Motorsport DTM
DTM: Winkelhock lässt sich nicht entmutigen

Trotz vieler Ausfälle in den bisherigen DTM-Rennen lässt sich Audi-Fahrer Markus Winkelhock nicht aus der Ruhe bringen. Der "Ausfall-König" hält Podestplätze weiter für möglich.

Er hat einen klangvollen Namen, doch davon kann sich Markus Winkelhock in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) nichts kaufen. Wenn seine Audi-Teamkollegen und die Mercedes-Rivalen in dieser Saison um die Siege kämpfen, steht der 30-Jährige meist schon frisch geduscht in der Garage und verfolgt den Rest des Rennens vor dem Monitor. Einen Titel hat Winkelhock deshalb sicher: Er ist der Ausfall-König der DTM. Gerade mal die Hälfte aller zu absolvierenden Runden legte der Audi-Pilot in diesem Jahr zurück, in sieben Rennen ist er gleich fünfmal ausgefallen.

Doch der Sohn des 1985 tödlich verunglückten Formel-1-Piloten Manfred Winkelhock lässt sich durch die Pechsträhne nicht entmutigen. "Ich kam in der Vergangenheit mit den Vorjahresautos von Audi immer gut zurecht. In diesem Jahr läuft es leider nicht rund. Mal fehlte uns das Tempo, dann war das Tempo gut, aber der Defektteufel schlug zu. Was mich grundsätzlich positiv stimmt, ist die Tatsache, dass ich in den Trainingseinheiten stets den Speed meiner Teamkollegen mitgehen kann", sagt Winkelhock vor dem heutigen, achten Saisonrennen (14.00 Uhr/live in der ARD) im SID-Gespräch.

Winkelhock hält Podestplätze auch im "gebrauchten" A4 für möglich - doch nur in bestimmten Wettersituationen. Mit einem Vorjahreswagen zu starten, sei eine spezielle Voraussetzung. "Man weiß, dass man damit nicht um den Titel kämpfen wird. Wichtig ist es, trotzdem die Motivation zu behalten", sagt Winkelhock. Seine Ziele sind bescheiden geworden: Punkte sammeln und möglichst gute Einzelergebnisse abliefern, mehr will er nicht in den verbleibenden vier Rennen.

Im freien Training am Freitag in Oschersleben war er als Zehnter schneller als die beiden früheren Formel-1-Piloten Michael Schumacher (11.) und David Coulthard (15.). Trainingsschnellster war Titelverteidiger Timo Scheider vor drei weiteren Audi-Piloten.

Bereits seit 2007 ist Winkelhock Audi-Werksfahrer im Team des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg. 45 Rennen ist er bislang gefahren, zwei vierte Plätze sind seine besten Resultate. Seine Zukunft sieht Winkelhock weiterhin in der DTM: "Ich fühle mich bei Audi und in der DTM extrem wohl." Deshalb will er bald mit Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich über einen neuen Vertrag sprechen. Winkelhock: "Ich würde Audi sehr gern treu bleiben."

Der Weg zum Titel führt über Mercedes

Winkelhock ist nicht der einzige Audi-Pilot, bei dem es in diesem Jahr nicht rund läuft. Nach dreijähriger Dominanz der Ingolstädter scheint der Weg zum Titel in dieser Saison nur über Mercedes zu führen. Gleich drei Fahrer der Stuttgarter liegen in der Gesamtwertung vorn. Der Kanadier Bruno Spengler führt mit 52 Punkten und damit einem Vorsprung von neun Zählern auf seinen britischen Markenkollegen Paul di Resta. Dritter ist der Brite Gary Paffett vier weitere Punkte zurück. Bester Audi-Pilot ist der amtierende Meister Timo Scheider (Braubach/29 Punkte) auf Rang vier.

Sein in Deutschland bekannter Name sei für ihn Vorteil und Handicap zugleich gewesen, sagt Winkelhock. Vor allem zu Beginn der Karriere habe man wegen des Namens eher genauer hingesehen. Hätte er seine Leistungen nicht gebracht, wäre der Name zur Last geworden. So aber sei er sehr stolz darauf: "Mein Vater hat ihn in den Achtzigern geprägt, mein Onkel Jockel in den Neunzigern, und jetzt bin ich an der Reihe."

Der Traum von einer Formel-1-Karriere hat sich für Markus Winkelhock trotz aller Bemühungen nicht erfüllt. "Es ist nicht leicht, in der Formel 1 Fuß zu fassen", sagt er rückblickend: "Ich fuhr einen Grand Prix auf dem Nürburgring. Leider hat die Sponsorenfinanzierung danach nicht wie gewünscht funktioniert." Direkt nach der Formel 1 ist er zu Audi in die DTM gewechselt - und bereut diesen Schritt nicht: "Dort steht der Sport mehr im Vordergrund."

Der Formel 1 weint Winkelhock längst nicht mehr hinterher. Sein einziges Rennen auf dem Nürburgring sei eine tolle Erfahrung gewesen. Winkelhock: "Wie viele Motorsportler können schon sagen, einmal bei einem Grand Prix gestartet zu sein und auch noch geführt zu haben?" Die Formel 1 verfolgt er immer noch aufmerksam. Und wie lautet sein WM-Tipp? "Trotz Platz vier in Monza wird es Sebastian Vettel nicht leicht haben. Der Rückstand ist groß, und irgendwann wird sein Team sich zwischen ihm und Mark Webber entscheiden müssen", sagt Winkelhock, der in Oschersleben endlich wieder über die Runden kommen will.

© SID

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