Motorsport DTM
Häkkinen behält im Chaos-Rennen den Überblick

Mikka Häkkinen hat den chaotischen 3. DTM-Lauf auf dem Eurospeedway Lausitz gewonnen und meldet sich durch seinen ersten Saisonsieg im Meisterschaftsrennen zurück. Mercedes konnte sogar einen Vierfachsieg feiern.

Mika Häkkinen hat alles auf eine Karte gesetzt und damit richtig gelegen. Der Finne hat sich nach einem waghalsigen Startmanöver im Chaosrennen in der Lausitz mit einem Sieg in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) zurückgemeldet. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister beendete beim dritten Saisonlauf auf dem Eurospeedway eine rund zweijährige Durststrecke und ist nach zuvor zwei Nullrunden auch im Titelkampf zurück. Den zuvor einzigen DTM-Erfolg hatte der Finne am 15. Mai 2005 in Spa/Belgien gefeiert.

Häkkinen tanzte nach dem Triumph vor Freude auf seinem Auto und fiel danach Mercedes-Sportchef Norbert Haug erleichtert in die Arme. "Das war ein turbulentes Rennen, und ich bin extrem glücklich, dass ich endlich wieder gewonnen habe", sagte Häkkinen, der immer davor gewarnt hat, ihn abzuschreiben: "Mein Ziel ist der DTM-Titel, und nach diesem Tag habe ich wieder alle Chancen. Ich danke allen im Team, die immer an mich geglaubt haben."

Häkkinen behält im Chaos den Überblick

Häkkinen nutzte die Gunst der Stunde und behielt im heillosen Durcheinander, ausgelöst durch zahlreiche Dreher, Unfälle und zwei Safety-Car-Phasen, den Überblick. Der 38-Jährige verwies bei einem vierfachen Mercedes-Triumph vor 77 500 Zuschauern die Teamkollegen Paul di Resta (Großbritannien), Bruno Spengler (Kanada) und Meister Bernd Schneider (St. Ingbert) auf die Plätze zwei, drei und vier.

Neuling di Resta sorgte zudem für ein Novum: Als erster Fahrer übernahm der Schotte mit einem "Gebrauchtwagen" die Führung in der Gesamtwertung. Der 21-Jährige, der in einer zwei Jahre alten C-Klasse sitzt, setzte sich mit nun 20 Punkten vor den beiden Audi-Piloten Mattias Ekström (Schweden) und Martin Tomczyk (Rosenheim) sowie Mercedes-Pilot Gary Paffett (Großbritannien/alle zwölf Zähler) an die Spitze. Dahinter folgt jetzt bereits Häkkinen mit zehn Punkten auf Platz fünf.

Ekström ging nach einem zusätzlichen Boxenstopp auf Rang zehn ebenso leer aus wie Tomczyk auf dem 9. Platz. Bester Audi-Pilot an einem "Wochenende zum Vergessen" (Sportchef Wolfgang Ullrich) war Timo Scheider (Braubach) auf Position fünf. "Wir haben unsere Leistung nicht umsetzen können, weil es heute Dinge gegeben hat, die noch untersucht werden müssen", sagte Ullrich und und spielte damit auf das Durcheinander auf der Strecke an. Das Ergebnis des Rennens wurde deshalb sogar ausgesetzt und erst drei Stunden später offiziell bestätigt.

Damit gab es im dritten Rennen den dritten Sieger: Zum Auftakt in Hockenheim triumphierte Ekström, danach in Oschersleben gewann Paffett. Jetzt sorgte Häkkinen für noch mehr Spannung im Titelrennen.

Winkelhock nach Unfall schwer verletzt

Markus Winkelhock (Steinach-Berglen), der bei Audi den weiter verletzten Tom Kristensen (Dänemark) ersetzte, krachte mit seinem Auto in einen Reifenstapel und schied bei seinem DTM-Comeback aus. Laut Audi-Kommunikationsdirektor Jürgen Pippig ist Kristensens Gesundheitszustand weitaus kritischer als zunächst angenommen. "Er hat ein Schädel-Hirntrauma mit starken Prellungen. Wenn er jetzt zu früh zurückkehrt, können bleibende Schäden entstehen. Deshalb bekommt er von uns alle Zeit der Welt, schließlich haben wir eine Verantwortung gegenüber dem Fahrer," sagte Pippig dem sid.

Gerüchte, dass der beim Saisonstart am 22. April in Hockenheim schwer verunglückte Kristensen nie wieder Rennen fahren kann, wies Pippig zurück: "Er wird ganz sicher wiederkommen, auch Fahrer wie Mika Häkkinen oder Karl Wendlinger sind seinerzeit nach schweren Unfällen zurückgekommen." Sollte Kristensen, der sich zurzeit in seinem Ferienhaus in Dänemark aufhält, auch beim nächsten Saisonrennen in Brands Hatch (10. Juni) kein grünes Licht von den Ärzten erhalten, würde laut Pippig wieder Winkelhock zum Zug kommen.

Ammermüller sorgte für Fomel-1-Flair

Vor dem Rennstart wehte für einige Minuten sogar ein Hauch von Formel 1 über der hochmodernen Anlage. Red-Bull-Testfahrer Michael Ammermüller (Pocking) fuhr die ersten Runden in einem aktuellen Formel-1-Auto auf dem Eurospeedway Lausitz überhaupt. In einem Wettrennen setzte er sich gegen Audi-Star Ekström in einem DTM-Renner aus Ingolstadt durch.

© SID

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