Motorsport Formel1
Alonso gewinnt Chaosrennen auf dem Nürburgring

"Silberpfeil"-Pilot Fernando Alonso hat im Regenchaos auf dem Nürburgring den Durchblick behalten und den Großen Preis von Europa gewonnen. Der Spanier verwies Felipe Massa und Mark Webber auf die Plätze.

Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien hat den Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring gewonnen, der wegen sintflutartiger Regenfälle nach nur vier Runden abgebrochen und nach mehr als halbstündiger Unterbrechung hinter dem Safety Car neu gestartet worden war. Der Mclaren-Mercedes-Pilot setzte sich bei wieder einsetzendem Regen durch ein waghalsiges Überholmanöver fünf Runden vor Schluss an die Spitze und verwies den Brasilianer Felipe Massa im Ferrari auf Platz zwei.

Alonsos Teamkollege Lewis Hamilton ging einen Tag nach seinem schweren Unfall im Qualifying auf Platz neun mit einer Runde Rückstand leer aus. Dennoch behauptet der 22 Jahre alte Brite mit 70 Punkten weiterhin die WM-Führung. Allerdings schmolz sein Vorsprung auf Alonso auf zwei Zähler zusammen.

Heidfeld als bester Deutscher auf Rang sechs

Bester der fünf deutschen Fahrer war BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach auf Rang sechs. Der Finne Kimi Räikkönen schied nach zuletzt zwei Siegen in Folge aus und fiel in der Gesamtwertung mit 52 Punkten hinter seinen Teamkollegen Massa (59) auf Position vier zurück.

Pech hatten die anderen vier deutschen Fahrer: Toyota-Pilot Ralf Schumacher (Kerpen), Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams sowie die beiden Spyker-Piloten Adrian Sutil (Gräfelfing) und Debütant Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) schieden allesamt aus.

Alonso gewann vor 135 000 Zuschauern mit 8,1 Sekunden Vorsprung vor Massa. Der konnte vor den Augen seines Freundes Michael Schumacher, dem vor dem Rennen eine Kurve auf der Traditionsstrecke gewidmet wurde, den Sieg nicht nach Hause bringen. Trotz härtesten Widerstandes musste der Brasilianer Alonso in der 56. Runde vorbeiziehen lassen. Unmittelbar nach dem Rennen debattierte Massa noch heftig mit Alonso, der als Reaktion darauf für die Kamera die Siegerfaust ballte.

"Das war unglaublich und ein sehr aufregendes Rennen. Ich wäre eigentlich mit Platz zwei zufrieden gewesen, aber der Regen hat mir geholfen", sagte Alonso: "Ich liebe wechselnde Wetterbedingungen." Massa dagegen meinte, dass sein Auto nach dem letzten Wechsel auf Regenreifen leider nicht mehr so gut fahrbar gewesen sei.

Räikkönen im Pech

Massas Ferrari-Kollege Kimi Räikkönen fiel nach zuletzt zwei Siegen wegen eines technischen Problems aus. Pikantes Detail der Siegerehung: Ausgerechnet Ehrengast Michael Schumacher musste Mclaren-Chef Ron Dennis den Pokal für das siegreiche Team überreichen.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug jubelte: "Ein sensationelles Rennen, das beste dieses Jahres." Für die "Silberpfeile" war es der erste Triumph auf dem Nürburgring seit 1998. Damals hatte Mika Häkkinen (Finnland) im Mclaren-Mercedes gewonnen und war am Saisonende dann erstmals Weltmeister geworden.

Unvergessen bleiben wird vor allem die verrückte Startphase für Debütant Markus Winkelhock (Berglen-Steinach), der im Eifel-Unwetter als Einziger den Durchblick hatte und für ein paar Kilometer das Feld anführte. Sein späterer Ausfall konnte ihm die Laune nicht verderben.

Von den erstmals auf der GP-Strecke des Nürburgrings fünf deutschen Piloten waren Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Spyker-Ferrari) schon in der chaotischen Anfangsphase von der Strecke gepült worden. Ralf Schumacher (Kerpen) schied mit seinem Toyota in der 19. Runde nach einer Kollision mit BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld aus, eine Situation, die die Rennkommissare nach dem Rennen noch untersuchen wollten.

Heidfeld überholt Kubica in der letzten Runde

Heidfeld konnte weiterfahren. Der Mönchengladbacher, der am Samstag zum zweiten Mal Vater geworden war und die Nacht vor dem Rennen zu Hause in der Schweiz bei seiner Freundin Patricia und Söhnchen Joda verbracht hatte, rettete als Sechster mit drei WM-Punkten die deutsche Ehre beim Heimspiel, nachdem er in der vorletzten Runde noch Teamkollege Robert Kubica überholt hatte. Die beiden waren in der Startphase noch kollidiert und hatten damit die Chance eine bessere Platzierung vergeben. Platz drei ging an den Australier Mark Webber im Red-Bull-Renault.

Unmittelbar nach dem Start rund um den Nürburgring, auf dem 2008 erstmals seit 1994 kein Formel-1-Rennen stattfinden wird, ein für die Eifel typisches Wetterchaos ausgebrochen. Auf regennasser Straße rutschten zahlreiche Autos in die Kiesbetten, so dass die Rennleitung nach der vierten Runde das Rennen stoppte.

"Das war absolut richtig, man konnte nicht weiterfahren", berichtete Rosberg: "Ich bin schon extrem langsam gefahren, aber dann ist das Auto einfach weggeschwommen. Bei solchem Aquaplaning kann man nichts machen."

© SID

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