Motorsport DTM: Audi will "Stars aufbauen", nicht verpflichten

Motorsport DTM
Audi will "Stars aufbauen", nicht verpflichten

Ein Engagement von Ralf Schumacher beim DTM-Team Audi wird immer unwahrscheinlicher. Die Ingolstädter wollen auf ihre Stammfahrer setzen und keine Stars ins Team holen.

Ralf Schumacher hängt noch in der Warteschleife, und trotzdem sorgt er in der DTM Deutsche Tourenwagen Masters für reichlich Unruhe. Audi setzt im Gegensatz zum Rivalen Mercedes nicht auf Stars und kritisiert die Personalpolitik der Stuttgarter. "Bei uns stehen der Sport, die technischen Inhalte und das Produkt A4 im Vordergrund. Möglicherweise haben wir damit eine andere Philosophie als andere", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid) und stichelt gegen die "Silberpfeile": "Für Schlagzeilen allein gibt es keine Punkte."

Die Ingolstädter sind davon überzeugt, in diesem Jahr auch ohne einen Superstar wie Schumacher gut über die Runden zu kommen. Angst, in der Publikumsgunst klar im Schatten von Mercedes zu stehen, hat bei Audi niemand. Der in der Formel 1 ausgemusterte Ralf Schumacher sei seinem Team auch nicht vor der Nase weggeschnappt worden, meint Ullrich und wehrt sich gegen entsprechende Unterstellungen.

Es gab "weder Gespräche noch Verhandlungen"

Es habe bei Audi kein Interesse an einer Verpflichtung von Ralf Schumacher gegeben. Ullrich: "Demzufolge auch weder Gespräche noch Verhandlungen." Angeblich soll den Ingolstädtern aber vor allem die Jahresgage von geschätzten 2,5 Mill. Euro für "Schumi II" ein Dorn im Auge gewesen sein. Hinzu kamen die schlechten Erfahrungen mit Heinz-Harald Frentzen, der sich in der DTM blamierte und als teurer Fehleinkauf entpuppte.

Laut Ullrich sei Rennsport eine besonders ehrliche Form der Werbung. Man engagiere sich aber auch, um den Audi-Slogan "Vorsprung durch Technik" auf den Rennstrecken zu demonstrieren: "Wir möchten zeigen, dass wir die beste Technik, die besten Teams und die besten Fahrer bei uns haben." Und dazu braucht man keinen Ralf Schumacher. In Mattias Ekström habe man einen Ausnahmerennfahrer unter Vertrag, der gerade erst zum zweiten Mal in Folge das Race of Champions gewonnen und dabei Michael Schumacher besiegt habe, sagt der Audi-Sportchef.

Ekström und Kristensen als Aushängeschilder

Ekström habe sich mit Audi in der DTM zu einem international bekannten Star entwickelt. Der Schwede gewann in der vergangenen Saison seinen zweiten Titel in der populärsten Tourenwagenserie Europas nach 2004. "Und Tom Kristensen ist mit sieben Siegen der König von Le Mans und genießt nicht nur in seiner Heimat Dänemark eine enorme Popularität", sagt Ullrich.

Außerdem gehören Martin Tomczyk (Rosenheim), Mike Rockenfeller (Neuwied), Alexandre Premat (Frankreich), Timo Scheider (Braubach) und Markus Winkelhock (Korb) zum Audi-Fahreraufgebot für 2008. Mit Blick auf den Rivalen Mercedes kann sich Ullrich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Sie alle sind durch ihre großen Leistungen für uns bereits Stars."

Ullrich will "Stars konsequent aufbauen"

Ullrich weiß aber auch, dass seine Fahrer nicht annähernd die Beachtung finden, die einem Ralf Schumacher zuteil wird. Doch das Audi-Konzept sei ein anderes. "Dazu gehört auch, keine Stars von anderen Herstellern zu holen. Wir wollen und werden eigene Stars konsequent aufbauen", meint Ullrich und stichelt abermals gegen Mercedes: "Audi-Fahrer sollen durch sportliche Leistungen für Schlagzeilen sorgen."

Audi habe keine Angst vor großen Namen, versichert Ullrich, und bis auf Frentzen habe man mit Stars nur gute Erfahrungen gesammelt. "Ob Michele Mouton, Walter Röhrl oder Hans-Joachim Stuck, um nur drei zu nennen - sie alle haben sich sehr wohl in unserem Team gefühlt", sagt Ullrich. Für ihn sei entscheidend, eine besonders schlagkräftige und gewachsene Audi-Fahrermannschaft zu haben. Das sei ein wichtiger Baustein für den DTM-Meistertitel: "Ich habe größtes Vertrauen in unsere Piloten."

© SID

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