Motorsport DTM
Audi-Pilot Ekström siegt in Brands Hatch

Im Abt-Audi A4 hat Mattias Ekström am Sonntag seinen ersten Sieg der laufenden DTM-Saison gefeiert. Der Schwede siegte nach 85 Runden auf dem mit 1,973km kürzesten Kurs des Rennkalenders.

Mattias Ekström hat sich im 4. Saisonrennen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) gegen seine Konkurrenz durchgesetzt. Erst ließ die Radaufhängung Tom Kristensen im Stich, danach rutschte Jamie Green über die Wiese: Das Pech der jeweils führenden Fahrerkollegen bescherte dem Schweden im Abt-Audi A4 den ersten Sieg in diesem Jahr.

"Glücksritter" Ekström verwies nach 85 Runden auf der kürzesten Strecke im DTM-Kalender (1,973km) Lokalmatador Green in einer AMG-Mercedes C-Klasse auf Platz zwei. Dritter wurde Bernd Schneider (St. Ingbert) in einem weiteren DTM-Silberpfeil, der damit wieder die Führung in der Gesamtwertung übernahm.

Schneider wieder vorne

Der gebürtige Saarländer, der die ersten beiden Saisonrennen gewonnen hatte, verdrängte mit 30 Punkten den Dänen Tom Kristensen von der Spitze. Der Audi-Pilot, der sich am Vortag im Qualifying die Pole Position gesichert hatte und das Rennen dominierte, musste 16 Runden vor Schluss souverän in Führung liegend wegen einer defekten Radaufhängung aufgeben. Im DTM-Klassement liegt er nun vier Zähler hinter Schneider auf Position zwei (26:30).

"Ich bin vom sechsten Startplatz noch aufs Treppchen gefahren - besser kann es ja kaum laufen", erklärte Schneider. Der viermalige DTM-Champion war angesichts der Cockpit-Temperaturen von fast 60 Grad Celsius erschöpft, aber überglücklich: "Ich wollte nur noch mein Rennen nach Hause fahren, das war sehr hart heute. Doch der dritte Platz ist wie ein Sieg."

Ein Wochenende zum Vergessen erlebten die beiden ehemaligen Formel-1-Stars Mika Häkkinen (Finnland) und Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach). Häkkinen kam nach einer Durchfahrtstrafe im AMG-Mercedes nicht über Rang elf hinaus. Frentzen, der am Vortag einen schweren Trainingsunfall unverletzt überstanden hatte, gab vier Runden vor dem Rennende im offenbar unfahrbaren Audi A4 an Platz 15 fahrend entnervt auf.

Das Audi-Team musste nach Frentzens schwerem Trainingsunfall eine Nachtschicht einlegen. 18 Stunden dauerte es - dann war das Auto des Mönchengladbachers fast neu aufgebaut. Dabei wurden die kompletten Fahrwerksteile auf der linken Seite gewechselt und Karbonschäden akribisch repariert. Zudem erhielt das Auto einen Rundumsatz neuer Karosserieteile.

Auch das Triebwerk des A4 wurde sorgfältig gecheckt. Um 9.00 Uhr am Sonntagmorgen lief der Motor wieder. "Die Jungs haben ganz fantastisch gearbeitet. Es war toll zu sehen, wie hier jeder jedem geholfen hat", sagte Frentzen, der mit Startplatz drei sein bestes Qualifying-Resultat für Audi erzielt hatte. Doch die ganze Arbeit half nicht, die Schäden am Auto waren wohl zu schwerwiegend.

Häkkinens Abflug

Auch Frentzens früherer Formel-1-Kollege Mika Häkkinen war ausgangs der letzten Kurve vor Start-Ziel nach links aufs Gras gekommen. Er drehte sich dabei und prallte anschließend in die Boxenmauer. Wie Frentzen überstand auch der zweimalige Formel-1-Weltmeister aus Finnland den Abflug unverletzt.

Trotz aller Kritik soll Brands Hatch im DTM-Kalender bleiben. "Ich habe mit der Strecke bezüglich der Sicherheit kein Problem, sondern eher damit, dass hier nicht überholt werden kann. Daran wollen wir für die Zukunft mit dem Veranstalter arbeiten", sagte DTM-Boss Hans Werner Aufrecht dem sid.

© SID

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