Motorsport Formel1
Alonso feiert knappen Start-Ziel-Sieg vor Vettel

Fernando Alonso hat in Diensten von Ferrari beim Großen Preis von Singapur einen Start-Ziel-Sieg gefeiert. Der Spanier siegte ganz knapp vor Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel.

Sebastian Vettel strahlte im Lichtermeer von Singapur auch nach Platz zwei: Zwar hatte er beim spektakulären Nachtrennen das heiße Duell um den Sieg gegen Fernando Alonso knapp verloren, in der WM-Gesamtwertung aber machte der 23-Jährige wieder ein bisschen Boden auf seinen führenden Teamkollegen Mark Webber gut und hat weiterhin alle Chancen auf den Titel. "Wir können sehr stolz sein. Das waren wichtige Punkte, und die nächsten Strecken sollten uns gut liegen", sagte Vettel.

Während der Red-Bull-Pilot beim zweiten Alonso-Sieg in Folge auf dem engen Stadtkurs keinen Weg vorbei an dessen Ferrari fand, boxte Webber auf dem Weg zum dritten Platz noch Mit-Konkurrent Lewis Hamilton von der Strecke, der nach der zweiten Nullnummer in Folge restlos bedient war.

"Mein Start war gut, leider nicht gut genug, um vorbeizuziehen", beschrieb Vettel den Auftakt des Rennens: "Danach habe ich versucht, Fernando irgendwie in einen Fehler zu treiben. Ein paar kleine hat er gemacht, leider keinen großen. Ein paar kleine Chancen hätte es vielleicht gegeben, aber mit viel Risiko. Das hätte wohl nicht funktioniert, deshalb habe ich zurückgesteckt."

Webber: "Wir bremsen am Limit"

Sonst hätte es vielleicht einen ähnlichen Unfall gegeben wie zwischen Webber und Hamilton. "So etwas kann passieren, wir bremsen alle am Limit. Wir haben uns berührt, nicht hart, aber es hätte uns auch beide aus dem Rennen werfen können. Zum Glück konnte ich weiterfahren", sagte der Australier, der Glück hatte, dass ihm die Rennkommissare für die Kollision mit Hamilton keine Schuld gaben und ihn nicht mit einer Strafe belegten: "Ich bin sehr glücklich über den dritten Platz. Das war ein sehr schwieriges Wochenende für mich."

Bei noch vier ausstehenden Rennen ist jetzt Alonso mit 191 Punkten neuer Zweiter hinter Webber (202). Hinter Mclaren-Pilot Hamilton (182) folgt Vettel mit 181 Punkten auf Rang vier, den Rückstand auf Webber verringerte er um weitere drei auf 21 Punkte. Vier Zähler hinter Vettel liegt jetzt Titelverteidiger Jenson Button (177), der im zweiten Mclaren-Mercedes in Singapur auf Rang vier ins Ziel kam.

Auch Alonso sieht jetzt wieder gute Chancen auf den Titel. "Dieser Sieg bedeutet sehr viel. Wir wollten den Erfolg von Monza auch auf einer normaleren Strecke bestätigen. Das haben wir geschafft", meinte der Spanier: "Ich wusste, wie schwer es hier ist, zu überholen. Deshalb habe ich einfach nur den Abstand zu Sebastian kontrolliert." Hamilton war nach dem Crash mit Webber enttäuscht. "Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Ich dachte, ich wäre weit genug an ihm vorbei, und versuchte, ihm innen genug Platz zu lassen. Das nächste, was ich dann sah, war dass mein Reifen kaputt war. Ich denke, das ist halt Rennsport", sagte der Brite: "Aber es sind noch vier Rennen, und ich werde weiter kämpfen."

Alonso macht Tür beim Start zu

Vettel hatte am Start vergeblich versucht, Alonso auf dem Weg zur ersten Kurve zu überholen. Die Hoffnung, ihn beim Boxenstopp zu passieren, platzte auch, als die beiden Rivalen zeitgleich abgefertigt wurden, ohne dass sich an der Reihenfolge etwas änderte. Für den zweimaligen Weltmeister Alonso, der in Singapur schon beim Skandal-Rennen 2008 triumphiert hatte, war es der vierte Sieg in dieser Saison und Nummer 25 in seiner Karriere. Von Vettel gab es dafür nach der Ehrenrunde einen anerkennenden Klaps auf die Schulter.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg landete als bester Nicht-WM-Kandidat auf einem guten fünften Platz, Teamkollege Michael Schumacher dagegen verpasste nach einem Dreher und einer Kollision mit dem Sauber von Rückkehrer Nick Heidfeld mit einer Runde Rückstand als 13. deutlich die Punkteränge. Im Gegensatz zu Adrian Sutil und Nico Hülkenberg, die nach nachträglichen Zeitstrafen letztlich auf den Positionen neun und zehn landeten. Ausgeschieden ist neben Heidfeld, der sein erstes Rennen seit elf Monaten fuhr, auch Virgin-Pilot Timo Glock.

Schon nach drei Runde musste das Safety-Car ausrücken, weil der Force-India-Mercedes von Vitantonio Liuzzi auf der Strecke liegengeblieben war. Webber setzte auf Risiko, fuhr als einziger der Spitzenpiloten zum Reifenwechsel an die Box und reihte sich auf Rang elf wieder ein. Nachdem das Rennen zwei Runden später wieder freigegeben worden war, schnappte sich der Australier schnell Glock und Sauber-Pilot Kamui Kobayashi. In Runde elf schob er sich an Schumacher vorbei auf Platz acht, blieb aber dann hinter Williams-Routinier Rubens Barrichello, der sein 300. Rennen fuhr, hängen.

Alonso verteidigt Spitzenposition in Runde 29

An der Spitze setzten sich Alonso und Vettel deutlich ab, aber auch als Alonso dann in Runde 29 zum Reifenwechsel in die Boxengasse abbog, folgte Vettel ihm im Windschatten. Da beide Teams keinen Fehler machten, blieb Alonso vor dem Red-Bull-Piloten an der Spitze.

Nach einem zweiten Safety-Car-Einsatz in Runde 32 nach einem Unfall von Kobayashi und Bruno Senna hatte Vettel bei der Freigabe des Rennens Webber mit wenigen Sekunden Abstand als Dritten hinter sich, hinter den Hamilton und Button durch ihre Boxenstopps zurückgefallen waren. Was Hamilton wieder ändern wollte. Noch in der ersten wieder freigegebenen Runde versuchte er im Zuge einer Überrundung, Webber zu überholen und hatte bei der Anfahrt auf eine Linkskurve auch schon die Nase deutlich vorn, als Webber den Mclaren mit dem rechten Vorderrad hinten links traf. Während der Australier weiterfahren konnte, rollte Hamilton aus und warf vor Wut sein Lenkrad weg.

Vettel blieb von den Turbulenzen hinter ihm unbeeindruckt und machte Druck auf Alonso. Der Abstand zwischen den beiden Führenden bewegte sich jetzt nur noch im Bereich von einer Sekunde. Allerdings erlaubte sich der Spanier bis ins Ziel keinen Fehler mehr und brachte den Sieg nach Hause.

© SID

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