Motorsport 24-Stunden-Rennen
Porsche-Team feiert Sieg bei 24-Stunden-Rennen

Das Porsche-Team mit Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Marcel Tiemann hat beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring den dritten Sieg in Serie eingefahren.

Freude bei Porsche, Frust bei Audi: In einem jederzeit spannenden Schlagabtausch hat sich die Sportwagenschmiede aus Weissach im prestigeträchtigen Zweikampf gegen die Ingolstädter beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring knapp durchgesetzt und schon den zehnten Gesamtsieg gefeiert. "Ich bin nicht nur auf das Auto, sondern das gesamte Team sehr, sehr stolz. Es ist einfach traumhaft", sagte Porsche-Sportchef Hartmut Kristen.

Für den erneuten Porsche-Triumph vor der Rekordkulisse von 235. 000 Zuschauern sorgten Timo Bernhard (Dittweiler), Romain Dumas (Frankreich), Marc Lieb (Ludwigsburg) und Marcel Tiemann (Soltau) im von Manthey Racing (Meuspath) eingesetzten und werksunterstützten 911 GT3-RSR.

Dritter Streich in Folge

Das Quartett sorgte zudem für ein Novum, denn noch nie zuvor hat ein Team mit ein und derselben Besetzung dreimal in Folge den Eifelmarathon gewonnen. Für Tiemann war es sogar der vierte Sieg in Serie und der fünfte insgesamt. Damit ist der 35 Jahre alte frühere DTM-Pilot der erfolgreichste Fahrer in der 24-Stunden-Historie am Ring. Außerdem verbesserte das Manthey-Trio den eigenen, 2006 aufgestellten Runden- und Distanzrekord (155 = 3 933,590km).

"Das war eines der härtesten Rennen, das ich je gefahren bin", sagte Rekordhalter Tiemann: "Die Werks-Audi haben unheimlich viel Druck gemacht, deshalb ist dieser Erfolg für das Team und mich sicher der wertvollste."

Dagegen hatte Audi beim ersten 24-Stunden-Einsatz des neuen R8 LMS Pech. In Führung liegend fielen Marc Basseng (Leutenbach), Marcel Fässler (Schweiz), Mike Rockenfeller (Neuwied) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) in der 20. Stunde nach einem Antriebswellenschaden zurück und mussten sich im vom DTM-Team Phoenix Racing (Meuspath) eingesetzten Sportwagen mit Rang sechs zufriedengeben.

Audi rettet Platz zwei

Dafür sprangen die Markenkollegen Christian Abt (Kempten), Jean-Francois Hemroulle (Belgien), Pierre Kaffer (Burgbrohl) und Lucas Luhr (Koblenz) in die Bresche und sicherten mit Platz zwei im Abt-Audi R8 das bisher beste Resultat für die Ingolstädter bei den 24 Stunden am Ring.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich sprach von einem ultimativen Härtetest unter extremen Bedingungen auf der längsten Rennstrecke der Welt: "Wir konnten hier zeigen, dass unser neuer GT3-Sportwagen absolut konkurrenzfähig ist, und wir sind mit allen vier Autos ins Ziel gekommen."

Auf Platz drei vervollständigten Emmanuel Collard (Frankreich), Wolf Henzler (Nürtingen), Richard Lietz (Österreich) und Dirk Werner (Kissenbrück) in einem seriennahen Cup-Auto den Porsche-Erfolg.

Zu den Pechvögeln zählte das Audi-"Legenden"-Team mit Frank Biele/Emanuele Pirro/Hans-Joachim Stuck (Neuss/Italien/Ellmau), die im zweiten Phoenix-R8 ebenso von zahlreichen technischen Problemen gebeutelt wurden wie die Markenkollegen Mattias Ekström/Timo Scheider/Marco Werner (Schweden/Braubach/Dortmund) im Abt-Audi R8. Die beiden Trios kamen deshalb nicht über die Ränge zwölf und 23 hinaus.

Rekordsieger BMW chancenlos

Auch Rekordsieger BMW (18 Gesamtsiege) hatte keine Chance auf einen weiteren Erfolg und fuhr mit den Werksfahrern Andy Priaulx (Großbritannien) und Jörg Müller (Hückelhoven) im M3 lediglich zu Platz drei in der GT4-Klasse.

Dagegen sorgte Luca Ludwig (20), Sohn von Tourenwagen-"König" Klaus Ludwig, mit einem Klassensieg und Gesamtrang zehn unter den 170 gestarteten Teams für eine Überraschung im privat eingesetzten BMW Z4 M-Coupe.

Nach dem Doppelsieg in der Klasse 2008 feierte Volkswagen diesmal sogar zwei Klassensiege: Mit dem benzingetriebenen Scirocco Gt24 und einem erstmals eingesetzten Erdgas-Auto.

© SID

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