Motorsport DTM
Sprengler fährt ersten DTM-Sieg ein

Bruno Sprengler hat die etablierten Fahrer der DTM überrascht und seinen ersten Sieg eingefahren. Der Kanadier setzte sich im Mercedes beim fünften Saisonrennen auf dem Norisring vor Markenkollege Bernd Schneider durch.

Bruno Spengler hat bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Der Youngster hat die alten Hasen Bernd Schneider und Mika Häkkinen beim "Mercedes-Festival" auf dem Nürnberger Norisring ausgetrickst und seinen ersten Sieg in der DTM gefeiert. Der 22-jährige Kanadier verwies vor der Rekordkulisse von 147 000 Zuschauern am gesamten Wochenende Schneider (St. Ingbert) mit 0,8 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde der zweimalige Formel-1-Weltmeister Häkkinen (Finnland) vor Stefan Mücke (Berlin), der nach 69 spektakulären Runden mit vielen Unfällen den vierfachen Mercedes-Erfolg perfekt machte.

Aber auch Schneider hatte allen Grund zur Freude. Der gebürtige Saarländer, der am Donnerstag seinen 42. Geburtstag feierte, baute die Führung in der Gesamtwertung zur Saison-Halbzeit deutlich aus. Der dreimalige DTM-Champion führt nach fünf von zehn Rennen schon mit acht Punkten vor Verfolger Tom Kristensen aus Dänemark (38:30), der im Abt-Audi A4 nicht über Position fünf hinauskam. Der nächste Lauf findet am 20. August auf dem Nürburgring statt.

Sprengler: "Das ist ein Traum"

Schneider verließ Nürnberg am Abend mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Das ist natürlich ein schönes Geschenk zum Geburtstag und gut für die Meisterschaft", sagte der Mercedes-Pilot, der aber sein Team kritisierte: "Mit etwas mehr Unterstützung hätte ich heute gewonnen. Ich habe nur auf Häkkinen geschaut, und da war Spengler plötzlich vorbei." Kristensen sei ein starker Gegner, da hätte ihm der eine oder andere Punkt in der Gesamtwertung mehr ganz gut getan, meinte Schneider weiter.

Überglücklich war Überraschungssieger Spengler: "Das ist ein Traum, das Team hat fantastisch gearbeitet." Dieser Erfolg zähle fast doppelt, sagte der Kanadier: "Denn der Norisring ist das wichtigste Rennen des Jahres." Gegen zwei Stars wie Schneider und Häkkinen zu gewinnen, bedeute ihm sehr viel: "Ich kann es immer noch nicht glauben."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug lobte Spengler in den höchsten Tönen: "Einmalig, wie cool dieser Junge in diesem heißen Rennen hier geblieben ist. Er wird uns noch viel Freude machen." Haug konnte außerdem erleichtert berichtet, dass Susie Stoddart bei ihrem schweren Unfall vergleichsweise glimpflich davongekommen sei: "Sie hat eine Rippenprellung erlitten und wird gerade im Krankenhaus untersucht."

Frentzen nur auf Rang elf

Pech hatte Mercedes-Pilot Jamie Green, der auf der Pole Position stand und ein starkes Rennen fuhr. Doch dann beschädigte der Brite bei einem Mauer-Crash sein Auto und schied kurz darauf aus. Kein Glück hatte auch der frühere Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach), der im Abt-Audi A4 auf Rang elf abermals weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Niedergeschlagen war Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der sich beim "Heimrennen" viel mehr ausgerechnet hatte. "Mercedes hatte hier einfach die schnelleren Autos, da gibt es keine Ausreden", meinte Ullrich, der jedoch sofort nach vorn schaute: "Wir kämpfen weiter, aufgeben gibt es nicht."

Vor dem Rennen bekannten sich Audi und Mercedes-Benz nochmals langfristig zur DTM, um damit ein Signal für die Zukunft zu setzen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der erhoffte dritte Hersteller auch für 2007 nicht in Sicht ist. Die DTM-Verantwortlichen erhielten bei ihrer Werbeaktion prominente Unterstützung. FIA-Präsident Max Mosley, ansonsten Stammgast in der Formel-1-WM, besuchte auf dem Nürnberger Norisring zum ersten Mal überhaupt ein DTM-Rennen.

Mosley und Haug sehen positiv in die Zukunft

Mosley wertete Europas populärste Tourenwagenserie durch seinen Besuch auf. "Ich bin von vielen Dingen beeindruckt. Der Standard ist teilweise höher als in der Formel 1, das hat mich überrascht", sagte der Brite. Bislang war die DTM Mosley ein Dorn im Auge, weil sie ohne FIA-Prädikat über die Runden kommt. Das alles scheint den gelernten Juristen plötzlich nicht mehr zu stören. "Sollte ein interessierter Hersteller ein FIA-Prädikat wünschen, hätte ich damit absolut keine Probleme", erklärte Mosley.

Mercedes-Sportchef Haug zog ein positives Halbzeit-Fazit, obwohl der erhoffte dritte Automobilhersteller für die Saison 2007 nicht in Sicht ist. "Mit den beiden Premium-Marken Audi und Mercedes haben wir doch eine hervorragende Basis für die Zukunft. Deshalb wird es die DTM auch 2007 geben", meinte der Schwabe. Nachdem sich Audi bereits im vergangenen Jahr bis einschließlich 2008 zur DTM bekannt hatte, bekräftigte nun der Rivale aus Stuttgart sein Engagement. Haug: "Wer die Courage hat, gegen diese beiden Hersteller anzutreten, ist herzlich willkommen."

© SID

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