Motorsport DTM
Ullrich: "Wir wollen den DTM-Titel holen"

Am Sonntag steigt auf dem Hockenheimring das Finale der DTM. Gleich drei Fahrer haben noch Chancen auf den Titel. Vor dem letzten Rennen sprach der Sport-Informations-Dienst (sid) mit Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

Mercedes-Pilot Bruno Spengler und die beiden Audi-Piloten Mattias Ekström sowie Martin Tomczyk dürfen sich noch Chancen auf den Titel in der DTM ausrechnen. Am Sonntag steigt auf dem Hockenheimring (14.00 Uhr, live in der ARD) das große Finale. Vor dem letzten Rennen der Saison sprach der Sport-Informations-Dienst (sid) mit Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

sid: "Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das DTM-Finale?"

Wolfgang Ullrich: "Unser Ziel ist klar: Wir wollen den DTM-Titel holen. Das wäre der Lohn für die starke Teamleistung, die wir in diesem Jahr gezeigt haben. Wir werden alles dafür tun."

sid: "Sie müssten ja nur den Mercedes-Rivalen Bruno Spengler von der Strecke rempeln ..."

Ullrich: "Das ist nicht der Stil von Audi. Wir haben ein anderes Verständnis von Tourenwagen-Sport. Wir wollen harte, aber faire Zweikämpfe, keine Rambo-Aktionen. Das wollen wir nicht - und das akzeptieren weder die Fans auf den Tribünen, noch die Zuschauer daheim vor dem Fernseher. Die Menschen, für die wir diesen Sport betreiben, müssen verstehen und nachvollziehen, was geschieht und passiert. Deshalb war der Rückzug unserer Autos in Barcelona das richtige Signal im richtigen Moment."

sid: "Mercedes hat Ihnen aber genau das nach dem Rennen in Zandvoort vorgeworfen, dass die Audi-Piloten zu hart zur Sache gingen ..."

Ullrich: "Unsere Fahrer sind in Zandvoort hart gefahren, aber nicht unfair. Es wurde auch niemand von der Strecke gekegelt. In Barcelona sehr wohl. Und die verhängten Strafen sprechen für sich."

sid: "Haben sich die Gemüter nach dem Skandal von Barcelona inzwischen beruhigt?"

Ullrich: "Ich denke, dass man bei Mercedes erkannt hat, dass es so nicht geht. Es ist nicht im Sinn von Audi und Mercedes, dass sich die Fahrer gegenseitig von der Strecke schubsen. Ich gehe davon aus, dass mein Kollege Norbert Haug mit seinen Fahrern ein paar ernste Worte gesprochen hat und der Titelkampf auf der Strecke sportlich sauber entschieden wird."

sid: "Was passiert, wenn es in Hockenheim so weitergeht wie in Barcelona?"

Ullrich: "Ich denke nicht, dass es dazu kommt. Deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken."

sid: "Haben Sie die Entscheidung, die Autos in Barcelona zurückzuziehen, inzwischen bereut?"

Ullrich: "Absolut nicht. Die Entscheidung war trotz aller Emotionen wohl überlegt und auch ein klares Zeichen für fairen Motorsport. Ich glaube, es war ein Gewitter, das reinigend gewirkt und der DTM letztlich auch gutgetan hat. Die vielen positiven Reaktionen der Fans und Audi-Kunden haben uns bestätigt, dass unser Zeichen richtig war. Trotzdem wünsche ich mir, dass es nie mehr so weit kommen muss."

sid: "In Mattias Ekström und Martin Tomczyk können noch zwei Ihrer Fahrer den DTM-Titel holen. Gibt es nun auch noch Streit im eigenen Team?"

Ullrich: "Ganz bestimmt nicht. Natürlich will jeder der beiden Meister werden. Aber Mattias und Martin sind Profis, Team-Player und noch dazu privat sehr gut befreundet. Sie wissen ganz genau, worum es in Hockenheim für Audi geht. Ich finde es prima, und es freut mich, wie die beiden auch in der jetzigen Situation miteinander umgehen. Sie fahren zwar schon seit 2001 in einem Team, aber noch nie war die Situation so, dass sie beim Final-Rennen beide Meister werden können. Auch das ist eine Bewährungsprobe. Das Ganze zeigt mir gleichzeitig, welch guter Team-Geist bei Audi herrscht."

sid: "Wer hat die besseren Chancen?"

Ullrich: "Mattias hat den Vorteil, dass er als Tabellenführer nach Hockenheim kommt. Aber Martin war bei den letzten Rennen sehr stark. Der Druck für beide ist enorm - alles ist möglich. Es wird ein sehr interessantes Wochenende."

sid: "Wie haben Sie sich auf das DTM-Finale vorbereitet?"

Ullrich: "Genauso akribisch wie immer. Dass wir unsere Autos mit Stahlplatten verstärkt haben, ist ein böswilliges Gerücht. Wir wissen, dass wir ein schnelles Auto, starke Fahrer und gute Teams haben."

© SID

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