Motorsport
Auch Renault prüft Formel-1-Ausstieg

Die Formel 1 muss nur einen Tag nach dem Ausstieg von Toyota um ein weiteres Team zittern. Renault will noch bis Ende des Jahres die Fortsetzung seines Engagements überprüfen. Das teilte Renault-Vorstand Carlo Ghosn nach einer Sitzung seines Gremiums in Paris mit. "Wir werden vor Ende des Jahres ein Statement zu unserer weiteren Teilnahme an der Formel 1 abgeben", sagte Ghosn.

Renault war vor rund sechs Wochen wegen der Unfall-Affäre 2008 in Singapur für zwei Jahre gesperrt worden, die Strafe wurde allerdings auf Bewährung ausgesetzt. Die größten Erfolge in der Formel 1 feierte Renault 2005 und 2006, als der Spanier Fernando Alonso jeweils Weltmeister wurde.

Renault einer von drei Motorenherstellern

Von einem Ausstieg wäre indirekt auch der WM-Zweite Sebastian Vettel aus Heppenheim betroffen: Vettels Red-Bull-Team wird von den Franzosen mit Motoren versorgt. Neben Renault sind derzeit in der kommenden Saison nur noch Ferrari und Mercedes als Motorenhersteller eingeplant. Renault hat nach dem Abgang von Alonso zu Ferrari für die kommende Saison bislang nur den Polen Robert Kubica unter Vertrag.

Vor rund einem Jahr war bereits der japanische Hersteller Honda im Zuge der Weltwirtschaftskrise aus der Formel 1 ausgestiegen. Mehrere Wochen vor Toyotas Rückzug am Mittwoch hatte zudem das BMW-Sauber-Team seinen Abschied verkündet. Renault hatte nach der Urteilverkündung im Unfall-Skandal im September noch verkündet, in der Formel 1 bleiben zu wollen. Die Negativ-Schlagzeilen rund um den Skandal sowie die hohen Kosten der Serie dürften nun aber zum Umdenken geführt haben.

Der Unfall-Skandal war nicht der erste Aussetzer von Renault in den vergangenen Jahren. In der Spionage-Affäre 2007 ging der Rennstall zwar straffrei aus, stand aber wochenlang in den Schlagzeilen. In dieser Saison sorgte ein Zwischenfall beim Großen Preis von Ungarn für Aufregung, bei dem Fernando Alonso erst eine Radabdeckung und danach das komplette rechte Vorderrad verloren hatte. Dabei hatte das Team offenbar grob fahrlässig gehandelt und seinen Piloten im Wissen der Probleme auf die Piste geschickt.

© SID

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