Motorsport
Alonso 2006: Psycho-Attacken und Klagen über Team

Fernando Alonso verteilt nun schon Hiebe und Stiche im eigenen Lager. Raste der Renault-Pilot im vergangenen Jahr noch ohne große Gefechte zu seinem ersten WM-Titel in der Formel 1, gibt sich der bis dato jüngste Weltmeister 2006 viel angriffslustiger.

dpa SUZUKA. Fernando Alonso verteilt nun schon Hiebe und Stiche im eigenen Lager. Raste der Renault-Pilot im vergangenen Jahr noch ohne große Gefechte zu seinem ersten WM-Titel in der Formel 1, gibt sich der bis dato jüngste Weltmeister 2006 viel angriffslustiger.

„Komme nicht mit einem Messer zu einer Schießerei, Michael“, lautete in Anlehnung an den Piraten-Film „Fluch der Karibik“ jüngst sein Tipp an Rekordweltmeister Schumacher. Zu lesen war das auf einem Plakat in seiner Box. Doch Alonso schnitt sich ins eigene Fleisch und wittert nun eine Verschwörung im eigenen Team.

„Es hilft mir nicht“, sagte der Spanier nach den Pannen beim Rennen in China. Die Zeitungen seines Landes schlugen in die gleiche Kerbe. „Alonso hat den Feind im eigenen Lager“, glaubt „Marca“. „AS“ ist überzeugt: „Renault verhindert einen Sieg Alonsos.“ Nach drei Monaten ohne Erfolg - der bis dato letzte Sieg datiert vom 25. Juni in Montréal - und 25 dahingeschmolzenen Punkten Vorsprung zeigt Alonso Nerven.

Lästereien gegenüber Schumacher und Vorwürfe an den Automobilweltverband FIA nach dem Rennen von Monza. Da war Alonso nach einer angeblichen Behinderung von Schumachers Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien) um zehn Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt worden und musste vom 15. Rang zum Großen Preis von Italien starten. Schumacher gewann, Alonso ging der Motor kaputt. Zum zweiten Mal in dieser Saison nach Budapest, die er mit sechs Siegen und drei zweiten Plätzen aus den ersten neun Rennen nahezu optimal begonnen hatte, gab es für ihn eine Nullnummer.

Auch in China, wo er mit Piraten-Bart à la Johnny Depp alias Kapitän Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ aufkreuzte, wetterte der Spanier weiter. Die Formel 1 sei eigentlich kein Sport mehr, sondern eine große Show, wiederholte er seine Kritik von Monza. Es gebe viele, die so denken und fühlen wie er, es aber nicht laut sagen würden.

Das vorzeitige Aus in Budapest, das vorzeitige Aus in Monza, ein Boxenstopp über indiskutable 19 Sekunden in Schanghai - nun meint der Spanier sogar Probleme im eigenen Lager ausgemacht haben. Die „Liebe zu Renault“ war ohnehin schon nach dem WM-Titel erloschen, hatte der künftige Mclaren-Mercedes-Mann zuletzt eingeräumt. Man wolle nicht, dass er mit der „Nummer 1“ zu einem anderen Team gehe und sei nur auf den Konstrukteurs-Titel fokussiert, behauptete Alonso. Vom seinem Team kam postwendend der Treueschwur.

Und auch von Reifenhersteller Michelin erwartet der mit Schumacher vor den letzten beiden Saisonrennen punktgleiche Spanier mehr. Er hoffe, dass sie für Japan bessere Reifen liefern würden. Dann käme er auch auf der Strecke wohl noch schneller in Fahrt.

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