Motorsport DTM
Vorentscheidung im DTM-Titelrennen in Barcelona

Audi hat in der DTM vor dem neunten Saisonrennen die besten Karten. Mercedes-Pilot Bruno Spengler bleiben in Barcelona nur noch Außenseiterchancen gegen das Führungsduo Mattias Ekström und Martin Tomczyk.

Bereits heute könnte in der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) die Vorentscheidung um den Titel fallen. Die Trophäe werden aller Voraussicht nach die Audi-Fahrer Mattias Ekström (Schweden) und Martin Tomczyk (Rosenheim) in einem internen Duell unter sich ausmachen. Mercedes-Pilot Bruno Spengler (Kanada) hat auf Platz drei schon zehn Punkte Rückstand und braucht bei zwei noch ausstehenden Rennen ein kleines Wunder, wenn er die beiden Rivalen aus Ingolstadt abfangen will.

Holt Ekström heute (14 Uhr/live in der ARD) in Barcelona auch nur einen Punkt mehr als Spengler, kann ihn der Kanadier beim Saisonfinale am 14. Oktober in Hockenheim nicht mehr einholen. Die Titel-Entscheidung 2007 wäre dann vermutlich nur noch ein Fall für zwei: Ekström gegen Tomczyk.

"Habe noch eine Rechung offen"

"Ich freue mich auf Barcelona. Als Spitzenreiter zum vorletzten Rennen zu kommen, ist ein gutes Gefühl", meint Ekström, für den es der zweite DTM-Titel nach 2004 wäre. Vergangenes Jahr sei Audi auf dem Circuit de Catalunya "sehr stark" gewesen, trotzdem habe er im Rennen nur Rang vier belegt: "Ich habe da also noch eine Rechnung offen, ich will dieses Rennen unbedingt gewinnen."

Für Überraschungsmann Tomczyk, der nach seinem Erfolg vor drei Wochen auf dem Nürburgring in der DTM-Gesamtwertung nur vier Zähler hinter Ekström (40:44) zurückliegt, wäre es der erste Titelgewinn. Entsprechend motiviert ist der Bayer, zumal er vor einem Jahr in Barcelona seinen ersten Sieg in DTM überhaupt feierte.

"Freue mich wahnsinnig auf Barcelona"

"Ich freue mich wahnsinnig auf Barcelona, gerade weil ich dort letztes Jahr meinen ersten DTM-Sieg eingefahren habe", sagt Tomczyk. Nach zwei Siegen in Folge schwimme er "momentan auf einer perfekten Welle", meint der Sohn von Adac-Sportpräsident Hermann Tomczyk. Er hoffe nun, dass er auch in Barcelona weiter auf der Erfolgswelle schwimmen kann: "Ich denke, wir sind bei Audi gut aufgestellt."

Im Training hatte Tomczyk gegenüber Ekström die Nase vorn. Während der 25-Jährige mit 1:18,689 Minuten Bestzeit fuhr und sich seine insgesamt sechste DTM-Pole sicherte, steht Ekström nur auf dem zehnten Startplatz (1:19,744). Auf dem zweiten Startplatz steht der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen aus Finnland im Mercedes.

"Beim letzten Rennen auf dem Nürburgring stand ich auch nur in der fünften Reihe und bin am Ende Dritter geworden. Insofern bin ich optimistisch, dass es auch hier im Rennen besser läuft", meinte der Schwede.

"Müssen eine gute Performance bringen"

Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich kommt gerne nach Barcelona, die Strecke habe seinem Team im vergangenen Jahr gelegen. Nun aber sei sie auf Wunsch der Formel 1 geändert worden. "Es gibt vor der letzten, schnellen Kurve vor Start und Ziel, die uns entgegenkam, eine Schikane", sagt Ullrich: "Wenn wir die Meisterschaft gewinnen wollen, müssen wir auch auf dieser Streckenvariante eine gute Performance bringen - daran arbeiten wir."

Trotz des scheinbar beruhigenden Vorsprungs auf den Erzrivalen Mercedes sei der Auftritt in Spanien kein Spaziergang zum Titel, so Ullrich: "Sicher ist, dass Mercedes nun alles dransetzen wird, die Meisterschafts-Entscheidung bis zum Finale zu vertagen." Dagegen hätte er eigentlich nichts, meint der Audi-Sportchef mit einem Grinsen: "Vorausgesetzt, dass wir dann den Titel holen."

Wenn es ganz optimal laufen sollte, könnte Audi aber schon heute den Titelgewinn feiern. Ekström könnte sich mit einem Sieg oder einem zweiten Platz - abhängig von den Ergebnissen seiner Konkurrenten - vorzeitig den Titel sichern. Aber daran glauben selbst die Ingolstädter nicht so richtig.

Neben Spengler haben sogar noch zwei weitere Mercedes-Piloten Titelchancen, allerdings nur theoretische: Titelverteidiger Bernd Schneider (St. Ingbert/16,5 Punkte Rückstand) und Paul di Resta (Schottland/19 Punkte zurück) belegen in der Gesamtwertung die Plätze vier und fünf.

Für zusätzliche Spannung sorgt die Gewichtssituation in der DTM: Erstmals seit dem Saisonauftakt in Hockenheim starten die 2007er Fahrzeuge von Audi und Mercedes wieder mit identischem Gewicht. Dadurch dürfte sich das Feld an der Spitze sehr eng zusammenschieben.

© SID

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