Motorsport Fia-GT-Cup
Ludwig mit Totalschaden zum Geburtstag

Rennfahrer Klaus Ludwig schied einen Tag vor seinem 60. Geburtstag im französischen Le Castelet bei der FIA-GT3-EM mit einem Totalschaden aus. An Ruhestand glaubt er aber nicht.

Klaus Ludwig kann es nicht lassen. Anstatt in aller Ruhe seinen Geburtstag zu feiern, ließ der Tourenwagen-König wieder die Motoren dröhnen. Der neben Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher erfolgreichste deutsche Rennfahrer saß einen Tag vor seinem 60. Geburtstag am Montag (5. Oktober) am Steuer eines Lamborghini und bestritt im französischen Le Castellet den 9. Saisonlauf zur FIA-GT3-EM.

Statt des erhofften Geschenks gab es einen Totalschaden zum Geburtstag. Ludwigs Partner Albert von Thurn und Taxis war in der 4. Runde in einen Massenunfall verwickelt. Plötzlich einsetzender Regen hatte den früheren Formel-1-Kurs in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt. "Das war natürlich Pech, aber zum Glück ist nichts Schlimmes passiert", sagte Ludwig.

"Mit 60 musst du nicht mehr im Rennauto sitzen

Eigentlich sollte es endgültig sein Abschiedsrennen sein. "Mit 60 musst du nicht mehr in einem Rennauto sitzen", sagt Ludwig. Aber das Rennfahren lässt ihn einfach nicht los, deshalb glaubt er auch selbst nicht an ruhige Abende im Ruhestand.

"Zudem möchte ich nochmal mit meinem Sohn Luca gemeinsam in einem Langstreckenrennen starten, aber nicht auf der Nordschleife", sagt Ludwig dem SID - und grinst dabei wie ein Lausbub.

Geburtstagsfeier in Südfrankreich

Nach dem Rennen wurde gefeiert, aber nicht in Deutschland. Den Geburtstag verbringt Ludwig mit Sohn Luca und Lebensgefährtin Nicole in Südfrankreich. "Da ist das Wetter schöner und der Wein besser", sagt der dreimalige Le-Mans-Gewinner, der sich im Kreis "meiner Lieben auf einen netten Abend in einem guten Restaurant" freut.

Nach wie vor aber ist der Rennsport aus Ludwigs Leben nicht wegzudenken. Als Leiter des Technikausschusses des Adac hat er die knifflige Aufgabe, mit Spezialisten an den Regeln zu feilen, um für eine größtmögliche Chancengleichheit im Wettbewerb zu sorgen.

Ludwig wünscht sich Gesundheit

Klaus Ludwig setzt sich außerdem immer sehr intensiv für die Sicherheit im Motorsport ein, vor allem auf seiner Lieblingsstrecke, der Nürburgring-Nordschleife. "Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll und gefährlich die Nordschleife ist."

Klaus Ludwig arbeitet zudem weiterhin als Markenbotschafter für seinen letzten Arbeitgeber Mercedes und wünscht sich für die Zukunft "nur" Gesundheit, denn das sei das Wichtigste: "Alles andere passt schon."

Norbert Haug gratuliert

Besonders herzliche Glückwünsche bekam Ludwig aus Japan. Denn Mercedes-Sportchef Norbert Haug ließ es sich trotz Formel-1-Stress beim 15. WM-Lauf in Suzuka nicht nehmen, dem vielleicht besten Tourenwagen-Fahrer aller Zeiten persönlich zu gratulieren.

"Klaus Ludwig war stets ein ausgemachter Rennfuchs, und nicht viele seiner Kollegen schafften in ihrer Karriere mehr Erfolge als er. Wir waren während fast eines Jahrzehnts gemeinsam aktiv und erfolgreich, und das können im internationalen Motorsport nicht viele voneinander behaupten", sagt Haug dem SID.

Ludwigs erfolgreiche Karriere

Ludwigs Erfolge füllen inzwischen zahlreiche Bücher. Zwei Titel in der deutschen Rennsport-Meisterschaft und Siege beim legendären 1 000-km-Rennen auf dem Nürburgring machten ihn hierzulande bekannt. Mit Ford gewann Ludwig 1987 die Herstellerwertung der Tourenwagen-WM und ein Jahr später die DTM. Mercedes bescherte er 1992 den ersten DTM-Titel, dem er zwei Jahre später den zweiten folgen ließ.

Bevor ihn Mercedes zurückholte, fuhr Ludwig 1995/96 für Opel in der DTM/ITC. Krönender Abschluss seiner Karriere war 1998 in Laguna Seca in Kalifornien der Titel in der GT-WM mit Mercedes. Die zehn Jahre Rennsport, die er in Amerika verbrachte, bezeichnet Ludwig heute als die schönste Zeit seiner Laufbahn.

© SID

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