Motorsport
Acht Teams kehren der Formel 1 den Rücken

Die Teamvereinigung Fota hat für einen neuen Höhepunkt im Machtkampf mit dem Automobil-Weltverband FIA gesorgt. Nach einer mehrstündigen Sitzung in der Nacht zu Freitag gab die Fota am Freitagmorgen bekannt, dass acht Rennställe die Formel 1 verlassen und eine eigene Rennserie als Konkurrenz zur Formel 1 gründen werden.

HB SILVERSTONE. Unterzeichner der Erklärung waren die Teams BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota. "Diese Teams haben keine Alternative, als sich auf eine neue Meisterschaft vorzubereiten, welche die Werte ihrer Teilnehmer und Partner widerspiegelt", hieß es in einer Mitteilung der Fota. Hintergrund ist ein Streit mit dem Automobil-Weltverband FIA um die freiwillige Budgetobergrenze, die die Teams nicht akzeptieren wollen.

Ziele der neuen Serie sollen demnach transparente Organisation und Regeln sowie stärkere Orientierung an den Wünschen der Fans sein. "Die wichtigsten Fahrer, Stars, Marken, Sponsoren, Promoter und Unternehmen die traditionell mit dem höchsten Level des Motorsports in Verbindung gebracht werden, werden alle in der neuen Serie vertreten sein", teilte die Fota in dem knappen Communique mit.

Die FIA teilte am Freitag mit, man habe die Ankündigung der Fota „zur Kenntnis genommen“. Zugleich warf sie den rebellierenden Rennställen mangelnde Kompromissbereitschaft vor. „ Die FIA ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der Fota, einen Kompromiss im besten Sinne des Sports zu erreichen. Die FIA kann weder ein finanzielles Wettrüsten zulassen noch der Fota erlauben, die Regeln zu diktieren.“ Es sei eindeutig, dass gewisse Teile der Fota im Zuge der Verhandlungen nie die Absicht gehabt hätten, eine Einigung zu erzielen.

Zuvor hatten sich die Fota-Vertreter in der Nähe von Silverstone getroffen, wo am Sonntag der Große Preis von Großbritannien gestartet wird. Die Teams wollten noch einmal über die jüngsten Vorschläge von FIA-Chef Max Mosley beraten. Allerdings war Mosley nicht von seiner Bedingung abgerückt, dass die Teams sich erst vorbehaltlos in die Starterliste für die Formel-1-Saison 2010 eintragen sollten, ehe über eine Lösung des Konflikts um die Budgetobergrenze von 45 Mio. Euro verhandelt werden könne. Darauf ließen sich Ferrari, McLaren - Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Renault nicht ein. Sie zogen ihre Nennung für die WM 2010 formal zurück.

Der Automobil-Weltverband FIA hatte am vergangenen Freitag die 13 Teams für die Formel-1-Saison 2010 bekannt gegeben und den abtrünnigen Rennställen ein Ultimatum bis Freitagabend, 19 Uhr MESZ, gegeben. Bis dahin sollten BMW-Sauber, Brawn, McLaren-Mercedes, Renault und Toyota ihre an die Einschreibung geknüpften Bedingungen zurückzuziehen. Ferrari, Red Bull und Toro Rosso waren von der FIA gegen ihren Willen ohne Bedingungen auf die Liste gesetzt worden.

Williams und Force India wollen neben den drei Neueinsteigern Campos, Usf1 und Manor an einem Start in der kommenden Formel-1-Saison festhalten. Einschreibeschluss ist am Freitagabend um 19 Uhr. Am Samstag soll endgültige Starterliste für das kommende Jahr veröffentlicht werden. Die FIA erklärte am Freitag, dass es bei dieser Deadline für die Einschreibung wie geplant bleiben werde. Somit stehen erst fünf Teams für die Formel-1-WM im kommenden Jahr fest.

Allerdings könnte das Feld mit weiteren Einsteigern aufgefüllt werden. Insgesamt haben sich 15 neue Teams bei der FIA beworben, 12 davon wurden vom Weltverband genauer überprüft, mit insgesamt neun hat es danach Gespräche gegeben. Der Rennwagenbauer Lola hat inzwischen seine Bewerbung zurückgezogen.

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