Motorsport
Formel 1: Sparen, aber nicht um jeden Preis

Sie wollen alle sparen, aber nicht um jeden Preis: Der eskalierte Machtkampf in der Formel 1 entzündete sich an den unterschiedlichen Regeln, unter denen die Teams in der kommenden Saison antreten sollen.

dpa HAMBURG. Selbst Ferrari stellte in seinem Statement klar, dass eine "stufenweise Reduzierung der Kosten" zu den Prioritäten der Zukunft der Formel 1 gehöre. Die Drohung der Scuderia, im kommenden Jahr nicht an den Start gehen zu wollen, bezieht sich vielmehr auf das neue Reglement, das die "PS-Königsliga" nach Ansicht der zahlreichen Kritiker in eine "Zwei-Klassen- Gesellschaft" verwandeln würde.

Warum? Diejenigen Teams, die sich an die Budgetobergrenze von veranschlagten rund 45 Mill. Euro halten, sollen einschneidende, vor allem technische Freiheiten erhalten. So wird das Drehzallimit für die Motoren aufgehoben, die Anzahl der verwendeten An- und auch Getriebe ist frei. Front- und Heckflügel dürfen mehr bzw. frei verstellt werden. Unter anderem wird auch das Testverbot vor der Saison aufgehoben. Auf der Strecke sollen die Vorteile bis zu zwei Sekunden pro Runde bringen.

Dagegen laufen die meisten Teams Sturm. Allen voran Ferrari, das nach seiner Vorstandssitzung eine entsprechende Mitteilung veröffentlichte, die sich mit den vom Weltrat am 29. April beschlossenen Regeln befasste. "Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Gründe, warum Ferrari in den vergangenen 60 Jahren ununterbrochen - als einziger Hersteller, der bereits bei der Einführung 1950 dabei war - an der Weltmeisterschaft teilnimmt, nicht mehr gegeben sind, wenn das die künftigen reglementarischen Rahmenbedingungen in der Formel 1 sind", hieß es.

Neben dem Ferrari-Vorstand mit Präsident Luca di Montezemolo, der auch Vorsitzender der Teamvereinigung Fota ist, stellte auch schon Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz klar, dass er Red Bull und sein Zweitteam Toro Rosso unter den aktuellen Umständen nicht bis zum Fristende am 29. Mai melden werde. Auch BMW-Sauber drohte mehr oder weniger direkt mit dem Ausstieg, insgesamt wird mit sieben Teams spekuliert, die den derzeitigen Weg von FIA-Chef Max Mosley nicht mitgehen wollen.

Nicht im Budgetlimit enthalten sind die Investitionen für den Motor, ebenso die Fahrergehälter, die Kosten für Marketing und auch Bußgelder. Die Mehrzahl der Teams fordert auch mit Verweis auf den möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen angesichts des radikalen Kostenschnitts eine gleitende Reduzierung der Ausgaben.

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