Motorsport DTM: Haug: "DTM ist eine völlig andere Welt"

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Haug: "DTM ist eine völlig andere Welt"

Ralf Schumacher gibt derzeit bei Testfahrten im DTM-Mercedes Gas, dem 32-Jährigen winkt ein Vertrag. "Er muss erstmal merken, ob die Rennwagen zu seinem Fahrstil passen", gibt Sportchef Norbert Haug zu bedenken.

Ralf Schumacher ist seines Glückes Schmied. Sollte der 32-Jährige bei den Testfahrten im DTM-Silberpfeil am Mittwoch und Donnerstag in Estoril/Portugal überzeugen, dürfte er wahrscheinlich einen Mercedes-Vertrag für diese Saison in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in der Tasche haben.

Ralf Schumacher selbst spielt die DTM-Testfahrten herunter. Mercedes-Sportchef Norbert Haug wollte ihm immer nur mal zeigen, wie man einen Tourenwagen richtig abstimmt, wird der Kerpener in der Bild-Zeitung zitiert. Das sei in erster Linie eine Spaß-Aktion: "Also, jetzt fahre ich erstmal - und dann schauen wir weiter."

Haug: Tests sind keine PR-Nummer

Bei Mercedes sieht man das allerdings ganz anders. "Die Tests sind von unserer Seite aus sehr ernst gemeint und keine PR-Nummer", sagte Haug dem sid. Die Probefahrten sollen intensiv sein, damit Ralf Schumacher sieht, wie sich ein DTM-Auto verhält: "Ralf muss erstmal merken, ob diese Rennwagen zu seinem Fahrstil passen. Als Formel-1-Pilot hat er ja seine eigene Fahrweise, doch die DTM ist eine völlig andere Welt."

Zuvor war Schumacher bereits beim DTM-Rivalen Audi im Gespräch, doch angesichts einer Gage von angeblich zwei Mill. Euro war das Kapitel schnell beendet. Von derartigen Gehaltsforderungen will Haug nichts wissen. Die DTM sei sicher kein Job zum großen Geldverdienen, meint der Mercedes-Sportchef: "Hier wird nicht von Millionensummen gesprochen, und schon gar nicht werden sie bezahlt."

Auch Klien testet DTM-Mercedes

Neben Schumacher testen in dieser Woche noch andere Fahrer den DTM-Mercedes, darunter auch der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien (Österreich). Haug legt aber Wert darauf, dass es sich nicht um eine Fahrprüfung oder ein Ausscheidungsrennen handelt: "Es geht vielmehr um ein gegenseitiges Kennenlernen."

Laut Haug liege es nun ganz allein an Ralf Schumacher, seinen Rundenzeiten, seiner Begeisterung und seiner Art und Weise, wie er sich ins Team einfügt. "Wenn Ralf nach den Tests zu mir kommt und meint, dass er diese Autos nicht mag, brauchen wir erst gar nicht weiterzureden. Wichtig ist seine Begeisterung für die DTM", sagte der Mercedes-Sportchef.

Ralf Schumacher wäre nach dem Abschied von Publikumsliebling Mika Häkkinen (Finnland) das neue Zugpferd der DTM. Das weiß auch DTM-Boss Hans Werner Aufrecht. "Dass Ralf von Mercedes einen Test erhält, freut mich. Mit seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit wäre er ein großer Gewinn für die DTM und jede andere Serie. Für die DTM und ihre Fans wäre die Verpflichtung von Ralf auf jeden Fall eine tolle Sache", sagte Aufrecht dem sid.

Über den Umweg DTM könnte "Schumi II" urplötzlich auch wieder ans Tor zur Formel 1 klopfen. Mit guten Leistungen auf der Strecke, vorgelebtem Teamgeist und einem perfekten Auftreten abseits der Piste wäre der bei Toyota ausgemusterte Rennfahrer sicher auch ein Kandidat für Mclaren-Mercedes in der Formel-1-Saison 2009.

Dort könnte der Wahl-Salzburger dann den Finnen Heikki Kovalainen ablösen, der nach dem Flop mit dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) bei Mercedes bewusst nur einen Einjahresvertrag erhalten hat. Ein Schumacher im Silberpfeil - das wäre ein Fest für die Fans und die Stuttgarter Traum-Hochzeit schlechthin. Denn trotz aller Bemühungen fand das Mercedes-Liebeswerben um Ralfs Bruder Michael bekanntlich kein Happy End.

© SID

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