Motorsport Formel1
Alonso sitzt Heidfeld im Nacken

Nick Heidfeld glaubt weiter an seine Chance, auch 2009 bei BMW zu bleiben. Doch die Gerüchte, dass Fernando Alonso den Platz des 31-Jährigen einnimmt, halten sich hartnäckig.

Gegensätze im Fahrerlager: Nick Heidfeld bemühte sich im klimatisierten BMW-Motorhome um Gelassenheit, während sein Rivale Fernando Alonso nebenan mit der Sonne um die Wette grinste. "Ich lache nicht über die Gerüchte, aber sie nerven mich auch nicht", meinte Heidfeld zu den Spekulationen, wonach der zweimalige Weltmeister Alonso einen Drei-Jahres-Vertrag bei BMW als Nachfolger des Deutschen unterzeichnet hat.

Bestätigen wollte den angeblichen Deal vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag (14 Uhr Mesz/live in RTL und Premiere) im Fahrerlager von Monza niemand, aber echte Dementis gab es auch nicht. "Ich werde mich in den nächsten Wochen und möglichst noch im September entscheiden, wo der Weg hingeht", meinte Alonso. In seinem Renault-Vertrag hat er eine Ausstiegsklausel, die beim Angebot eines Topteams greifen würde.

Alonso: "Robert ist ein guter Kumpel von mir"

Bei den Münchnern gilt wegen der im Saisonverlauf schwankenden Leistungen von Heidfeld für 2009 nur der Pole Robert Kubica als gesetzt. "Robert und ich sind schon Kart zusammen gefahren. Er ist ein sehr guter Kumpel von mir", meinte Alonso. Auf die Frage, ob er sich Kubica als Teamkollegen vorstellen könne, meinte er mit einem vielsagenden Lächeln: "Warum nicht?" BMW ist für den schnellen Asturier umso interessanter geworden, da der gewünschte Wechsel zu Ferrari wegen der angeblichen Vertragsverlängerung von Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) wohl frühestens 2011 möglich ist.

Auch Kubica käme ein Wechsel im zweiten BMW-Cockpit möglicherweise nicht ungelegen. "Es ist kein Geheimnis, dass das Team Nick sehr viel hilft. Ich denke, aus Teamsicht ist das nachvollziehbar, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich hier in Zukunft die Möglichkeit bekomme, um die Meisterschaft zu kämpfen", sagte der Pole vor dem anstehenden Rennen am Sonntag.

Alonso könnte BMW den bislang fehlenden Starglamour geben, allerdings ist er spätestens seit seinem nicht gerade freundschaftlich geführten Duell mit Lewis Hamilton im Vorjahr bei Mclaren-Mercedes auch als schwierige Persönlichkeit bekannt. Der stille Heidfeld dagegen hat den Aufstieg vom BMW zur dritten Macht in der Formel 1 in den vergangenen Jahren erst möglich gemacht. Mit seinem zweiten Platz am vergangenen Sonntag in Spa bewies es wieder einmal seine überragende Rennintelligenz.

Deshalb geht der 31-Jährige davon aus, auch 2009 für Weiß-Blau zu fahren: "Es lohnt nicht, sich den Kopf zu zerbrechen. Alonso hat dieses Jahr angeblich schon bei mehreren Teams unterschrieben. Erst Ferrari, dann Renault und jetzt BMW." Er könne nur das Beste leisten, dann werde man sehen.

BMW-Fahrerpräsentation vertagt

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hatte zuvor die für September vorgesehene Präsentation der Fahrer für 2009 auf einen unbestimmten Termin "vor dem Saisonende" verschoben. BMW will nächstes Jahr um den Titel mitkämpfen - "da müssen wir nicht die schnellste, sondern die richtige Fahrer-Entscheidung treffen".

Der ehemalige Formel-1-Pilot und Premiere-Experte Marc Surer hofft, dass Heidfeld bei BMW bleiben darf: "Auf der anderen Seite muss BMW irgendwann mal wissen, wo sie stehen. Das können sie nur, wenn sie einen Top-Fahrer ins Auto setzen. Das spricht dafür, Alonso zu holen. Und wenn man die Chance hat, müsste man ihn eigentlich verpflichten."

© SID

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