Motorsport Alms
Audi denkt trotz Sieg in Sebring über Rückzug nach

Der Erfolg in Sebring hatte für Audi einen bitteren Nachgeschmack. Weil das Reglement zu Ungunsten des Ingolstädter Automobilkonzerns geändert wurde, denkt der Seriensieger über einen Ausstieg aus der Alms nach.

Der Ingolstädter Automobilkonzern Audi hat trotz des achten Sieges in Folge bei den zwölf Stunden von Sebring/Florida die Nase voll von der American Le Mans Series (Alms). Am Rande des Erfolges beim ältesten und bedeutendsten Sportwagenrennen Amerikas gab es hinter den Kulissen nämlich Riesen-Ärger um die Einstufung des bisher ungeschlagenen Diesel-Sportwagens R10 TDI.

"Wir werden das Rennen und seinen Verlauf genau analysieren und auswerten. Erst dann entscheiden wir gemeinsam mit dem Vorstand, ob wir unser Engagement in der Alms fortsetzen", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Die beiden Kategorien Lmp1 und Lmp2 sind durch kurzfristige Regeländerungen sehr eng zusammengerückt. Das haben wir befürchtet, und das entspricht unserer Meinung nach nicht dem Geiste des ursprünglichen Reglements."

Kleinerer Tank, frühere Stopps

Der R10, der auch bei seinem neunten Renneinsatz ungeschlagen blieb, musste erstmals mit einem zehn Prozent kleineren Tank (81 statt 90 Liter) an den Start gehen. Deshalb kamen die Audi-Piloten bis zu fünf Runden früher zum Nachtanken an die Box als die Konkurrenz von Honda und Porsche in der kleineren Lmp2-Kategorie, die eigentlich Privatteams vorbehalten ist. Zudem dürfen die Sportwagen in der kleineren Klasse 150kg leichter sein.

Hintergrund der umstrittenen Einstufung ist der Wunsch der Organisatoren, die Langstreckenrennen bis zum Schluss offen zu gestalten. Da Audi in der Lmp1-"Königsklasse" keine ernsthaften Gegner hat, befürchtet man seitens des Veranstalters ohne den künstlichen Eingriff eher langweilige Rennen an der Spitze.

Honda kurz vor der Sensation

Der R10 war in Sebring in der Tat das schnellste Auto im gesamten Feld, Marco Werner (Ermatingen) fuhr damit auch einen Rundenrekord (1:46,634 Minuten). Aber das schnellste Auto aus der Lmp2-Klasse, der Werks-Porsche RS Spyder des amerikanischen Penske-Teams, war nur vier Tausendstelsekunden langsamer.

Ohne die großen technischen Probleme der Konkurrenz hätte Audi die 55. Auflage des Langstreckenklassikers wohl nicht gewonnen. Honda und Porsche hatten zwischenzeitlich mehrmals in Führung gelegen, waren durch Getriebe- und Elektronikprobleme aber immer wieder zurückgeworfen worden.

Die Japaner standen bei ihrem Renndebüt mit dem neuen Acura sogar vor einer Sensation - dem ersten Sebring-Sieg von Honda in der Historie des seit 1952 ausgetragenen Rennens. Aber 80 Minuten vor Rennende stand der neue Sportwagen für sechs Runden in der Box, und so mussten sich die Japaner letztendlich mit dem zweiten Gesamtrang zufrieden geben.

© SID

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