Motorsport Formel1
Ärzte geben Kovalainen grünes Licht

Mclaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen darf beim Großen Preis der Türkei an den Start gehen. Der Finne, der in Barcelona schwer verunglückte, bekam von den Ärzten grünes Licht.

Sein Leben hat Heikki Kovalainen nur einem Reifenstapel und seinem Schutzengel zu verdanken, trotzdem gibt der Mercedes-Pilot nicht einmal zwei Wochen nach dem Horrorunfall von Barcelona wieder Gas. Am Donnerstag gaben die Rennärzte nach einer eingehenden Untersuchung seiner Reaktions- und Fitnesswerte grünes Licht für den Start des Finnen beim Großen Preis der Türkei am Sonntag (14 Uhr Mesz/Premiere und RTL live).

Kein Gedanke an Abschied aus der Formel 1

"Meine Punktzahl in dem Test hat sich verbessert. Also hatte der Aufprall offensichtlich einen positiven Effekt", meinte Kovalainen grinsend: "Das war mein schlimmster Unfall, aber ich fühle mich 100 Prozent fit. Ich freue mich, wieder Rennen zu fahren. " Der Gedanke an einem Abschied von der Königsklasse im Alter von 26 Jahren sei ihm selbst nach dem lebensgefährlichen Abflug nie gekommen: "Die Formel 1 ist ein riskantes Geschäft, das weiß jeder Fahrer. Angst gibts in meinem Kopf nicht. Und ich hätte auch kein Problem damit, wenn die Bilder vom Unfall in meinem Kopf zurückkommen."

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus schon am Tag nach dem Crash hatte Kovalainen seit Samstag mit Mclaren-Teamarzt Aki Hintsa im Kuortane Sports Institute in Finnland für sein Comeback trainiert. Geblieben von den schrecklichen Unfallsekunden in seinem 21. Formel-1-Rennen waren bei Kovalainen nur leichte Kopfschmerzen und ein steifer Nacken - ein kleines Wunder.

Die Untersuchungen bei Mclaren-Mercedes haben inzwischen ergeben, dass Pfusch am Abflug schuld war. Eine nicht korrekt gefertigte Felge eines Zulieferers habe laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu einem Reifenschaden bei 240 Stundenkilometern geführt. Kovalainen war danach als hilfloser Passagier übers Kiesbett gerauscht und mit immer noch 130 Stundenkilometern in den rettenden Reifenstapel gerauscht. Dabei wirkten für Millisekunden 27 G, das 27-fache des Körpergewichts, auf den schmächtigen Finnen - schon die Hälfte kann zum Tod führen.

Zum Glück wird ihm die Gnade zuteil, dass sein Kopf im entscheidenden Moment abgeschaltet hat: "Das Erste, woran ich mich wieder erinnere, sind viele Leute um mich rum im Krankenhaus. Ich habe den Teamarzt gefragt, was eigentlich los ist." Seine Mutter habe daheim einen Riesenschreck bekommen und deshalb wolle er ihr zum Muttertag an diesem Wochenende vor allem das Geschenk eines "Rennens ohne Unfall" machen.

Keine Erinnerung an den Crash

Dabei vertraut der erst zu Saisonbeginn von Renault zu den Silberpfeilen gewechselte Mann auf die in den letzten Jahren immens verbesserte Sicherheitssituation in der Königsklasse und das Versprechen seines Arbeitgebers, künftig noch genauer bei Materialprüfungen hinzuschauen.

"Ganz sicher war Heikkis Aufprall einer der härtesten der Formel-1-Historie, aber dass er völlig gesund ist, spricht für die Sicherheit in der Formel 1", weiß Haug: "Wir müssen erst einmal abwarten und ihm Zeit geben. Wichtig ist nur, dass er wieder so wie früher Rennen fährt, wenn er sich völlig erholt hat."

Der Pole Robert Kubica hatte im vergangenen Jahr nach einem ähnlichen Horrorcrash ein Rennen aussetzen müssen. Inzwischen gehört er als WM-Dritter zu den Titelkandidaten in der Formel 1. "Alle sind glücklich, dass Heikki zurück ist. Wenn er es dieses Wochenende gut macht, werden alle sagen, dass er besser als vorher ist." Das wäre für Heikki Kovalainen ein schönes Happyend nach den wohl schlimmsten Minuten seines Lebens.

© SID

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