Motorsport DTM
Schneider und Bartels am Ziel ihrer Träume

Zwei deutsche "Motorsport-Oldies" haben am Wochenende noch einmal Geschichte geschrieben. Während Bernd Schneider (42) in der DTM seinen fünften Titel einheimste, holte Michael Bartels (38) die FIA-GT-Meisterschaft.

In Le Mans begoss "Mister DTM" Bernd Schneider seinen fünften Titel bereits mit Meister-Bier, während Michael Bartels noch Schwerstarbeit verrichten musste. Drei Stunden später war aber auch er am Ziel seiner Träume und machte in Adria im zweiten Anlauf die Meisterschaft in der FIA-GT-Serie perfekt.

Eine Woche vor dem Rücktritt von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher zeigten dabei zwei andere "alte Hasen", die schon in der Vor-Schumacher-Ära in der "Königsklasse" fuhren, dass man auch im gesetzteren Alter noch schnell Auto fahren kann. Und im Gegensatz zu "Schumi" werden Schneider (42) und Bartels (38) wohl auch im nächsten Jahr noch auf die Jagd nach Zehntelsekunden gehen.

"Wenn mein Chef möchte, dass ich weiterfahre, dann wüsste ich nicht, was ich Besseres tun könnte", sagte Schneider, nachdem zuvor bereits Mercedes-Sportchef Norbert Haug ("Ich glaube nicht, dass der Meister gehen wird.") via TV die Vertragsverlängerung mit dem erfolgreichsten DTM-Piloten aller Zeiten quasi schon verkündet hatte.

Keine lange Party-Nacht

Eine lange Party-Nacht gab es übrigens in Le Mans nicht. Nach ein paar Bier und der Welt-Uraufführung einer extra - von Norbert Haug persönlich - umgeschriebenen Version des WM-Hits "54, 74, 90, 2010" machte sich Schneider schon früh auf den Heimweg. "Wir hatten ohnehin keine Meisterfeier in Le Mans geplant. Ich bin mit meiner Lebensgefährtin Svenja, und Mika Häkkinen zurück nach Monte Carlo geflogen, weil dort unsere 17 Monate alte Tochter Lilly samt Babysitter auf uns wartete", erklärte Schneider.

Die große Sause soll jetzt beim Saisonfinale am 29. Oktober in Hockenheim steigen. "Vor vollem Haus und bester Stimmung macht das Feiern doch sowieso viel mehr Spaß", meinte der Saarländer, der oft als der Schumacher der DTM bezeichnet wird.

Mit fünf Meistertiteln (1995, 2000, 2001, 2003, 2006), 24 Pole Positionen und 60 schnellsten Runden liegt er weit vor allen anderen Fahrern. Nur bei den Siegen (31) liegt er noch gleichauf mit seinem früheren Teamkollegen Klaus Ludwig (Roisdorf). Allerdings hat Schneider auch noch zehn Siege in der ITC und Einladungsrennen zu Buche stehen.

"Alle Titel waren schön und unglaublich wichtig. Dieser hat für mich persönlich aber eine besondere Bedeutung, denn keiner hatte mich vorher auf der Rechnung", sagte Schneider, der 2005 beim Erfolg seinen britischen Teamkollegen Gary Paffett für einige bereits zum alten Eisen gehörte. "Ich konnte noch einmal beweisen, war ich drauf habe. Und es ist besonders schön, dass mir das bei noch stärkerer Konkurrenz als in der Vorjahren gelungen ist", sagte Schneider.

Aufhören für Bartels kein Thema

Ans Aufhören denkt auch Michael Bartels nicht, der in der FIA-GT-Serie bleiben wird. "Unser werksunterstütztes Programm für die kommende Saison steht noch nicht fest. Wir würden mit unseren spektakulären Sportwagen gerne bei den Auslandsrennen der DTM in deren Rahmenprogramm fahren. Das wäre für die Fans beider Lager eine tolle Sache", sagte der Sauerländer aus Plettenberg.

Für den früheren Formel-1- und DTM-Piloten war der Erfolg erst der dritte Titel in seiner 25-jährigen Motorsportkarriere nach Siegen in der Formel Ford 1986 und der Formel-3 000-EM 1993. "Das ist mein erster Titelgewinn in einem Auto mit Dach. Der ist vom Stellenwert sicher genauso wertvoll wie der in der Formel 3 000, weil die Konkurrenz sehr stark war", sagte Bartels.

© SID

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