Motorsport Formel1
Alonso bläst nach Aussprache zur Aufholjagd

Die Streitigkeiten zwischen den Mercedes-Piloten Alonso und Hamilton sollen bei einer Aussprache in Istanbul ad acta gelegt werden. Beim Großen Preis der Türkei am Sonntag gilt dann wieder volle Konzentration auf die WM.

Auf den Friedensgipfel folgt das 100. Rennen: Nach der Eskalation des "Silberpfeil"-Streits in Ungarn will Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso wieder sportliche Taten sprechen lassen. Der Große Preis der Türkei am Sonntag (14.00 Mesz/live bei RTL und Premiere) in Istanbul soll für den Spanier im Mclaren-Mercedes den Auftakt zu einer furiosen Aufholjagd im Kampf um die Titelverteidigung gegen seinen teaminternen Rivalen Lewis Hamilton aus Großbritannien bilden. Zuvor gibt es eine mit Spannung erwartete Aussprache der beiden.

Theissen: "Zweikampf bis zum letzten Rennen"

"Ich sehe die beiden auf gleichem Niveau. Und deswegen rechne ich auch mit einem Zweikampf bis zum letzten Rennen", prophezeite BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen dem Sport-Informations-Dienst (sid) ein packendes Finale vor dem Start ins letzte und entscheidende Saisondrittel. Neuling Hamilton liegt in der WM-Wertung mit 80 Punkten vor Alonso (73) sowie den Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen (Finnland/60) und Vorjahressieger Felipe Massa (Brasilien/59).

"Ich habe in den bisherigen zwei Rennen in der Türkei jeweils den zweiten Platz belegt, diesmal will ich auf dem Podium ganz oben stehen", sagte der 26 Jahre alte Alonso vor seinem Jubiläumsrennen am Bosporus. Dabei will er seinen Erzrivalen Hamilton schlagen - mit fairen Mitteln nach der großen Aussprache. Die Streithähne, die vor der knapp dreiwöchigen Sommerpause in Budapest keine Gelegenheit ausgelassen hatten, sich gegenseitig zu behindern, wurden bereits am Mittwochabend in der türkischen Metropole erwartet. Für Donnerstag ist eine Aussprache mit der Teamleitung angesetzt. Von der ursprünglichen Idee, diese früher zu terminieren, nahm man wieder Abstand.

"Es war das Beste, um Ruhe in die Kiste zu bringen", erklärte Norbert Haug den Aufschub gegenüber der Zeitschrift auto, motor und sport. Denn zuletzt auf dem Hungaroring sei die an sich gesunde Rivalität in eine ungesunde umgeschlagen, räumte der Mercedes-Sportchef ein: "Sicher sind im Qualifying in Budapest Dinge passiert, die es so nicht mehr geben wird."

Alonso hatte die Abfahrt nach seinem Boxenstopp verzögert und Hamilton so um eine letzte schnelle Runde gebracht. Zuvor hatte der Youngster laut Mclaren-Teamchef Ron Dennis den Befehl missachtet, Alonso überholen zu lassen.

Längst vom Tisch ist für Haug dagegen die Debatte um einen vorzeitigen Vertragsausstieg Alonsos, der wiederholt seine Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht hatte und eine Benachteiligung durch den vornehmlich britischen Rennstall vermutet. "Fernando hat einen Vertrag bis 2008, und den wird er auch erfüllen", sagte Haug. Alonso müsse eben lernen, dass er in Hamilton einen überraschend starken Rookie neben sich habe.

Bei Ferrari hofft man auch wegen der teaminteren Streitereien bei der Konkurrenz, im Saisonendspurt Boden gut zu machen. "In Istanbul habe ich im Vorjahr meinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Die Erinnerung daran ist noch frisch und ich gehe mit einem guten Gefühl in das Wochenende", erklärte Massa. Räikkönen fügte kämpferisch hinzu: "Wir haben die WM noch nicht verloren."

Heidfeld nach Vertragsverlängerung hochmotiviert

Für die fünf deutschen Fahrer bleiben im spannenden Titelkampf dagegen nur Nebenrollen. Dennoch blickt vor allem BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld nach seiner endlich vollzogenen Vertragsverlängerung hochmotiviert in die Zukunft. "Ich habe persönlich große sportliche Ziele und bin überzeugt, dass ich diese mit BMW-Sauber erreichen kann", sagte der Mönchengladbacher. Er will zunächst Platz fünf in der Fahrer-Wertung und gemeinsam mit seinem polnischen Teamkollegen Robert Kubica den dritten Rang in der Konstrukteurs-WM verteidigen.

© SID

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