Motorsport
Die Formel 1 steckt in der Krise

Mit der Königsklasse des Motorsports ist kein Geld zu verdienen. Nur die Topteams kommen in der Formel 1 finanziell zurecht. Viele Teams kämpfen ums Überleben. Die Lage vor dem Saisonstart am 15. März in Melbourne.
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DüsseldorfMercedes hat 2014 die Konstrukteurswertung der Formel 1 gewonnen. Lewis Hamilton ist Weltmeister, Nico Rosberg Vizeweltmeister geworden. Für das Formel-1-Team von Mercedes lief es sportlich außergewöhnlich gut. Auch in diesem Jahr wird Mercedes die Formel 1 wohl wieder dominieren.

Bei den ersten Tests in Barcelona hielten sich die Silberpfeile zunächst zurück. Doch am letzten Testtag donnerte Nico Rosberg eine solche Fabelzeit auf den Asphalt, dass die meisten Teams nur noch entnervt abwinkten. Die Botschaft war klar: Wer Weltmeister werden will, muss ab dem Saisonstart am 15. März in Melbourne an Mercedes und an Rosberg vorbei.

Doch während es bei Mercedes sportlich kaum besser laufen könnte, spiegeln sich die Erfolge in den Bilanzen nicht unbedingt wider. Mercedes Grand Prix hat 2014 rund 250 Millionen Euro für den Titelgewinn ausgegeben. Eingenommen haben sie: 250 Millionen Euro. Auch für andere Formel-1-Teams ist die Königsklasse des Rennsports wirtschaftlich bestenfalls ein Nullsummenspiel.

Ferrari hat laut motorsport-total.com 351 Millionen Euro in der vergangenen Saison investiert. Eingenommen haben sie lediglich 358 Millionen Euro. Red Bull pumpte 307 Millionen Euro in sein Formel-1-Team. Zurück kamen lediglich 339 Millionen Euro. Bei den kleineren Teams ist die Lage dagegen wesentlich prekärer.

Williams musste einen Verlust von sechs Millionen Euro hinnehmen – und das obwohl es sportlich mit den Fahrern Felipe Massa und Valteri Bottas durchaus erfolgreich verlief. Lotus machte 13 Millionen Euro Verlust, die mittlerweile insolventen Caterham und Marussia meldeten 32 Millionen beziehungsweise 38 Millionen Euro Miese.

Ist die Formel 1 unbezahlbar geworden?

Viele Teams ächzen unter den Neuerungen der Formel 1. Seit der vergangenen Saison werkeln unter den Boliden hochmoderne V6-Hybridturbomotoren mit einem Hubraum von gerade einmal 1,6 Litern. Die Motoren mussten von Grund auf neu entwickelt werden. Wer kein Entwicklungsteam besitzt, muss sich die Motoren von den großen Teams kaufen. Und genau hier liegt ein großes Problem.

Denn während die Antriebsaggregate zu V8-Zeiten die Teams mit einem einstelligen Millionenbetrag belasteten, müssen Sauber, Williams, Lotus & Co. nun bis zu 40 Millionen Dollar für ihre Motoren an Ferrari, Renault oder Mercedes bezahlen. Beim Schweizer Rennstall Sauber verschlangen die Motorenkosten im vergangenen Jahr satte 80 Prozent der Einnahmen, die sie vom Formel-1-Vermarkter CVC erhielten.

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