Motorsport
Außenseiter Vatanen kämpft für die Rechte der Teams

Der Gang durch die Boxengassen wird ihm nicht schwerfallen: Mit Kurven, gleich welcher Art, kennt sich Ari Vatanen gut aus. Seit 1976 nahm er die Kurven so galant, dass es zu einem Rallye-Weltmeisterschaftstitel und vier Rallye-Dakar-Siegen reichte. Nun will der 57-jährige Finne ganz hoch hinaus und die Nachfolge des umstrittenen Fia-Chefs Max Mosley antreten. Seine Devise: "Together we can!"

STOCKHOLM. Der einstige Wüstenfuchs versucht sich als Auto-Obama und will den Altherrenverein Fia von Grund auf reformieren. Er will für Transparenz bei den Entscheidungen sorgen und alte Zöpfe abschneiden. "Wir müssen uns ganz offen mit der Frage auseinandersetzen, ob unsere derzeitige Finanzierungsstrategie die Richtige ist", sagt Vatanen. Es klingt wie eine Drohung. Bislang hat die Fia zwar Millionenverträge im Formel-1-Zirkus abgeschlossen, "doch was haben die Eigentümer der Fia eigentlich davon?", fragt die einstige Rallye-Ikone.

Vatanen trifft mit seiner Kritik auf offene Ohren - zumindest bei den nationalen Automobilklubs. Sie sind die eigentliche Basis der Fia und haben bislang nur wenig profitiert von dem vielen Geld, das die Formel 1 in den vergangenen Jahren dem Automobil-Weltverband eingebracht hat. Zudem betont Vatanen stets die Bedeutung von Mobilität und präsentiert sich als Vertreter auch der ganz gewöhnlichen Autofahrer.

Kein Wunder also, dass der im ostfinnischen Tuupovaara unweit der russischen Grenze geborene Kurventechniker Unterstützung für seine Kandidatur gerade von vielen Autoklubs erfährt. So steht der deutsche ADAC als einer der größten Automobilverbände der Welt hinter dem redegewandten Finnen.

Auch die Fahrergewerkschaft Fota, der viele Formel-1-Fahrer angehören, unterstützt Vatanen. Konfliktlösung heißt eine weitere Baustelle des bisherigen Europaparlamentsabgeordneten: Vatanen will die Formel-1-Teams, die unter Mosleys Regime kurz vor dem Absprung waren, wieder stärker in den Weltverband einbinden. Er werde das Mitspracherecht von Sponsoren und Rennställen deutlich ausbauen, sagt er.

Obwohl Vatanen den Beginn seiner Karriere dem damaligen Rallye-Chef von Peugeot, Jean Todt, verdankt, sind sie heute erbitterte Gegner: Vatanen hat in den vergangenen Wochen Nerven gezeigt und von einem unfairen Wahlkampf gesprochen. Besonders in Rage brachte den Finnen, dass Todts Kampagne zumindest teilweise von Institutionen der Fia finanziert wurde. Der sonst eher ruhige Vatanen drohte gar mit rechtlichen Schritten.

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