Motorsport DTM
Di Resta will auch beim "Heimspiel"überraschen

In der DTM hatte vor der Saison wohl niemand Paul di Resta auf dem Zettel der Favoriten stehen. Doch wenn heute ab 14.00 Uhr das Rennen in Brands Hatch gestartet wird, ist der Schotte Spitzenreiter im Gesamtklassement.

Die märchenhafte Geschichte des Aufstieges von Paul di Resta soll beim heutigen DTM-Rennen in Brands Hatch (14.00 Uhr) ein weiteres Kapitel erhalten. Der Schotte startete als Namenloser in die DTM-Saison und galt eigentlich als Wasserträger seiner prominenten Teamkollegen Mika Häkkinen und Meister Bernd Schneider. Doch dann kam alles ganz anders. Der 21-Jährige kommt überraschend als Spitzenreiter zu seinem "Heimspiel".

"Wenn mir vor dieser Saison jemand gesagt hätte, dass ich als Spitzenreiter zu meinem Heimrennen komme, hätte ich das kaum glauben können", sagt di Resta. Es sei für ihn wie ein Traum, dass er das geschafft habe. Entsprechend motiviert ist er: "Ich werde alles geben, um meine Führung vor meinen Landsleuten zu verteidigen."

Di Resta träumt vom ersten Sieg

Di Resta führt die Gesamtwertung nach den ersten drei Rennen mit 16 Punkten vor den Audi-Piloten Mattias Ekström (Schweden) und Martin Tomczyk (Rosenheim/beide je zwölf Zähler) an. Auf dem mit einer Länge von 1,929 Kilometern kürzesten Kurs im DTM-Kalender will der Schotte eigentlich nicht nur die Angriffe der Verfolger abwehren, sondern er träumt auch von seinem ersten Sieg. Nach Platz 16 im Qualifying, dürfte es jedoch bei einem Traum bleiben. Nichtsdestotrotz - für Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat di Resta "das Rüstzeug hat, ein großer Rennfahrer zu werden".

Schon früh war für di Resta klar, dass er mal Rennfahrer werden würde. "Das fing an, als ich zwei Jahre war. Sportarten wie Fußball haben mich nie interessiert", erzählt das Talent, das vor allem von seinem Vater Louis unterstützt wird. Der Nachtklubbesitzer hat schon viel Geld in die Karriere seines Sprösslings investiert. Klein-Paul will es mal so weit bringen wie Cousin Dario Franchitti. Der ist in Nordamerika ein Superstar in der Indycar-Serie, erst vor wenigen Tagen gewann er die berühmten 500 Meilen von Indianapolis. "Wir telefonieren regelmäßig", sagt Paul di Resta und gesteht: "Ohne meinen Daddy und Cousin Dario wäre ich bestimmt nicht da, wo ich jetzt bin."

Lob für di Resta gibt es auch von den Rivalen. "Er ist ein sehr harter Kämpfer, der nicht nachgibt, der sauber fährt und in den bisherigen Duellen nicht unfair war. Für mich ist er der Typ englischer Terrier", sagt Ex-Meister Ekström.

Für Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich ist di Resta der Beweis, dass ein junger Fahrer, der sich in der Formel drei durchgesetzt hat, auch in der hart umkämpften DTM auf der Überholspur fahren kann: "Es ist für mich beeindruckend, wie er sich in der DTM etabliert hat." Di Resta sei bei einem guten Team, sitze in einem schnellen Auto, habe über den Winter viel getestet und ist laut Ullrich "in der Lage, bei praktisch jedem Rennen unter die Top Fünf zu fahren".

Drei Rennen - drei Gewinner

In den bislang drei Rennen gab es drei verschiedene Gewinner: Zum Auftakt in Hockenheim dominierte Ekström, danach in Oschersleben triumphierte der Brite Gary Paffett, und zuletzt beim Chaosrennen in der Lausitz hatte der zweimalige Formel-1-Weltmeister Häkkinen die Nase vorn. Der Finne schöpft nach seinem zweiten DTM-Sieg wieder Hoffnung im Titelrennen: "Ich konnte das Potenzial der neuen C-Klasse zeigen. Das ist auch mein Ziel für Brands Hatch."

Pole Position für Häkkinen

Zwei Wochen nach seinem ersten Saisonerfolg in der Lausitz sicherte sich der zweimalige Formel-1-Weltmeister im Qualifying die zweite Pole Position des Jahres. Der Mercedes-Pilot fuhr in 42,660 Sekunden Bestzeit vor seinem Teamkollegen Bruno Spengler aus Kanada (42,692).

Für Mercedes-Sportchef Haug ist das Gastspiel auf der Insel etwas Besonders: "82 Runden am Stück gibt es nicht mal in der Formel 1." Weniger Verschnaufpausen für die Fahrer gebe es nirgends, und eine Stelle ohne Verkehr werde es schon nach wenigen Runden wohl nicht mehr geben.

© SID

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