Motorsport DTM
Spengler krönt DTM-Saison für Mercedes

Nach dem bereits feststehenden DTM-Gesamtsieg von Bernd Scheider hat sich Mercedes-Teamkollege Bruno Spengler den zweiten Gesamtrang gesichert. Der Kanadier gewann das Saisonfinale auf dem Hockenheimring.

Mercedes kann sich über eine sehr erfolgreiche Saison in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) freuen. Jungstar Bruno Spengler aus Kanada hat beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring seinen vierten Sieg gefeiert und damit in der Meisterschaft hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Bernd Schneider den zweiten Platz belegt. Spengler setzte sich im Duell um Rang zwei der Gesamtwertung gegen den siebenmaligen Le-Mans-Sieger Tom Kristensen aus Dänemark durch, der in seinem Audi Dritter wurde. "Das war ein tolles Jahr für mich, ein Traum", sagte Spengler: "Ich möchte mich bei Mercedes für das Vertrauen bedanken."

Schneider, der bereits vor dem Rennen seinen 5. DTM-Titel sicher hatte, belegte Rang vier und fuhr somit als einziger Fahrer in allen Rennen in die Punkte. Beim Konkurrenten Audi herrscht derweil Feuer unterm Dach. Der frühere Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen, der nach seiner ersten Pole Position in der DTM erst ins Mittelfeld zurückfiel und dann nach einer Kollision mit Teamkollege Mattias Ekström ausschied, deutete seinen möglichen Abschied von den Ingolstädtern an.

Frentzen: "Das war schon ziemlich krass"

"Ich bin ziemlich enttäuscht. Man kann ja mal einen Fehler machen, aber das war schon ziemlich krass", kommentierte der Mönchengladbacher die Aktion, als ihm Ekström vier Runden vor Schluss von hinten ins Auto fuhr.

Zudem beklagte sich Frentzen über eine falsche Rennstrategie, durch die seine Teamkollegen ihn alle überholt hätten. "Das zeigt, dass ich nicht besonders beliebt bin im Team. Das war schon die ganze Saison so", meinte Frentzen: "Daraus werde ich wahrscheinlich meine Konsequenzen ziehen." Konkret seinen Abschied verkünden, wollte er aber nicht: "Dazu will ich jetzt nichts sagen, aber es brodelt in mir."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich war vom Verhalten Frentzens "enttäuscht" und wies dessen Kritik am Abend zurück: "Er hatte das gleiche Material wie seine Teamkollegen und die volle Unterstützung der ganzen Audi Mannschaft in einer für uns alle schwierigen Saison." Ullrich kündigte in Sachen Vertrag einen baldigen Entschluss an: "Wir werden nun sehr schnell entscheiden, ob es für Heinz-Harald Frentzen und Audi eine gemeinsame Zukunft gibt."

Häkkinen soll weiter fahren

Nach der Verbal-Attacke Frentzens scheint es damit mehr als fraglich, dass es nach einer erneuten Rekordsaison in der DTM auch 2007 das Duell zwischen "HHF" und dem zweimaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen im Mercedes geben wird. Häkkinen zumindest wird aller Voraussicht nach weiterfahren, wie Mercedes-Sportchef Norbert Haug andeutete. "Er ist ein Teil unserer Familie, gehen sie davon aus, dass das so bleiben wird", meinte der Schwabe, der für die Mercedes-Party "Stars und Cars" am kommenden Samstag eine offizielle Bestätigung in Aussicht stellte. Meister Schneider wird auf jeden Fall auch im nächsten Jahr im Mercedes sitzen, ebenso wie Kristensen im Audi.

Verabschieden mussten sich die Fans - 149 000 am ganzen Wochenende sorgten für eine DTM-Bestmarke - von Pulikumsliebling Jean Alesi. Der 201-malige GP-Pilot aus Frankreich, der in fünf Jahren DTM vier Siege holte, wird wohl in der kommenden Saison für Peugeot bei den 24 Stunden von Le Mans starten.

Schneider: "Sowas habe ich noch nie erlebt"

Insgesamt besuchten in diesem Jahr 832 000 Zuschauer die zehn Läufe, was einem Schnitt von 83 200 entspricht. Hockenheim war das vierte Rennen des Jahres, bei dem die Zuschauerzahlen noch einmal anstiegen. "Was hier los war, sowas habe ich noch nie erlebt", meinte Schneider: "Es ist enorm, was wir in diesem Jahr bewegt haben."

Sportlich war Schneider die Nummer eins, auch wenn Spengler mehr Siege holte. In der Gesamtwertung hatte der Routinier am Ende 71 Punkte und acht Zähler Vorsprung vor Spengler (63). Kristensen kam als Dritter auf 56 Zähler. Häkkinen belegte in der Endabrechnung Rang sechs mit 25 Punkten vor Frentzen (24).

© SID

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