Motorsport DTM
Audi träumt von Villeneuve und Montoya

Die beiden ehemaligen Formel-1-Fahrer Jacques Villeneuve und Juan Pablo Montoya sollen in der DTM-Saison 2007 zu Audi gelockt werden. "Das wäre natürlich eine Bereicherung", so Audi-Kommunikationsdirektor Jürgen Pippig.

Nach dem Willen von Audi soll die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) in der kommenden Saison in neuem Glanz erstrahlen. Auf dem Wunschzettel der Ingolstädter stehen wenige Tage vor Weihnachten zwei Namen ganz oben: Jacques Villeneuve (Kanada) und Juan Pablo Montoya (Montoya). Nach dem Flop mit Heinz-Harald Frentzen sucht Audi für die Saison 2007 noch einen Superstar, um dem Erzrivalen Mercedes den Titel wieder abzujagen.

Nachdem der Traum von einer Verpflichtung Michael Schumachers schnell geplatzt war, will Audi in der DTM mit einer Mischung aus Jung und Alt den Ton angeben. "Villeneuve und Montoya - das wäre natürlich eine Bereicherung für die Serie", sagte Jürgen Pippig, Kommunikationsdirektor Motorsport bei Audi, dem sid.

Allerdings wären die beiden ausgemusterten Formel-1-Stars nicht billig. Die Gage dürfte vermutlich bei rund acht Mill. Dollar liegen. Außerdem will Montoya nach dem Abschied von Mclaren-Mercedes sein Glück zunächst in der US-Nascar-Serie suchen. Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich gibt die Hoffnung nicht auf: "Keine Frage, große Namen tun der DTM gut. Wir diskutieren intensiv darüber. In meinem Notizbuch stehen die Rufnummern einiger Stars."

Warnendes Beispiel Frentzen

Einziger Superstar der DTM ist derzeit Mika Häkkinen. Ob der zweimalige Formel-1-Weltmeister aus Finnland aber auch 2007 für Mercedes an den Start geht, ist noch nicht entschieden. Deshalb bemüht sich Audi ebenfalls um einen weiteren großen Namen.

Warum eine Verpflichtung nicht so einfach ist, erläutert Pippig: "Viele Stars kneifen, weil sie wissen, was bei uns auf sie zukommt. Die Trauben hängen in der DTM sehr hoch, und bekannte Rennfahrer wie Villeneuve oder Montoya wollen natürlich nicht schlecht aussehen." Warnendes Beispiel ist Frentzen, der kein einziges Rennen in seiner DTM-Zeit gewinnen konnte.

Ähnlich beurteilt Ullrich die Situation. Audi sei Superstars gegenüber immer sehr aufgeschlossen gewesen, betont der Sportchef, aber das Spiel funktioniere nur dann, wenn sie auch Top-Leistung bringen würden: "Das Niveau in der DTM ist extrem hoch. Und die jungen Wilden haben wir ja schon unter Vertrag."

Audi hatte sich erst vor wenigen Tagen die Talente Lucas Luhr (27) und Mike Rockenfeller (23) geangelt. Die beiden verstärken in der kommenden Saison nicht nur in der DTM den Fahrerkader, sondern sie sollen auch bei Sportwagen-Einsätzen mit dem revolutionären Diesel-Sportwagen Audi R10 TDI Erfahrungen sammeln.

1 000 Stunden DTM

Laut Pippig seien die Anforderungen an einen Rennfahrer heute extrem vielfältig. "Zu fast 50 Prozent bekommen die Stars ihr Geld auch für ihre PR-Arbeit und den PR-Wert, den sie darstellen." Die DTM biete nicht nur professionellen Automobilsport auf höchstem sportlichem Niveau, sie sei auch eine ganz hervorragende mediale Plattform. Pippig: "Wir hatten 2006 TV in 72 Ländern; insgesamt wurden mehr als 1 000 Stunden DTM im Fersehen gezeigt."

Die DTM sei längst auch ein hervorragendes Beispiel für Event- und Sportmarketing, sagt Pippig. Gleichzeitig sei diese Rennserie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, in dem viele Mill. Euro umgesetzt werden: "Dort finden zudem mehrere tausend Menschen - direkt und indirekt - attraktive Arbeitsplätze."

© SID

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