

Außerdem wehe durch Stars wie Mika Häkkinen und Heinz-Harald Frentzen ein Hauch von Formel 1 durch die DTM. Und was bisher als "Ente" durch den Blätterwald geisterte, könnte laut Ullrich schon bald Wirklichkeit werden: ein Gastspiel von Michael Schumacher im Zeichen der vier Ringe. "Ich schließe einen Wechsel von ihm nicht aus", sagte Ullrich und heizte entsprechende Spekulationen wieder an.

Auch die Finanzierung wäre offenbar kein Problem. Mit einem Augenzwinkern fügte der Audi-Sportchef hinzu: "Das könnte dann ja der Tuning-Millionär machen." Der Tuning-Millionär - das ist der langjährige Audi-DTM-Partner Hans-Jürgen Abt, der Chef von Abt Sportsline in Kempten/Allgäu.

Er könne sich Schumacher in der DTM durchaus vorstellen, sagt Ullrich: "Warum sollte er nicht zwei Jahre noch einen Tourenwagen fahren?" Häkkinen hätte das ja vorgemacht, "und es hat geklappt". Der Audi-Sportchef weist jedoch mit Nachdruck darauf hin, dass es sich beim Thema Schumacher lediglich um eine Vision handele und diesbezüglich "absolut keine Gespräche stattgefunden haben".

© SID

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