Motorsport DTM
Ekström: "Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele"

Mattias Ekström und Timo Scheider jagen in der DTM nach der Fahrer-Krone. Im sid-Doppel-Interview äußern sich die Audi-Piloten über Loyalität, Teamwork und den Titel.

In der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zeichnet sich ein internes Audi-Duell um den Titel ab - Meister Mattias Ekström jagt Lehrling Timo Scheider. Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die beiden Titelaspiranten interviewt.

sid: "Die DTM ist so spannend wie lange nicht mehr. Sie beide liegen in der Gesamtwertung vor dem Rennen auf dem Nürburgring vorne. Wer wird DTM-Champion 2008?"

Timo Scheider: "Auf jeden Fall ein Audi-Fahrer, das ist die Hauptsache. Aber wenn man nach Halbzeit der Saison auf Platz eins liegt, dann möchte man diesen Platz an der Spitze eigentlich auch nicht mehr abgeben."

Mattias Ekström: "So eng, wie es in dieser Saison zugeht, werden wir das wohl erst am Nachmittag des DTM-Finales in Hockenheim wissen. Timo hat im Moment die beste Ausgangsposition, ganz klar. So sieht es aus. Aber ich kann ihm nur raten, sich nicht darauf auszuruhen."

sid: "Fünf Punkte in einer so eng umkämpften Serie wie der DTM - ist das überhaupt noch aufzuholen?"

Ekström: "Alles kann passieren. Auf der einen Seite verzeiht die DTM keine Nullrunde, auf der anderen Seite hat Martin Tomczyk letztes Jahr trotz fünf Nullrunden noch beim Finale Titelchancen gehabt. Fünf Punkte sind eine Menge, aber ich will den Druck hoch halten, um im entscheidenden Moment da zu sein. Aber auch die Kollegen von Mercedes darf man nicht abschreiben. Das wäre ein großer Fehler."

sid: "Wäre es da nicht an der Zeit für eine Stallregie?"

Scheider: "Stallregie ist in der DTM ab diesem Jahr verboten, deshalb brauchen wir da gar nicht darüber zu reden. Trotzdem wird in der Audi-Mannschaft das Teamwork an jedem Wochenende gelebt. Jeder Fahrer kann alle Daten einsehen, die Ingenieure tauschen sich aus, jeder spielt mit offenen Karten. Nur im Rennen kämpft jeder für sich."

sid: "Macht es die Sache einfacher, im Titelrennen gegen einen Teamkollegen zu kämpfen?"

Ekström: "Ich kenne die Situation, weil ich in meiner DTM-Zeit immer starke Teamkollegen hatte: Aiello, Kristensen, Tomczyk - und jetzt Timo. Ich mag diesen Druck, wenn man gegen einen Teamkollegen kämpft, dann kämpft man mit gleichen Waffen.

Scheider: "Es ist ein besseres Gefühl, weil man weiß, dass der Kampf hart, aber fair abläuft. Das ist auch genau das, was die Fans sehen wollen: packende Duelle, von mir aus auch einmal Gerangel und fliegende Spiegel, aber keine unfairen Attacken."

sid: "Sie wirken beide sehr entspannt im Umgang miteinander. Ist das nur gespielt?"

Scheider: "Wir sind beide Profis, kennen uns schon ein paar Jahre und kommen gut miteinander aus, auch neben der Strecke."

Ekström: "Alle müssen zugeben: Timo ist im Moment in der Form seines Lebens und fährt in jeder Trainingssitzung an der Spitze mit. Jeder von uns muss sich verdammt strecken, um da mitzuhalten. Eine perfekte Motivation."

sid: "Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse für die restliche Saison ein?"

Scheider: "Ich habe bisher ein Traumjahr, das ich unheimlich genieße. Fünf Podestplätze in sechs Rennen sind eine tolle Bilanz, die ich natürlich gerne ausbauen würde. Der Nürburgring sollte uns gut liegen, aber auch in Brands Hatch, in Barcelona und Hockenheim hat in der Vergangenheit auch schon ein Audi gewonnen."

Ekström: "Ich glaube, die Sieger der zweiten Saisonhälfte sind die Fans, sie werden einen spannenden Titelkampf erleben. Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele. Wer sich jetzt einen Patzer leistet, kann schon draußen sein aus dem Rennen."

sid: "Wie bereiten Sie sich auf den Nürburgring vor?"

Scheider: "Das Rennen auf dem Nürburgring ist mein Heimspiel, ich stamme ja ursprünglich aus Braubach, das nur 70 Kilometer weg ist. Am Samstagabend werde ich 1 000 Liter Freibier ausschenken, so kann ich den Fans ein kleines Dankeschön für die Unterstützung in dieser Saison zurückgeben."

Ekström: "Ich habe am Wochenende mit ein paar guten Freunden meinen 30. Geburtstag gefeiert. Das hat sehr viel Spaß gemacht, aber ich fürchte, nachträgliche Geschenke wird es am Nürburgring wohl nicht geben. Ich lasse mich durch nichts ablenken und werde hochkonzentriert sein."

© SID

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